|
Kurzbeschreibung des Projekts
| Projektnummer |
|
Einzelprojekte
P15881
|
| Titel |
|
Meinongsche Objekte: Ontologie und Logik der Intentionalität |
| ProjektleiterIn |
|
GANTHALER Heinrich |
| Bewilligungsdatum |
|
07.05.2002 |
| Universität / Forschungsstätte |
|
Fachbereich Philosophie an der KGW Fakultät, Paris-Lodron-Universität Salzburg |
| Gebiet(e) |
|
|
| Keywords |
|
Meinong, ontology, nonexistent objects, free logic, intentionality, ontological commitments |
| Homepage |
|
http://www.sbg.ac.at/phs/people/ganthaler.htm
|
Das Hauptziel des Projekts ist ein Buch über Meinongs Gegenstandstheorie,
das aus drei Teilen bestehen wird.
Im ersten Teil wollen wir den historischen Hintergrund der Meinongschen Theorie
darstellen, sowie die innere Logik der Entwicklung eruieren, die von Brentanos
Theorie des immanenten Objekts zu Meinongs Theorie von den Entitäten "jenseits
des Seins und Nichtseins" führte. Meinongs Werk wird im weiten Kontext
der sogenannten "Österreichischen Philosophie" situiert, der sowohl
Franz Brentano und seine Schule als auch Bolzano und Zimmermann umfaßt.
Sehr oft können die Thesen Meinongs erst in Hinblick auf diesen Kontext klar
interpretiert werden. Im besonderen werden wir zeigen, daß man in den unpublizierten
Manuskripten Brentanos viele Ideen findet, die als eine (nicht erwähnte)
Inspirationsquelle für Meinongs Intentionalitätstheorie und für
den großen Teil seiner Gegenstandstheorie dienten.
Im zweiten Teil des Buchs versuchen wir, eine kohärente Interpretation der
Intentionalitätstheorie und der Gegenstandstheorie Meinongs zu geben. Das
Hauptziel dieses Teils ist es, die Meinongsche Theorie so klar wie möglich
zu machen, entsprechend den methodologischen Standards der zeitgenössischen
analytischen Philosophie. In diesem Teil werden wir versuchen, ein Gleichgewicht
zwischen dem historischen und dem systematischen Standpunkt zu finden.
Im dritten Teil möchten wir die Frage stellen, welche Art der Logik den Meinongschen
Gegenständen am besten Rechnung trägt. In diesem Teil wird eine Sprache
mit der Meinongschen Semantik untersucht werden. Die kontroversen Probleme der
ontologischen Verpflichtungen, der Logik der Quantifizierung und der free logic
werden aufgerollt. Dieser Teil wird eine systematische Unteruchung enthalten,
die die Anwendung von diesen Theorien auf die Meinongsche Ontologie, sowie die
Abweichungen, die aus einer solchen Anwendung resultieren, betrifft. Es gibt drei
Interpretationsmöglichkeiten, die als besonders vielversprechend erscheinen:
(i) Meinongs Entitäten jenseits des Seins und Nichtseins können so interpretiert
werden, als ob sie in einer ontologisch verpflichtenden Weise quantifiziert werden
könnten (die resultierende Interpretation ist eine Meinongische Version der
Ontologie der möglichen Welten); (ii) man kann jedoch darauf bestehen, daß
die Meinongschen Gegenstände nur dann quantifiziert werden dürfen, wenn
die Quantifizierung als ontologisch unverpflichtend interpretiert wird; und schließlich
(iii) man kann sogar die Möglichkeit ihrer Quantifizierung bestreiten (was
zu einer Meinongschen free logic führt).
| |
Hinweis |
|
| |
Die Inhalte der Abstracts werden vom FWF nicht überarbeitet, die Verantwortung liegt bei der Verfasserin bzw. beim Verfasser. |
|
|