Nach Ablauf des rund zehn Wochen umfassenden Bewerbungszeitraums endete Anfang dieser Woche die Ausschreibungsfrist für das Amt der Präsidentin bzw. des Präsidenten des Wissenschaftsfonds FWF. Zur Bewerbung aufgerufen waren Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, welche die anspruchsvollen Anforderungen, die an die bzw. den Präsident/in gestellt werden, optimal erfüllen und meistern können. Nach der Novelle des Forschungs- und Technologieförderungsgesetzes FTFG obliegt es erstmals der Delegiertenversammlung des FWF, die erste von insgesamt zwei Stufen des Auswahlverfahrens zu koordinieren und durchzuführen.

Insgesamt bewarben sich 18 Personen um den Chefposten beim FWF, davon fünf Frauen und 13 Männer. Aus dem Ausland erreichten den FWF vier Bewerbungen aus Deutschland und zwei aus der Schweiz.

„Die Bewerberlage für das Amt der FWF-Präsidentin bzw. des FWF-Präsidenten ist erfreulich gut“, so der Vorsitzende der FWF-Delegiertenversammlung Josef Glößl in einer ersten Analyse. „Das hohe Interesse aus der Wissenschaftsszene für die FWF-Präsidentschaft widerspiegelt die fundamentale Bedeutung des FWF für die Forschungsförderung in Österreich und zeigt auch den exzellenten internationalen Ruf des FWF als Förderungsinstitution mit höchsten Qualitätsstandards in seinen Programmen zur Förderung der Grundlagenforschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses“, so Glößl weiter.

Nach erfolgter Ausschreibung ist es nun Aufgabe der Delegiertenversammlung, aus den Bewerbungen jene Kandidatinnen und Kandidaten auszuwählen, welche zu einem Ende April stattfindenden Hearing vor dem Gremium eingeladen werden. Im Anschluss an das Hearing werden von der Delegiertenversammlung jene drei Persönlichkeiten ausgewählt, welche dem FWF-Aufsichtsrat zur Wahl vorgeschlagen werden.

Bevor sich diese drei ausgewählten Personen dem Aufsichtsrat in einem weiteren Hearing präsentieren, müssen sich die Kandidatinnen und Kandidaten ihr Vizepräsidiums-Team zusammenstellen. Bei der Wahl durch den FWF-Aufsichtsrat, welche voraussichtlich im Mai 2016 stattfinden wird, tritt die bzw. der Kandidat/in dann gemeinsam mit ihrem bzw. seinem Team an. Spätester Amtsantritt des neuen Präsidiums ist der 1. September 2016.

Ausschreibung

Die Ausschreibung der Stelle der bzw. des Präsident/in wurde in relevanten nationalen und internationalen Print- und Onlinemedien Ende Dezember 2015 publiziert, Ausschreibungsdeadline war Ende Februar 2016.

Folgende Aufgaben wurden dabei seitens des Aufsichtsrates in Abstimmung mit der Delegiertenversammlung für die Position definiert:

  • Führung und Vertretung des FWF nach außen sowie Koordination der Aktivitäten des FWF
  • Strategische Ausrichtung, Entwicklung und Weiterentwicklung der Förderungsprogramme
  • Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern der österreichischen und europäischen Forschungspolitik zur adäquaten Sicherung der Ressourcen für die Erfüllung der Aufgaben und Erreichung der Ziele des FWF
  • Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland
  • Repräsentation des FWF auf nationaler und internationaler Ebene
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung sowie der Entwicklung und Erschließung der Künste und ihrer Förderung


Das Profil der bzw. des künftigen Präsident/in liest sich wie folgt:

  • Hervorragender internationaler Ruf als Forscherin/Forscher mit breitem wissenschaftlichen Überblick
  • Langjährige Erfahrung in der Leitung von Organisationen und Führungskompetenz im Wissenschaftsbereich
  • Gute Kenntnisse der internationalen und nationalen Forschungslandschaft
  • Erfahrung und Kompetenz in der Wissenschaftspolitik
  • Dialogfähigkeit und Verhandlungsgeschick


Nach dem neuen FTFG ist die Position der bzw. des FWF-Präsident/in kein Ehrenamt mehr, sondern ein hauptamtliche Tätigkeit. Die Funktionsperiode beträgt vier Jahre, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.

Der Wissenschaftsfonds FWF

Der FWF ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung und konzentriert sich auf den Gewinn, die Erweiterung sowie die Vertiefung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Der FWF behandelt alle Wissenschaftsdisziplinen gleich, Förderungen werden nach dem Wettbewerbsprinzip durch internationale Begutachtung ausschließlich anhand ihrer wissenschaftlichen Qualität entschieden. FWF-geförderte Projekte verfolgen als weiteres Ziel die qualitative und quantitative Ausweitung des Forschungspotenzials nach dem Prinzip „Ausbildung durch Forschung“.

Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist dem FWF ein besonderes Anliegen, wobei insbesondere die Akzeptanz von Wissenschaft gefestigt werden soll. Auf diese Weise leistet der FWF einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung, zum Ausbau der wissensbasierten Gesellschaft und damit zur Steigerung von Wertschöpfung und Wohlstand in Österreich.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

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