Giulio Superti-Furga

Forschungsgebiet
Molekulare Netzwerke und Systemmedizin

Forschungsstätte
CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Akademische Position
Direktor

Wichtige Preise oder Auszeichnungen
ERC Advanced Investigator Grant, EMBO Mitglied, Fellow der European Academy of Cancer Sciences, Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften, Österreicher des Jahres 2011 in der Kategorie Wissenschaft


Die Flut an Informationen und der Wissenszuwachs sind nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für die WissenschafterInnen selbst heutzutage kaum mehr zu bewältigen. Dabei könnte die Gesellschaft von einer strukturierten Wissensbündelung nur profitieren. Lässt man die wirtschaftlichen Eigeninteressen bestimmter Organisationen und Verlage beiseite, wird jedem einleuchten, dass der freie Informationsaustausch enormes Potential für eine kosteneffizientere und raschere Wissensgenerierung und Entwicklung im Bereich von Forschung und Wissenschaft mit sich bringt.

Ich bin deshalb für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, besonders wenn diese mit öffentlichen Mitteln, d.h. mit Steuergeldern, realisiert wurden, und für eine zentrale Datenbank zur Archivierung und somit besseren Verwaltung und Auffindbarkeit der Ergebnisse. Als ich im Jahr 2008 Editor von FEBS Letters war, wurden die ersten "structured digital abstracts" eingeführt, ein wichtiger Beitrag zu einer Demokratisierung des Informationsflusses und zur erleichterten Literaturrecherche.

In der Zwischenzeit ist PubMed Central eine hervorragende digitale Datenbank für wissenschaftliche Volltext-Artikel im Life Science Bereich und meiner Meinung auch ein wichtiger Schritt in Richtung Systembiologie- und Systemmedizin. Die Zusammenführung von Erkenntnissen aus verschiedenen Disziplinen trägt zur rascheren und besseren Lösung bestimmter medizinischer und biologischer Problemstellungen bei. Ein Model, das sicher auch auf andere Forschungsbereiche angewendet werden kann.

Durch die Open Access Initiative des Wissenschaftsfonds (FWF) zählt Österreich mit zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Wir sind erst am Anfang, und es gibt mit Sicherheit noch viel zu tun und natürlich auch zu bedenken. Ich bin aber davon überzeugt, dass es in ein paar Jahren selbstverständlich sein wird, dass WissenschaftlerInnen ihre Resultate - im Sinne ihrer Verantwortung dem Steuerzahler und der Steuerzahlerin gegenüber, für mehr Transparenz und einer gemeinsamen Strategie zur allgemeinen Wissensgenerierung und Bekämpfung bestimmter Missstände und Krankheiten - frei zugänglich machen.

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