Der vom Verein der metallerzeugenden und -verarbeitenden Industrie ASMET gestiftete und in Kooperation mit dem Wissenschaftsfonds FWF vergebene "ASMET-Preis" ist am 21. Februar 2017 erstmals verliehen worden. Zwei Projekte aus dem Bereich Grundlagenforschung von in der Steiermark tätigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern erhalten jeweils 300.000 Euro. Der Preis soll im kommenden Jahr erneut ausgeschrieben werden.

Einen der beiden Preise erhält die Werkstoffforscherin Maria Cecilia Poletti vom Institut für Werkstoffkunde, Fügetechnik und Umformtechnik an der Technischen Universität (TU) Graz. Die gebürtige Argentinierin beschäftigt sich in ihrem Projekt mit dem Problem, dass sich Metalle bei thermomechanischen Prozessen wie Walzen oder Schmieden nicht überall gleichmäßig verformen. Sie will für Titan- und Aluminiumlegierungen ein Modell entwickeln, um solche Prozesse zu optimieren.

Titan- und Aluminiumlegierungen im Fokus

Auch das zweite ausgezeichnete Projekt von David Holec vom Department für Metallkunde und Werkstoffprüfung der Montanuniversität Leoben und Jürgen Spitaler vom Materials Center Leoben beschäftigt sich mit Titan- und Aluminiumlegierungen, aus denen etwa Bauteile für Flugzeugtriebwerke hergestellt werden. Sie arbeiten an Modellen, um die möglichen unterschiedlichen Anordnungen der Atome in solchen Legierungen, die über ihre Eigenschaften entscheiden, zu berechnen.

Für ASMET-Präsident und voestalpine-Vorstandsmitglied Franz Rotter sind die metallerzeugenden und -verarbeitenden Unternehmen „das Rückgrat der technologischen Industrie in Österreich“. Um das hohe technologische Niveau zu halten, sei Forschung und Entwicklung (F&E) notwendig. Das Problem sei, dass man sich in der Unternehmensforschung primär auf evolutionäre Entwicklung konzentriere und damit nicht disruptiv die bestehende Systemlandschaft verlasse. „Man macht etwas anders, aber nicht etwas Anderes - dafür braucht es die Grundlagenforschung“, begründete Rotter das Engagement der ASMET (Austrian Society for Metallurgy and Materials) für den Preis.

Rotter hofft, dass der – aus Überschüssen von den zahlreichen technologieorientierten ASMET-Tagungen finanzierte – Preis Signalwirkung hat und auch andere Akteurinnen und Akteure außerhalb der Metallbranche dem Beispiel folgen und gemeinsam mit dem FWF Projekte initiieren. Für FWF-Präsident Klement Tockner hat die Auszeichnung hohe Sichtbarkeit und Reputation, die gemeinsame Initiative habe geholfen, Potenziale zu heben. Die Weiterführung – die nächste Ausschreibung soll 2018 erfolgen – sei ein Vertrauensbeweis in den FWF und seine Qualitätsstandards, so Tockner.

Forschung & Entwicklung in Balance

Tockner betonte auch die Notwendigkeit einer guten Balance zwischen Forschung und Entwicklung: „Wenn man den Entwicklungsbereich fördert – Stichwort: Erhöhung der Forschungsprämie  – muss man auch entsprechend in den Forschungsbereich investieren, damit es nicht zu einer Schieflage kommt“, so der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF.

Der ASMET-Preis ist die vierte Initiative, in der private Mittel in Kooperation mit dem FWF für Grundlagenforschungsprojekte vergeben werden. Über diese Stiftungsvereinbarungen werden jährlich rund 1,6 Millionen Euro an Projekte vergeben. Mittelfristig will der Wissenschaftsfonds diese Initiativen in einer FWF-Stiftung bündeln. „Wir wollen damit die Entwicklung einer Kultur fördern und Synergien zwischen privaten und öffentlichen Mitteln schaffen“, so Tockner, für den private Mittel aber „immer ein Add-on und kein Ersatz für öffentliche Mittel sein können“.

(APA/FWF)


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ASMET-Forschungspreis

ASMET The Austrian Society for Metallurgy and Materials

Kontakt:

Marc Seumenicht
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

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