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Kurzbeschreibung des Projekts
Die Legitimität demokratischen Regierens ist eine Funktion seiner Repräsentativität.
Politische Entscheidungen werden durch den Verweis auf den repräsentativen
Charakter der am Entscheidungsprozess beteiligten Institutionen und Personen gerechtfertigt.
Die elementaren Anforderungen an eine Theorie der Repräsentation können
in drei Gruppen gefasst werden: Der Prozess der europäischen Integration stellt die nationalstaatlichen
Repräsentativsysteme vor erhebliche Herausforderungen. Die mittlerweile
inflationäre Rede vom Demokratiedefizit der Europäischen Union wird
in dieser Arbeit gewendet und als Repräsentationsdefizit, genauer: als
System kollidierender Repräsentationsmuster verstanden. Hat sich im Nationalstaat
die parlamentarische Repräsentation (über Parteien) als stärkste
Form erwiesen, so finden wir auf europäischer Ebene eine Vielzahl solcher
teilweise kollidierender Modi: nationale und regionale Repräsentation im
Europäischen Rat und im Ausschuss der Regionen; institutionelle Repräsentation
im Ministerrat; Interessenrepräsentation durch Lobbies und den Wirtschafts-
und Sozialausschuss; Parlamentarische Repräsentation durch das EP und die
COSAC; Repräsentation aufgrund von Expertise im System der Komitologie
und den Ratsarbeitsgruppen; bürokratische Repräsentation in der Kommission.
Es gilt zu klären, in welchem Verhältniss diese stehen, denn auf den
ersten Blick ermöglicht die Vielzahl zwar eine Fülle von Zugangspunkten
- zur selben Zeit werden bestimmte Modi aber eindeutig bevorzugt. Ziel des zweiten
Abschnitts ist es, diese kollidierende Mode und das sich ändernde Repräsentativverständnis
und -system der Union zu untersuchen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Prozess
der Durchsetzung des Direktwahlaktes zum Europäischen Parlament (1976 -
1979), der Verfassungsentwurf von A. Spinelli Anfang der 1980er Jahre sowie
die gegenwärtige Konstitutionalisierungsdebatte. Das Buch schließt
mit einer äußerst skeptischen Evaluation des demokratischen Potentials
europäischen Regierens.
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