Die Landeshauptleute von Tirol, Südtirol und Trentino haben im Rahmen der Vorstandssitzung am 12. Oktober die dritte Ausschreibung des Euregio-Wissenschaftsfonds genehmigt. Die mit 3,2 Millionen Euro dotierte Ausschreibung richtet sich vor allem an mehrjährige Verbundforschungsprojekte, die alle drei Forschungsstandorte der Europaregion einbinden, unabhängig von der Fachrichtung. Am 2. und 3. November 2017 werden die Expertinnen des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) direkt in Bozen und Trient über die Ausschreibung informieren.

"Wenn wir die Europaregion weiterbringen wollen, dann brauchen die Euregio-Projekte Substanz. Mit dem Wissenschaftsfonds machen wir den Mehrwert der Europaregion auch in der Forschung spürbar und bieten eine echte Perspektive für Fortschritt, Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit", so die Landeshauptleute Günther Platter, Arno Kompatscher und Ugo Rossi zum Euregio-Wissenschaftsfonds.

Der Euregio-Wissenschaftsfonds wurde 2014 als Leuchtturmprojekt der Europaregion ins Leben gerufen; mit über 70 Einreichungen verliefen die ersten beiden Ausschreibungen sehr erfolgreich. Schließlich wurden insgesamt über 2,3 Millionen Euro an acht ausgewählte, grenzüberschreitende Projekte ausgeschüttet, mit denen 24 neue Arbeitsplätze für Euregio-Forschende geschaffen wurden.

Bei der dritten Ausschreibung wird die Europaregion wieder vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) unterstützt. Dieser ist für die Begutachtung der Anträge zuständig und wickelt auch die Tiroler Programmteile ab. "Die Euregio-Ausschreibung ist eine Bereicherung für die Forschungslandschaft in Tirol und eine großartige Chance, grenzüberschreitend gemeinsame Forschungsthemen zu bearbeiten", ist Tirols Wissenschaftslandesrat und Mitglied des Euregio-Wissenschaftsbeirats, Bernhard Tilg, überzeugt.

Die aktuelle Ausschreibung des Euregio-Wissenschaftsfonds richtet sich an alle Forschungseinrichtungen in Tirol, Südtirol und dem Trentino, deren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein gemeinsames Projekt im Bereich der Grundlagenforschung umsetzen wollen. Verbundforschungsprojekte mit einem gemeinsamen Forschungsziel und gemeinsamer Durchführung stehen somit im Brennpunkt. Die Projektdauer wird mit zwei bis drei Jahren vorgegeben, das Projektvolumen mit 250.000 bis 500.000 Euro.

Die Förderungsempfehlung wird vom Euregio-Wissenschaftsbeirat auf Grundlage der internationalen Evaluierung durch den FWF getroffen. Wichtigstes Kriterium ist das wissenschaftliche Niveau der Projekte. So sollen nur exzellente oder zumindest sehr gute Projekte gefördert werden. Wenn mehrere Projekte die gleiche wissenschaftliche Qualität (exzellent/sehr gut) aufweisen, dann erhalten jene Projekte den Vorzug, die alle drei Wissenschaftsstandorte Tirol, Südtirol und Trentino einbeziehen. Schließlich stellt die Ausschreibung auch sicher, dass bei Erfüllung der wissenschaftlichen Evaluierungsstandards zumindest je ein Projekt aus den Forschungskreisen Naturwissenschaften-Technik-Medizin und Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften zur Förderung empfohlen wird.

Erstmals organisiert das gemeinsame Büro der Europaregion in Zusammenarbeit mit dem FWF Informationstage in Bozen (2.11.) und Trient (3.11.). Damit haben interessierte Forscherinnen und Forscher die Chance, sich aus erster Hand über die wissenschaftlichen und organisatorischen Standards zu informieren. Im Rahmen der Informationstage bietet der FWF für Personen, die ihren Antrag nochmals einreichen möchten auch Einzelberatungen an, bei der ganz spezifische Fragen direkt abgeklärt werden können.

Ausschreibungsschluss der dritten Ausschreibung ist der 28. Februar 2018 um 16 Uhr. Anmeldung zu den Informationstagen und weiterführende Informationen zur Ausschreibung unter www.europaregion.info/research.

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