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ESF
Die seit 1974 bestehende "European Science Foundation" (ESF)
ist die Dachorganisation von derzeit 77 Forschungsförderungs- und
Forschungsträgerorganisationen und Akademien aus 30 europäischen
Ländern. Ziel der ESF ist die europaweite koordinierte Zusammenarbeit
im Bereich der Forschungsförderung durch gemeinsame Aktivitäten
in Form von spezifischen Programmen (z.B. Netzwerkbildungen, transnationale
Forschungsförderprogramme, Workshops und Konferenzen..) sowie die
strategische Positionierung der Grundlagenforschung im europäischen
Kontext.
Instrumente und Programme der ESF
Die Förderinstrumente und Programme der ESF stehen ForscherInnen
aus den ESF Mitgliedsstaaten offen und werden entweder autonom durch die
ESF oder in enger Kooperation mit den Mitgliedsorganisationen und/oder
in Beauftragung durch die Europäische Kommission ausgeführt.
ForscherInnen außerhalb Europas können sich an spezifischen
Programmen und unter bestimmten Voraussetzungen beteiligen.
EUROCORES - European Collaborative Research Programmes
Die "European Collaborative Research Programmes" (EUROCORES)
sind thematisch fokussierte Forschungsprogramme der ESF, in deren Rahmen
transnationale Verbundprojekte "Collaborative Research Projects"
(CRPs) von mindestens 3 Partnern aus 3 verschiedenen Ländern eingereicht
werden können. Die Finanzierung der an einem Verbundprojekt beteiligten
Projektteile übernehmen die am EUROCORES teilnehmenden nationalen
Forschungsförderorganisationen basierend auf der Förderempfehlung
der ESF. Die Zahl der teilnehmenden Länder an einem EUROCORES variiert,
ein durchschnittliches EUROCORES involviert 9 - 20 Förderorganisationen,
10 - 20 CRPs und 40 - 80 IPs (Einzelprojekte).
Einmal pro Jahr (März bis Juni) werden WissenschafterInnen eingeladen,
Vorschläge über Forschungsthemen bei der ESF einzureichen (sog.
"Theme Proposals"). Nach Begutachtung durch die ESF entscheiden
die ESF Mitgliedsorganisationen "à la carte" über
eine Beteiligung an den Programmvorschlägen. Erfolgreiche Programmvorschläge
mit ausreichender Unterstützung durch die Mitgliedsorganisationen
werden gemeinsam mit der ESF als "European Collaborative Research
Programmes" (EUROCORES) implementiert und durchgeführt. Pro
Jahr werden 5 bis 6 neue EUROCORES Programme gestartet, mit einer Laufzeit
von jeweils ca. 3 bis 5 Jahren.
Im Rahmen eines EUROCORES Programms werden i.d.R. zweistufige Ausschreibungen
(Konzept- und Vollantragsphase) zur Einreichung von transnationalen Verbundprojekten
(CRPs - Collaborative Research Projects) veröffentlicht, wobei der
"Call for Outline Proposals" üblicherweise im März
d. J. startet.
Nähere Information: www.esf.org/eurocores
Research Networking Programmes
Die "Research Networking Programmes" der ESF zielen auf den
Aufbau von europäischen Netzwerken und umfassen längerfristige
(Laufzeit ca. 4 - 5 Jahre) Aktivitäten zu spezifischen Themen. Durch
diese Programme werden in der Regel national finanzierte Forschungsprojekte
aus durchschnittlich 12 Ländern vernetzt. Im Rahmen der Research
Networking Programmes können Konferenzen, Workshops, die Vergabe
von Stipendien, Publikationen, wissenschaftliche Datenbanken von europäischer
Dimension, gemeinsame Benutzung von Ressourcen und Infrastrukturen etc.
durchgeführt werden. Einmal pro Jahr (Juli bis Oktober) können
neue Programmvorschläge bei der ESF eingereicht werden. Die Finanzierung
der Programme (durchschnittlich 120.000 pro Jahr) erfolgt aus Mitteln
der ESF Mitgliedsorganisationen. Über eine Beteiligung Österreichs
entscheidet der FWF basierend auf einer Evaluation der wissenschaftlichen
Qualität und der Bedeutung für die scientific community.
Nähere Information: www.esf.org/programmes
Research Conferences
Die "Research Conferences" werden von der ESF in Kooperation
mit internationalen Partnerorganisationen durchgeführt und finanziert.
Das Konferenzschema bietet weltweit führenden WissenschafterInnen
sowie JungforscherInnen ein Forum zur Diskussion der aktuellen Entwicklungen
in ihren jeweiligen Forschungsbereichen. Die Konferenzen dauern vier bis
fünf Tage und werden von bis zu 150 TeilnehmerInnen besucht. Die
Kosten der Teilnahme können auf Antrag (3 - 4 Monate vorher) gefördert
werden.
Nähere Information: www.esf.org/conferences
Exploratory Workshops
Die "Exploratory Workshops" ermöglichen Wissenschaftlern
aus Europa den Austausch von Know-how sowie die Intensivierung transnationaler
und interdisziplinärer Kooperation in Themenbereichen, die als besonders
prioritär identifiziert wurden. Die Workshops dauern ein bis drei
Tage und haben zum Ziel, vor allem kleine Gruppen von ForscherInnen (ca.
30 TeilnehmerInnen) zu fördern, damit neue Forschungsvorhaben entwickelt
oder gemeinsame Anträge gestellt werden können. Die ESF unterstützt
jährlich ca. 50 Exploratory Workshops in allen Fachdisziplinen (max.
15.000 EUR pro Workshop). Einmal pro Jahr (März) gibt es eine Ausschreibung
zur Einreichung neuer Vorschläge.
Nähere Information: www.esf.org/exploratory-workshops
Forward Looks
Die "Forward Looks" sind ein strategisches Instrument der ESF,
das ForscherInnen und EntscheidungsträgerInnen der ESF Mitgliedsorganisationen
sowie der EU zur Entwicklung mittel- bis langfristiger Ausblicke auf potentielle
nationale und europäische Forschungsfelder dient. Themen für
Forward Looks sollen vor allem von den ESF Mitgliedsorganisationen vorgeschlagen
werden. Im Rahmen der Forward Looks (drei bis fünf pro Jahr) werden
Konferenzen über jeweils zwei bis drei Tage abgehalten sowie Reports
und Aktionspläne veröffentlicht.
Nähere Information: www.esf.org/flooks
Member Organisations Fora
Die "Member Organisations Fora" dienen als Plattform für
gemeinsame strategische Aktivitäten der ESF und ihren Mitgliedsorganisationen
zu wichtigen Themen wie Peer Review, Research Careers, Policies and Procedures
to improve access to publicly funded research data etc.
Nähere Information: www.esf.org/activities/mo-fora.html
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