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Endbericht
| Projektnummer |
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Wittgenstein - Preis
Z18
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| Titel |
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Diskurs, Politik, Identität |
| ProjektleiterIn |
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WODAK Ruth |
| Bewilligungsdatum |
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28.06.1996 |
| Universität / Forschungsstätte |
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Forschungsschwerpunkt ´Diskurs, Politik, Identität´, Österreichische Akademie der Wissenschaften |
| Gebiet(e) |
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| Keywords |
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ORGANIZATIONAL DISCOURSE, POLITICAL DISCOURSE, RECONTEXTUALIZATION IN DISCOURSE & TEXT, EUROPEAN UNION DECISIONMAKING, COLLECTIVE MEMORY, DISCURSIVE AND POLITICAL CHANGE |
| Homepage |
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http://www.oeaw.ac.at/wittgenstein
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Sechs Jahre Forschung rund um die Themenbereiche "Diskurs, Politik, Identität"
haben in vielerlei Hinsicht entscheidende Fortschritte und Innovationen im Bereich
der Diskursforschung gebracht.
Unsere Ausgangshypothese war, dass die vielfältigen Entwicklungen innerhalb
der EU zu großen Spannungen zwischen lokalen, regionalen, nationalen und
supranationalen Interessen und Identitäten führen, die sich sowohl auf
der strukturellen Makro- und Mikroebene der EU-Organisationen als auch im Bereich
nationaler und regionaler Institutionen manifestieren.
Momente dieser komplexen, spannungsgeladenen Veränderungen erfassten wir
methodisch mit einem interdisziplinär orientierten, triangulatorischen Ansatz,
der mehrere Öffentlichkeiten, Genres und Themen analytisch in den Blick nahm.
Wir entwickelten ein neues methodisches Instrumentarium, das unter anderem Konzepte
der Argumentationstheorie, Rhetorik und systemisch-funktionalen Linguistik fruchtbar
miteinander verband.
In unseren sieben interdisziplinären und komparativen Subprojekten untersuchten
wir ausgewählte Aspekte der erwähnten Entwicklungen. Empirische Daten
waren unter anderem ethnographische Beobachtungen, Interviews, Diskussionen in
EU-Gremien, Parlamentsdebatten, massenmediale Berichterstattungen, politische
Reden, Fokusgruppen, Policy Papers, Websites, Internetforen, visuelle Embleme
und Filme. Diese Daten analysierten wir auf eine Vielzahl von Dimensionen der
sozialen Inklusion und Exklusion im "neuen Europa" hin, wobei unser
hauptsächliches Forschungsinteresse Diskursen über Beschäftigungspolitik,
(Im)migration, Neutralität und NATO, Rechtspopulismus, (NS-)Vergangenheit,
die Erweiterung der EU und die politische Konstruktion europäischer Identitäten
auf höchster politischer Repräsentationsebene galt.
Auf der Grundlage eingehender Analysen schriftlicher, mündlicher und visueller
Daten konnten neue Erklärungen für aktuelle politische und soziale Wandlungsprozesse
in Europa, vor allem für qualitative Änderungen im Zusammenspiel von
Partizipation und Repräsentation in modernen Demokratien gefunden werden.
Insbesondere die Analyse der Debatten über eine europäische Wertegemeinschaft
zeigte, dass politische und kulturelle Werte in historischer Abhängigkeit
von unterschiedlichen nationalen Traditionen, Narrativen und Weltanschauungen
ausgehandelt werden. Darüber hinaus kommen in einer solchen Diskussion aber
auch transnationale Faktoren wie die Migration, die "Globalisierung"
und Fragen der Sicherheit zum Tragen. Im Einzelnen konnte in den Subprojekten
nachgezeichnet werden, wie die oft widersprüchliche und multiple Konstruktion
von Identitäten in unterschiedlichen sozialen Feldern erfolgt, wobei wir
neben ökonomischen Entwicklungen und Globalisierungsprozessen, einschließlich
der darauf bezogenen "Globalisierungsrhetorik", unter anderem die Mehrsprachigkeit
und die mit ihr befasste Sprachenpolitik, die Geschlechterproblematik (Stichwort:
Gender Mainstreaming), die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Medienlandschaften,
das spezifische historische und politische Erbe (und die damit in Zusammenhang
stehenden Demokratiekonzepte sowie die Ausbildung individueller und "kollektiver"
Gedächtnisse) als entscheidende Größen der Beeinflussung des gesellschaftlichen
Wandels berücksichtigen.
Auf der Basis der Ergebnisse unserer Studien wurden Beratungs- und Schulungsprogramme
für JuristInnen, DiplomatInnen, JournalistInnen, LehrerInnen, ÄrztInnen
und PolitikerInnen entwickelt, und Seminare für diese Zielgruppen erfolgreich
abgehalten. Insgesamt haben wir unsere Ergebnisse in etwa 40 Büchern und
Special Issues, sowie in etwa 200 Artikeln publiziert.
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Hinweis |
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Die Inhalte der Abstracts werden vom FWF nicht überarbeitet, die Verantwortung liegt bei der Verfasserin bzw. beim Verfasser. |
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