|
Kurzbeschreibung des Projekts
Der Anbau des steirischen Ölkürbis (Cucurbita pepo L. subsp. pepo var.
styriaca GREB.) hat in der Steiermark eine lange Tradition, und besitzt aufgrund
der Produktion des "geographisch geschützten" steirischen Kernöls
eine große Bedeutung in der regionalen Landwirtschaft. Seit 1996 kommt es
zu massiven Ernteverlusten die auf das Auftreten des Zucchinigelbmosaikvirus (ZGMV)
zurückzuführen sind. ZGMV löst in den Pflanzenzellen verschiedenste
Ver-änderungen aus, noch bevor Symptome von außen erkennbar sind. Mit
dem Transmissions-Elektronenmikroskop ist es möglich substrukturelle Veränderungen
zu erkennen noch bevor erste Symptome auftreten. Dieses Wissen dient als wichtige
Grundlage zur Entwicklung von Bekämpfungstrategien und Pflanzenschutzmittel.
Erhöhte Konzentrationen von Glutathion (=Antioxidans) schützen Pflanzen
vor Sauerstoffradikalen, die in Abhängigkeit von verschiedensten umweltbedingten
Stresssituationen, wie z.B. Pathogenbefall in der Pflanze verstärkt gebildet
werden. So können während verschiedenster Pilz und Bakterieninfektionen
erhöhte Glutathionkonzentrationen festgestellt werden. Über Veränderungen
im Glutathiongehalt während Virusinfektionen in toleranten (inkompatibel)
und nicht resistenten (kompatibel) Pflanzen ist nur wenig bekannt und es gibt
keine Informationen über Konzentrationsänderungen von Glutathionvorstufen,
während der Virusinfektionen. Die Ziele dieses Projektantrages sind es zu
untersuchen, ob und in welchen pflanzlichen Organen und Zellorganellen, während
kompatibler und inkompatibler ZGMV-Infektionen, Veränderungen im Glutathiongehalt
und im Gehalt der Glutathionvorstufen Glutamat, Glycin und Cystein in Kürbispflanzen
beobachtet werden können. Glutathion und dessen Vorstufen werden dabei mit
spezifischen Antikörpern gegen Glutathion, Glutamate, Glycin und Cystein
markiert und mit sekundären Gold-konjugierten Antikörpern im Transmissionselektronenmikroskop
sichtbar gemacht. Die Ergebnisse werden Aufschluss über eventuelle Unterschiede
in der Produktion und im Abbau von Glutathion zwischen den toleranten und den
nicht resistenten Pflanzen geben. Gemeinsam mit den Ergebnissen des vorangegangen
Projektes, über Veränderungen im Glutathionhaushalt während der
kompatiblen ZGMV-Infektion im steirischen Ölkürbis, sollten die Ergebnisse
dieses Projektes die Mechanismen hinter der schützenden Rolle von Glutathion
während kompatibler und inkompatibler Virusinfektion offenbaren. Dieses Wissen
liefert einen wertvollen Beitrag in der Bekämpfung der Viruserkrankungen
am steirischen Ölkürbis und könnte langfristig vor massiven Erntenverlusten
schützen.
In Kooperation mit Prof. Dr. Rüdiger Hell, Deutschland und Prof. Dr. Felix
Mauch, Schweiz, planen wir die oben genannten Methoden auch auf transgene Modellpflanzen
(Arabidopsis und Tabak) auszuweiten, um die Ergebnisse mit anderen internationalen
Studien, die mit diesen Pflanzen durchgeführt wurden, vergleichen zu können.
In Tabakpflanzen wird der Einfluss von Cysteinüberexpression und in Arabidopsis
werden die Auswirkungen der Überexpression von γ-Glutamylcysteinsynthetase
auf den Glutathiongehalt und auf den Gehalt der Vorstufen untersucht. Es soll
geklärt werden in welche Zellkompartimente der Überschuss an Cystein
im Tabak bzw. Glutathion in beiden Pflanzen transportiert wird. Diese Kooperationen
werden unser Wissen über den Glutathionhaushalt und die Redoxregulation in
Pflanzen vertiefen und neue wissenschaftliche Fragen für weitere Projekte
schaffen.
| |
Hinweis |
|
| |
Die Inhalte der Abstracts werden vom FWF nicht überarbeitet, die Verantwortung liegt bei der Verfasserin bzw. beim Verfasser. |
|
|