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Endbericht
Phasenübergänge sind ein derart alltäglicher und allgegenwärtiger Bestandteil unseres Lebens, dass man sich oft nicht mehr die Frage stellt, welche Prozesse für diese faszinierenden Phänomene eigentlich verantwortlich sind. Dennoch stellt die quantitative Beschreibung von Phasenübergängen für den Forscher eine schwierige Herausforderung dar. Ziel dieses Projektes war es, zur Entwicklung theoretischer Konzepte beizutragen, die eine verlässliche Vorhersage des Phasenverhaltens von Flüssigkeiten ermöglichen. Unsere Konzepte basieren auf der Statistischen Mechanik, wir betrachten also
das Problem vom mikroskopischen Standpunkt aus. Tatsächlich ist uns im
Rahmen dieses Projektes die Entwicklung geeigneter Methoden gelungen, die ein
wenig zum tieferen Verständnis dieser komplexen Phänomene beitragen.
Sie ermöglichen, für eine große Klasse einfacher Flüssigkeiten
das Phasendiagramm mit hoher Genauigkeit vorherzusagen; dies bezieht sich nicht
nur auf eine quantitative Bestimmung der Phasengrenzen sondern auch auf eine
verlässliche Beschreibung des kritischen Verhaltens. Insbesondere bei Zweikomponentenmischungen,
wo das Phasenverhalten im Vergleich zu
Einkomponentensystemen wesentlich komplexer ist, konnten wir einige kritische Im Laufe des Projektes wurden wir durch neue und überraschende Ergebnisse
aus dem Bereich der weichen Materie motiviert, unsere Erfahrungen und Methoden
auch in diesem hochaktuellen Gebiet anzuwenden. Neben atomaren Flüssigkeiten
haben wir somit auch kolloidale Dispersionen untersucht. Es handelt sich bei
diesen Systemen um mesoskopische Teilchen (wie z.B. Dendrimere, Polymere oder
Mikrogele), die eine komplexe, relativ lockere innere Struktur aufweisen und
die in einem mikroskopischen Lösungsmittel gelöst sind. Die Wechselwirkungen
dieser weichen Teilchen unterscheiden sich ganz deutlich von jenen der atomaren
('harten') Teilchen: insbesondere ist es bei weichen Teilchen möglich,
dass ihre Wechselwirkungen bei kleinen Abständen nur sehr schwach abstoßend
sind, was der Tatsache entspricht, dass sich diese stark überlappen oder
einander sogar durchdringen können. Dieser In unseren Arbeiten haben wir uns auf das Phasenverhalten weicher Materie kon-zentriert. Wir konnten an Modellsystemen zeigen, dass sich diese bei Druckanwendung ganz anders verhalten, als wir das von Systemen der harten Materie erwarten würden. So konnten wir für Mikrogele das s.g. Phänomen des 're-entrant melting' vorhersagen: bei steigendem Druck erstarrt vorerst das System, wird aber bei höheren Dichten wieder flüssig. Auch ein anderes, bislang weitgehend unerforschtes Phänomen, den s.g. 'clustering' Übergang, haben wir sehr intensiv untersucht: spezielle Systeme der weichen Materie beginnen unter Druck Klumpen ('cluster') zu bilden, die sich dann bei weiterer Kompression auf regelmäßigen Kristallgittern anordnen.
Die schier unerschöpflichen Möglichkeiten, die Eigenschaften derartiger
Systeme mittels geeigneter Synthese gezielt zu beeinflussen, lassen für
die Zukunft noch viele Überraschungen erwarten. Die im Rahmen dieses Projektes
erworbene Expertise wird es uns erlauben, in der Zukunft verstärkt auf
diesem spannenden Gebiet zu forschen.
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