Karl Sigmund

Forschungsgebiet
Spieltheorie

Forschungsstätte
Universität Wien, Fakultät für Mathematik

Akademische Position
Universitätsprofessor


In der Spieltheorie ist der "Endrundeneffekt" wohlbekannt. Wenn sich das Ende einer Wechselwirkung abzeichnet, wird die Versuchung, den Partner auszubeuten, sehr groß - denn der kann ja nicht mehr zurückschlagen! Ähnliches geschieht hier: das gängige Verlagswesen ist im Internetzeitalter obsolet geworden, traditionelle Rollenbilder (Elsevier war der Verlag von Galilei) können nicht mehr lange funktionieren, und das weiß jeder. Daher kommt es zu gelegentlich skandalösen, fast erpresserisch anmutenden Verhaltensweisen, die mich noch mehr irritieren würden, wäre ich nicht überzeugt, dass ihnen bestenfalls noch ein paar Jahre bleiben. Davon war ich allerdings schon vor einem Jahrzehnt überzeugt. Die Strukturen sind zäh! Es ist höchst erstaunlich, wie unterschiedlich hier die einzelnen Disziplinen reagieren. Vielleicht wird der erste Befreiungsschlag den Mathematikern gelingen. Aber der Schwanz kann nicht mit dem Hund wedeln. Der FWF muss aber alle Disziplinen vertreten, und zum gegenwärtigen Kompromisskurs in der Open Access Policy scheint es mir nicht viele Alternativen zu geben. Man wird sich vorderhand an "Author pays"-Modelle und "submission fees" gewöhnen müssen, mögen es auch ältere Jahrgänge (zu denen ich gehöre) als Zumutung empfinden, ja geradezu als zivilisatorischen Rückschritt. 

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