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Kurzbeschreibung des Projekts
Im Kontext von globalem Strukturwandel und neo-liberalen Transformationen des Staates haben private Akteure im Vergleich zu regulären staatlichen Streitkräften in der Kriegsführung an Bedeutung gewonnen. Obwohl Krieg und politische Gewalt als geschlechtlich konnotierte Phänomene gelten, die eng mit der Entwicklung des modernen Nationalstaats verbunden sind, wurden die Geschlechterdimensionen militärischer Privatisierung und ihre Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Staat und Geschlecht bisher noch nicht systematisch erforscht. Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt in einer Fallstudie zu den USA die Privatisierung militärischer Sicherheit und ihre geschlechtsspezifischen Auswirkungen auf Gesellschaften, die private Militärfirmen einsetzen. Es wird angenommen, dass militärische Privatisierung und Deregulierung Frauen von neu entstehenden privaten militärischen Arbeitsmärkten ausschließen, Gleichstellungspolitik untergraben und traditionelle Geschlechterideologien stärken. Diese Prozesse stützen die Verbindung zwischen staatlich legitimierter Gewalt und Männlichkeit und tragen so zur Remaskulinisierung westlicher Staatlichkeit bei. Die Formierung des westlichen Nationalstaates, militärische Institutionalisierung und die Etablierung hierarchischer Geschlechterverhältnisse und -ideologien sind historisch stark verknüpft. Erst b der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Rolle des Militärs als männliche Machtressource und Verbindung zwischen Mann und Staat durch die militärische Integration von Frauen in Frage gestellt. Aktuelle Entwicklungen im Kontext der Krise des westlichen Staates transformieren das historisch gewachsene Verhältnis zwischen Militär, Staat und Geschlecht erneut. Eine detaillierte Analyse der Dynamiken dieses Wandels und seiner geschlechtsspezifischen Auswirkungen steht aber noch aus. Das Projekt untersucht diese Prozesse auf drei gesellschaftlichen Ebenen: 1) geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, 2) Geschlechterpolitiken und 3) Geschlechterideologien. Zu diesem Zweck werden bisherige Forschungen und Daten zu militärischer Privatisierung aus einer Geschlechterperspektive evaluiert sowie Primär- und Sekundärquellen wie Sitzungsprotokolle des Kongresses, Regierungs- und Kongressberichte, Medienberichterstattung und Websites von privaten Militärunternehmen in einem diskurs-analytischen Verfahren ausgewertet.
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