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Kurzbeschreibung des Projekts

Projektnummer   Einzelprojekte  P15576
Titel   ALP 2002 - Ein seismisches 3D-Modell der Ostalpen
ProjektleiterIn   BRÜCKL Ewald
Bewilligungsdatum   05.03.2002
Universität / Forschungsstätte   Institut für Geodäsie und Geophysik, Technische Universität Wien
Gebiet(e)  
Keywords   LITOPHERE, SEISMIC REFRACTION, CRUST, WIDE-ANGLE REFLECTION, EASTERN ALPS, GEODYNAMICS
Homepage   http://www.alp2002.info


Die geologische Entwicklung der Ostalpen im Känozoikum stellt eine geodynamisch interessante Situation dar, die dem Übergang vom einer Kompression im Westen (Brenner) zu einer Extrusion nach Osten in das Pannonische Becken entspricht. Sowohl die Ausbildung der tertiären Becken, als auch die heutige Seismizität kann in diesem Sinn interpretiert werden. Zum tieferen Verständnis dieser tektonischen Vorgänge ist jedoch die eingehende geophysikalische Erforschung der Lithosphäre der Ostalpen unerlässlich.

Das Ziel des Projektes ist daher die Erstellung eines seismischen 3D-Modells der Ostalpen. Während im Westen des geplanten Untersuchungsgebietes das TRANSALP-Profil die Alpen von München nach Verona aufschließt, reichen die östlich davon vorliegenden seismischen Profile nicht aus, ein klares Bild der Lithosphäre zu gewinnen. Eine deutliche Verbesserung brachte allerdings das CELEBRATION 2000 Experiment, bei dem mit österreichischer Beteiligung die Lithosphäre in Zentraleuropa, Pannonien und einem Teil der Ostalpen mit Refraktions- und Weitwinkelmessungen seismisch erkundet wurde. Die Untersuchung des südlichen Teils der Ostalpen ist aber noch ausständig. Im Rahmen des vorgeschlagenen Projektes soll daher in Kooperation mit den Partnern des CELEBRATION 2000 Teams und neu hinzukommenden Teams aus Italien, Slowenien und Kroatien im Sommer 2002 die bestehende Datenlücke bis hin zur Po-Ebene und den Dinariden geschlossen werden. Durch die internationale Beteiligung stehen ca. 1000 mobile seismische Stationen kostenlos zur Verfügung. Die ÖAW hat grundsätzlich die Finanzierung der erforderlichen seismischen Schüsse in Aussicht gestellt.

Die Auswertung wird sich moderner Methoden der Berechnung von Strahlenwegen bedienen und tomographische Verfahren anwenden. Der Anspruch, ein 3D-Modell zu erstellen erfordert den Einsatz eines Hochleistungsrechners, wie er für dieses Projekt an der TU Wien zur Verfügung stehen wird. Auch die dynamische Information der seismischen Wellen (Amplituden) soll einbezogen werden. Das Ergebnis soll einerseits direkt geodynamische Fragen klären helfen (z.B. Spannungsfeld und aktuelle Tektonik), andererseits die Grundlage für weitere Untersuchungen mit noch höherer Auflösung (Reflexionsseismik) und größerer Eindringtiefe (Analyse von Erdbebenwellen) bilden.



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