Research Integrity & Research Ethics

Der FWF erweitert seine Politik zu Research Integrity & Research Ethics

In den Anträgen an den FWF sind alle potenziellen ethischen, sicherheitsrelevanten oder regulatorischen Aspekte des geplanten Forschungsvorhabens und der geplante Umgang damit in einem eigenen Absatz zu beschreiben. Insbesondere sollen der Nutzen und die Belastung durch die Experimente sowie die Auswirkungen, die diese auf die Untersuchungsobjekte haben, erläutert werden. Wenn keine ethischen Aspekte berücksichtigt werden müssen, ist dies ebenfalls kurz auszuführen.
Bei Antragsstellung und Projektdurchführung sind darüber hinaus die Richtlinien der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) zur guten wissenschaftlichen Praxis einzuhalten.

In den nächsten Jahren wird der FWF seine Politik zu Research Integrity & Research Ethics kontinuierlich ausbauen. Als weiterer Schritt in diese Richtung wurden nunmehr die Verfahren bei Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens erweitert und konkretisiert. Die Verfahren dienen einerseits dazu, tatsächliches Fehlverhalten nach klaren Regeln zu ahnden, andererseits sollen sie aber auch die WissenschaftlerInnen vor ungerechtfertigten Vorwürfen schützen.

FWF-Verfahren bei Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens(pdf, 50KB)

Weiterhin wird eine Statistik über Verdachtsfälle in anonymisierter Form publiziert und jährlich aktualisiert. Danach gab es vom 01.01.2008 bis 30.04.2018 insgesamt 30 Verdachtsfälle in Zusammenhang mit Personen, die Forschungsanträge an den FWF gestellt haben bzw. an ihnen beteiligt waren. In zehn Fällen konnte kein Fehlverhalten festgestellt werden. Zwei Fälle befinden sich in einem laufenden Verfahren. In 18 Fällen wurde ein wissenschaftliches Fehlverhalten identifiziert und es wurden, je nach Ausmaß des Fehlverhaltens, Sanktionen beschlossen. Diese reichen von Mahnbriefen, Aufforderung zu Korrekturen, Antragssperren beim FWF bis hin zu Projekteinstellungen und Mittelrückzahlungen.

So unerfreulich jeder Einzelfall wissenschaftlichen Fehlverhaltens ist, so deutlich muss hervorgehoben werden, dass sich die überwiegende Zahl der WissenschaftlerInnen an hohen ethischen Standards in der Forschung orientiert. So stehen den 18 sanktionierten Fällen mehr als 8.500 Personen gegenüber, die im Zeitraum 2008 bis 2018 einen Antrag beim FWF gestellt haben.

Statistik zu den Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens 2008–2018(pdf, 14.1KB)