Klement Tockner Leopoldina Markus Scholz
Klement Tockner © Leopoldina / Markus Scholz

Der Direktor des deutschen Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei wurde vom FWF-Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 17. Mai 2016 für vier Jahre gewählt.

Klement Tockner, Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie Professor für Aquatische Ökologie an der Freien Universität Berlin ist der neue Präsident des Wissenschaftsfonds FWF. Er wurde heute nach einem Hearing vom Aufsichtsrat des FWF gewählt. Mit ihm wurde auch sein wissenschaftliches Vizepräsidiumsteam gewählt, es besteht aus Ellen L. Zechner von der Universität Graz (Fachbereich Biologie und Medizin), Gregor Weihs von der Universität Innsbruck (Fachbereich Naturwissenschaften und Technik) sowie Gerlinde Mautner von der Wirtschaftsuniversität Wien (Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften).

„Ich gratuliere Klement Tockner im Namen des gesamten Aufsichtsrats zu seiner Wahl sehr herzlich“, so FWF-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Sünkel, und weiter: „Professor Tockner übernimmt den FWF in Zeiten großer Herausforderungen, welche es nun mit hoher Professionalität und starkem Engagement zu meistern gilt. Der Aufsichtsrat sieht diese Attribute in seiner Person auf optimale Weise vereint und blickt einer konstruktiven Zusammenarbeit erwartungsvoll entgegen.“

Der Wahl von Klement Tockner vorangegangen war ein mehrstufiges Auswahlverfahren: zunächst wurden aus 18 Bewerberinnen und Bewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sechs Personen von der Delegiertenversammlung zu einem Hearing eingeladen, auf dessen Basis dieses FWF-Gremium einen Dreiervorschlag erstellte, welcher dem Aufsichtsrat des FWF vorgelegt wurde. Der Aufsichtsrat lud dann zum finalen Hearing vor das zehnköpfige Gremium, im Rahmen dessen die drei Kandidaten Gabriele Anderst-Kotsis, Walter Berka und Klement Tockner auch ihr wissenschaftliches Vizepräsidiumsteam zu präsentieren hatten.

„Ich danke dem Aufsichtsrat für sein Vertrauen in meine Person“, so Klement Tockner in einer ersten Reaktion nach seiner Wahl zum neuen FWF-Präsidenten. „Nun gilt es, sich den Herausforderungen, denen der FWF gegenübersteht, zu stellen und die Zukunft des FWF gemeinsam zu gestalten. Um in Österreich wissenschaftliche Exzellenz mit Zukunft noch sichtbarer und wirksamer als bisher zu entwickeln, muss der Wissenschaftsfonds ideell und materiell erheblich gestärkt werden. Das sehe ich als meinen Auftrag“, so Tockner abschließend.

Die Wahl des neuen FWF-Präsidiums erfolgte nach dem zum 1. Oktober 2015 novellierten Forschungs- und Technologieförderungsgesetz (FTFG). Es sieht den Amtsantritt des Präsidiums spätestens zum 1. September 2016 vor. Zuvor erfolgt noch am 4. Juli die Bestellung der kaufmännischen Vizepräsidentin bzw. des kaufmännischen Vizepräsidenten durch den FWF-Aufsichtsrat, womit das Präsidiumsteam dann komplettiert ist.


Das wissenschaftliche Präsidium des FWF

FWF-Präsident Klement Tockner
Der Biologe und Gewässerökologe Klement Tockner ist seit 2007 Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sowie Professor für Aquatische Ökologie der Freien Universität Berlin. Tockner studierte Zoologie und Botanik an der Universität Wien und promovierte 1993 ebendort. Nach Stationen in Ruanda, Uganda, Japan, Italien, in der Schweiz und den USA war er zunächst ab 2005 Titularprofessor an der ETH Zürich in der Schweiz, ehe er 2007 dem Ruf als Professor für Aquatische Ökologie an die Freie Universität Berlin folgte und zugleich die Leitung des IGB übernahm. Im Jahr 2012 wurde Klement Tockner korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, im Jahr 2015 wurde er als neues Mitglied in die deutsche Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Als aktives Mitglied in Gremien und Beiräten berät Klement Tockner weltweit wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungsprogramme in deren strategischer Weiterentwicklung. Hierzu gehören unter anderem die Deutsche Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz (BFG), das katalanische Wasserforschungsinstitut ICRA, das griechische Wasserforschungsinstitut HCMR und das nationale japanische Umweltforschungsinstitut NIES.

FWF-Vizepräsidentin Ellen L. Zechner (Fachbereich Biologie und Medizin)
Die Molekularbiologin Ellen L. Zechner ist seit 2001 außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz. Nach ihrem Ph.D Abschluss in Molekularbiologie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City, ging sie als Post-Doctoral Fellow an das damalige Institut für Mikrobiologie der Universität Graz. Von 1994 an war Zechner zunächst Universitätsassistentin und, nach ihrer Habilitation in „Molekularer Mikrobiologie“ im Jahr 2001, ao. Universitätsprofessorin. Ihr primäres Forschungsinteresse gilt den molekularen Mechanismen bakterieller Infektionen. Auslandsaufenthalte an verschiedenen Forschungsstätten, wie Harvard University, Rockefeller University, oder dem Max-Planck Institut für Genetik in Dahlem runden ihre reiche internationale Erfahrung ab. Ellen Zechner ist seit 2005 Sprecherin des FWF-Doktoratkollegs „Molecular Enzymology“ und seit 2011 Referentin im Kuratorium des FWF, zuständig für den Bereich Genetik, Mikrobiologie und Biotechnologie. Seit 2015 ist sie Vizedekanin der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz.

FWF-Vizepräsident Gregor Weihs (Fachbereich Naturwissenschaften und Technik)
Gregor Weihs ist seit 2008 Professor für Photonik und seit 2012 Leiter des Instituts für Experimentalphysik der Universität Innsbruck. Nach seiner Promotion sub auspiciis praesidentis an der Universität Wien war er Consulting Assistant Professor an der Stanford University und Research Fellow an der Universität Tokyo. 2005 wurde er Associate Professor am Institute for Quantum Computing der University of Waterloo, Kanada, wo er den Canada Research Chair in Quantum Photonics innehatte. Er ist Mitglied der Jungen Kurie (ÖAW), Fellow im Quantum Information Processing Programm des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) und erhielt 2010 einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC).

FWF-Vizepräsidentin Gerlinde Mautner (Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften)
Die Sprachwissenschafterin Gerlinde Mautner ist seit 2000 als ordentliche Professorin am Institut für Englische Wirtschaftskommunikation der Wirtschaftsuniversität Wien tätig; seit 2005 auch als dessen Leiterin. Seit 2014 ist sie zudem Honorary Visiting Professor an der Cass Business School der City University London. Sie wurde 1993 sub auspiciis praesidentis an der Universität Wien promoviert und habilitierte sich 1997 an der WU in anglistischer Linguistik. Regelmäßige längere Forschungsaufenthalte führten sie an die Universitäten von Birmingham, Lancaster, Cardiff und Sussex sowie an das King’s College London und Queen Mary, University of London. Von 1998 bis 2002 war sie Vizerektorin für Internationale Beziehungen an der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Kuratorium des FWF ist sie seit 2008 für den Bereich Literatur- und Sprachwissenschaften zuständig.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

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