Antragseinreichung

Nach Einlangen eines Antrags im Büro des FWF wird dieser auf Vollständigkeit und das Vorhandensein formaler Mängel geprüft und mit einer Projektnummer in der EDV erfasst. Die AntragstellerInnen erhalten eine Antragsbestätigung. Der Antrag wird einer/einem ReferentIn und einer/einem StellvertreterIn zugeordnet. Dabei spielt das Forschungsgebiet (bzw. die Forschungsgebiete bei interdisziplinären Projekten) eine entscheidende Rolle. Allerdings wird streng auf mögliche Befangenheitsgründe geachtet.

Das Forschungs- und Technologieförderungsgesetz (FTFG) führt aus, dass die Angestellten des FWF und die Mitglieder der Organe zur gewissenhaften und unparteiischen Ausübung ihres Amtes verpflichtet sind. Sie haben sich bei Vorliegen eines Befangenheitsgrundes nach § 7 AVG jeglicher Tätigkeit zu enthalten und insbesondere an den Abstimmungen nicht teilzunehmen. Abgesehen von verschiedenen Verwandtschaftsverhältnissen, die in § 7 AVG angeführt sind, können auch sonstige wichtige Gründe vorliegen, die geeignet sind, die volle Unbefangenheit zweifelhaft erscheinen zu lassen, wenn nämlich ein Mitglied des Kuratoriums durch seine persönliche Beziehung zum Gegenstand der Beratung oder zu den AntragstellerInnen in seiner unparteiischen Haltung beeinflusst sein könnte. Das gilt auch dort, wo für außenstehende Dritte auch nur der Anschein einer Befangenheit entstehen könnte.

Wenn Anträge von Personen bzw. aus Instituten oder Arbeitsgruppen behandelt werden, zu denen ein spezielles berufliches oder privates Nahverhältnis besteht, darf das entsprechende Kuratoriumsmitglied an den Beratungen nicht teilnehmen und muss den Sitzungssaal für die Dauer der Diskussion verlassen. Im Speziellen gelten folgende Regeln der „institutionellen Befangenheit“, d.h.: Kuratoriumsmitglieder, die von einer solchen Institution (Organisationseinheit) kommen, gelten grundsätzlich für alle Anträge von Personen dieser Institution (Organisationseinheit) als befangen:

a) Organisationseinheiten, mit weniger als 900 wissenschaftliche MitarbeiterInnen (inklusive ProfessorInnen), bedingen eine institutionelle Befangenheit. Konkret sind folgende Universitäten nach dieser Regel zur Gänze von einer institutionellen Befangenheit betroffen:

  • Veterinärmedizinische Universität Wien,
  • Montanuniversität Leoben,
  • Universität für angewandte Kunst Wien,
  • Universität für Musik Wien, Universität Mozarteum Salzburg,
  • Universität für Musik Graz,
  • Universität für Kunst in Linz
  • die Akademie der bildenden Künste Wien.

b) Derzeit gibt es nur zwei Organisationseinheiten an Universitäten, die 900 oder mehr wissenschaftliche MitarbeiterInnen (inkl. ProfessorInnen) haben und somit keine automatische institutionelle Befangenheit bedingen:

  • Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien
  • Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Graz

Für ReferentInnen, StellvertreterInnen und FWF-MitarbeiterInnen gelten über eine institutionelle Befangenheit hinaus natürlich auch die gleichen Befangenheitsregeln wie für GutachterInnen (siehe Anhang).

Reicht ein Mitglied des FWF-Kuratoriums einen Antrag ein, wird dieser nicht von den jeweils regulär zuständigen wissenschaftlichen und administrativen ProjektbetreuerInnen bearbeitet. Während der Behandlung des Antrags im Kuratorium hat das antragstellende Kuratoriumsmitglied das Sitzungszimmer zu verlassen. Alle vorliegenden Gutachten werden i.d.R. allen Kuratoriumsmitgliedern zugänglich gemacht (Ausnahmen von der Regel müssen begründet werden).

 

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