Am 23. Juni diesen Jahres wäre Kurt Komarek 90 Jahre alt geworden. 1926 in Wien geboren, studierte er – mit kriegsbedingter Unterbrechung – an der Universität Wien Chemie. Nach seiner Promotion 1950 arbeitete er zwei Jahre bei den Treibacher Chemischen Werken in Kärnten und ebenso lange als Assistent an der Technischen Universität Wien, ehe er in die USA ging, wo er ab 1955 an der New York University lehrte und forschte.

1966 wurde er als Professor für anorganische Chemie an die Universität Wien berufen, diesen Lehrstuhl hatte er bis zu seiner Emeritierung 1994 inne. Von 1977 bis 1979 war Kurt Komarek Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz.

Kurt Komarek war seit 1978 wirkliches Mitglied der ÖAW. 1981 erhielt er den Erwin Schrödinger Preis, 1983 den Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften und 2006 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Kurt Komarek übernahm 1982 die Präsidentschaft des Wissenschaftsfonds FWF von Hans Tuppy und hatte die Funktion bis 1991 inne. Während seiner Präsidentschaft wurde das internationale Peer-Review-Verfahren zur Begutachtung von Projektanträgen maßgeblich ausgebaut. Die Internationalisierung war eines seiner zentralen Leitmotive, so auch bei der Etablierung der ersten Kooperationen im D-A-CH-Raum, mit den USA, China und Israel. In seine Zeit fiel unter anderem der Startschuss für das Erwin-Schrödinger-Auslandstipendium des FWF, welches in Folge für zahlreiche hochkarätige Wissenschafterinnen und Wissenschafter das Sprungbrett ihrer wissenschaftlichen Karriere werden sollte.

Kurt Komarek leitete den FWF mit kollegialer Wertschätzung, hohem Engagement und strategischem Weitblick. Er war maßgeblich an der Entwicklung des FWF zu einem modernen, an internationalen Qualitätsmaßstäben orientierten Wissenschaftsfonds beteiligt.

In der Festschrift zum 40-jährigen Jubiläum des FWF bezeichnete Kurt Komarek seine drei vollen Amtsperioden beim FWF von 1982 bis 1991 als die für ihn persönlich zu seinen wichtigsten Lebensabschnitten zählende Zeit. Er äußerte in diesem Zusammenhang einen Wunsch: die Autonomie des FWF möge unter allen Umständen erhalten bleiben.

Der FWF trauert um seinen ehemaligen, hoch angesehenen Präsidenten. Das Mitgefühl gilt seiner Familie.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

Zurück zur Übersicht