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Kurzbeschreibung des Projekts

Projektnummer   Einzelprojekte  P23138
Titel   Mittelpleistozäne Vergletscherungen im nördlichen Alpenvorland - Licht ins Dunkel durch Lumineszenzalter
ProjektleiterIn   FIEBIG Markus
Bewilligungsdatum   27.09.2010
Universität / Forschungsstätte   Institut für Angewandte Geologie, Universität für Bodenkultur Wien
  Institut für Mineralogie und Kristallographie, Universität Wien
Gebiet(e)  
Keywords   glaciofluvial geomorphology, palaeoclimate, luminescence dating, northern Alpine Foreland, Middle Pleistocene, chronostratigraphy


Das Quartär umfasst die letzten ~2.6 Millionen Jahre und ist durch starke Klimaschwankungen geprägt. Die Rekonstruktion dieser Schwankungen ist für Verständnis des gegenwärtigen und zukünftigen Klimawandels von fundamentaler Bedeutung. Das nördliche Alpenvorland ist eine klassische Region der Quartärforschung, dennoch ist die Kenntnis über das zeitliche und räumliche Ausmaß vergangener Vergletscherungen sehr lückenhaft. Dies betrifft insbesondere ältere Vergletscherungen (>~50 ka) und ist auf die geringe Anzahl numerischer Datierungen der kaltzeitlich abgelagerten Sedimente zurückzuführen. Ziel des vorliegenden Projektes ist die Erstellung einer Lumineszenz-Chronologie glazifluvialer Terrassen im süddeutschen und österreichischen Alpenvorland. Der Fokus liegt auf älteren (~130-300 ka) Terrassen, die während des Mittelpleistozäns gebildet wurden. Ihre Bildung ist im Wesentlichen klimatisch gesteuert und oft können sie mit Endmoränen korreliert werden. Daher kann das Alter der Terrassen genutzt werden um vergangene Gletscherausdehnungen und klimatische Bedingungen zu rekonstruieren. Neue Entwicklungen in der Lumineszenzdatierung sollen verwendet und weiterentwickelt werden um die Terrassen-Chronostratigraphie auf etwa 300 ka auszuweiten. Das große, grenzüberschreitende Arbeitsgebiet ermöglicht die regionale Korrelation der datierten Sedimente, als auch die Rekonstruktion vergangener Klimagradienten und regionaler Unterschiede der Gletscherausdehnung. Die Korrelation mit marinen Klimaarchiven und den nordeuropäischen Saale-Vereisungen liefert zudem wichtige Erkenntnisse zur Auswirkung globaler Klimaschwankungen auf terrestrische Umweltsysteme.



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