Der FWF schreibt mit Unterstützung der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung ein Pilotprogramm zum Thema offene Forschungsdaten (Open Research Data - ORD) aus, für das ab Mitte Jänner 2016 Konzeptanträge („Letter of Interest“) eingereicht werden können.

Es sollen Rollenmodelle geschaffen und Erfahrungen im Bereich Forschungsdaten gesammelt werden, um deren freien Zugang im Sinne von Open Science zukünftig in allen FWF-Projekten zur Norm werden zu lassen:

  • Voraussetzung ist, dass die Forschungsdaten nachweislich aus bewilligten FWF-Projekten der letzten fünf Jahren hervorgegangen sind (beendete oder laufende Projekte, die nach dem 1.1.2010 bewilligt wurden). Eine Person kann jeweils nur einen Antrag einreichen.
  • Eingereicht werden können Pilotprojekte aller Fachdisziplinen nach dem Muster der Einzelprojekte über max. zwei Jahre bis EUR 250.000, die die Analyse, Pflege oder Aktualisierung von Forschungsdaten zum Ziel haben.
  • Als Forschungsdaten sind solche Materialien definiert, „die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben z.B. durch Digitalisierung, Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen oder Befragungen entstehen1“ . Das beinhaltet auch Software.
  • Die Forschungsdaten müssen (1) nach den neuesten technischen Standards, (2) frei zugänglich (Open Access), (3) reproduzierbar, (4) maschinenlesbar, (5) zitierfähig sowie unter (6) Verwendung möglichst offener Lizenzen zur uneingeschränkten Weiterverwendung (7) in registrierten Repositorien publiziert werden.

Mitte Jänner 2016 erfolgt die Ausschreibung für einen „Letter of Interest“. Einreichschluss ist Mitte März. Anschließend folgt Anfang Mai die Einladung zu einem Vollantrag an die besten „Letters of Interest“, der bis Anfang Juli eingereicht werden muss. Schließlich wird eine internationale Begutachtung nach den üblichen Kriterien des FWF durchgeführt. Mit einer Entscheidung ist Anfang März 2017 zu rechnen.

Ansprechperson: Falk Reckling


Kleinere Projekte dieser Art, auch unabhängig von bisherigen FWF-Förderungen, können im Programm Selbstständige Publikationen eingereicht werden. Das Programm fördert ab 2016 mit einer Pauschalsumme bis zu EUR 50.000 für innovative und offene digitale Publikationsformate wie u.a. Apps, Wiki-Modelle, wissenschaftlich kommentierte Datenbanken und durch verschiedene Medien (Audio, Video, Animationen u.a.) angereicherte webbasierte Publikationen.

Ansprechperson: Doris Haslinger

 

Informationsquellen
NISO: http://www.niso.org/publications/press/researchdata/
Digital Curation Center: http://www.dcc.ac.uk/resources/how-guides
Registry of Research Data Repositories: http://www.re3data.org/

1 Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen.

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