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Kurzbeschreibung des Projekts
| Projektnummer |
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Einzelprojekte
P20785
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| Titel |
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Entwurf einer kritisch-rationalistischen Ethik |
| ProjektleiterIn |
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STELZER Harald |
| Bewilligungsdatum |
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04.03.2008 |
| Universität / Forschungsstätte |
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Institut für Philosophie, Universität Graz |
| Gebiet(e) |
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| Keywords |
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ethics, consequentialism, critical rationalism, pluralism, Karl Popper, relativism |
Trotz des steigenden Interesses an der praktischen Philosophie des Kritischen
Rationalismus kann man in Bezug auf den internationalen Forschungsstand feststellen,
dass zu den einzelnen Themenbereichen bisher nur Analysen und systematische Darstellungen
von Teilaspekten vorhanden sind. Dies gilt gerade für den Bereich der Ethik.
Das Projekt hat das Ziel, einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke
durch die Entwicklung einer umfassenden und konsistenten kritisch-rationalistischen
Ethikkonzeption zu leisten.
In einem ersten Teil des Projektes geht es darum zentralen Komponenten einer kritisch-rationalistischen
Ethik auf der meta-ethischen, der deskriptiven und der normativen Ebene herauszuarbeiten
und einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dies erfolgt sowohl unter Einbeziehung
kritisch-rationalistischer erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Grundannahmen,
als auch unter Berücksichtung von verschiedenen Standpunkten und Argumenten
aus der allgemeinen Ethikdiskussion. Zu behandelnde Themenstellungen sind: der
kritische Dualismus, der ethische Konsequentialismus und Pluralismus, die Bedeutung
der Methode der kritischen Diskussion und von regulativen Prinzipien in der Ethik,
die moralische Autonomie und Verantwortung des Individuums, die im Kritischen
Rationalismus vertretenen Werte, sowie die Entscheidungsgrundlage für den
Rationalismus selbst.
Aufbauend auf dieser kritisch-analytischen sowie kritisch-komparativen Rekonstruktion
erfolgt in einem zweiten Teil der Entwurf einer systematischen, umfassenden und
in sich kohärenten kritisch-rationalistischen Ethikkonzeption. Relevante
Fragestellungen für eine solche kritisch-rationalistische Ethikkonzeption,
die über die im ersten Teil rekonstruierten Komponenten hinausgehen, sind:
der Status moralischer Aussagen in Bezug auf ihre Wahrheitsfähigkeit im Vergleich
zu wissenschaftlichen Theorien, die enge Verbindung einer kritisch-rationalistischen
Ethik mit der Methode von Versuch und Irrtum, die Interpretation von moralischen
Maßstäben und Normen als undogmatische Problemlösungsvorschläge,
die konstruktive Weiterentwicklungen sowie die Bewährung von moralischen
Maßstäben, die Abklärung von Konvergenzen und Divergenzen zu Positionen
einer evolutionären Ethik, die Möglichkeiten einer Rehabilitierung eines
wohlverstanden Naturalismus. Im Rahmen des Projektes wird der Relevanz einer kritisch-rationalistischen
Ethik für aktuelle Fragestellungen der allgemeinen Ethikdiskussion ein hoher
Stellenwert eingeräumt. Zu nennen sind hier etwa die Zwischenposition einer
kritisch-rationalistischen Ethik zwischen Absolutismus und Relativismus, die Verbindung
zwischen einer konsequenzialitisch-teleologischen Ausrichtung und deontologischen
Elementen in Form von regulativen Ideen, die Problemlösungsorientierung einer
kritisch-rationalistischen Ethik und die sich in ihr widerspiegelnde Einheit der
Ratioanalität von Theorie und Praxis im Kritischen Rationalismus.
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Hinweis |
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