Der offene Zugang zu Forschungsdaten ist die Bedingung, dass wissenschaftliche Resultate reproduziert, verifiziert, falsifiziert und für wissenschaftliche oder praktische Anwendungen weiterverwendet werden können. Daher hat der FWF mit Unterstützung durch die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung das Pilotprogramm Open Research Data (ORD) initiiert, das Rollenmodelle für den freien Zugang zu Forschungsdaten nach neuesten technischen Standards im digitalen Zeitalter schaffen soll.

Offene Forschungsdaten sind Materialien, die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben durch Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen, Ausgrabungen, Befragungen oder Softwareentwicklungen entstehen und gemäß den FAIR Data Principles auffindbar, frei zugänglich, kompatibel und wiederverwendbar zur Verfügung gestellt werden.

Im Jänner 2016 hatte der FWF zur Einreichung von Interessensbekundungen für das Pilotprogramm eingeladen. Insgesamt wurden 48 Letter of Interest (LoI) eingereicht. Basierend auf der Entscheidung des FWF-Kuratoriums wurden im Mai 2016 47 LoIs von diesen zur Einreichung eines Vollantrags eingeladen. Bis zur Deadline im Juli 2016 trafen beim FWF 41 Vollanträge ein. Davon waren 19 den Geistes- und Sozialwissenschaften und jeweils elf den Naturwissenschaften und den Lebenswissenschaften zuzurechnen. Auf Basis einer internationalen Begutachtung nach den hohen Qualitätsstandards des FWF konnten zwölf Projekte gefördert werden:

Liste der Projekte

Insbesondere der hohe Anteil von Projekten aus den Geisteswissenschaften ist bemerkenswert.

Auf Basis dieser Erfahrungen wird der FWF in den nächsten Monaten Richtlinien implementieren, um den offenen Zugang zu Forschungsdaten in alle Programmschienen zu fördern. Darüber hinaus ist mit dem Programm Synthese-Netzwerke eine Initiative geplant, die internationalen Projekten die Zusammenführung, Bearbeitung und Analyse großer Datenbestände zu Fragen von hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz ermöglichen soll.

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