Mit den „Forschungsgruppen“ fördert der Wissenschaftsfonds FWF die standort-unabhängige Vernetzung von Forscherinnen und Forschern und schließt somit eine Lücke im Förderungsportfolio zwischen Einzelprojekten und Spezialforschungsbereichen. Die Basis dazu bilden innovative, inter- oder multidisziplinäre Fragestellungen in allen Wissenschaftsdisziplinen, insbesondere auch den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. 6,2 Millionen Euro stehen in der Pilotphase für Forschungsgruppen zur Verfügung.

Mittelfristige, bundesweite Kooperationen, Innovation, Inter- und Multidisziplinarität sowie die Einbindung von Nachwuchs- und internationalen Forschenden sind die Eckpunkte von Forschungsgruppen. Dafür wurden von der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung vorerst 6,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die erste Ausschreibung für etwa vier zu fördernde Forschungsgruppen wird im Frühjahr 2018 erfolgen (Deadline der Einreichung 30.September 2018).

Stärkung des Wissenschaftsstandortes Österreich

„Die ‚Forschungsgruppen‘ schließen eine deutliche Lücke in der österreichischen Forschungslandschaft“, erklärt FWF-Präsident Klement Tockner. „Es freut mich, dass es uns gelungen ist, hier eine neue Option zu eröffnen, um das Synergiepotential an kleineren Standorten bzw. von Wissenschaftsdisziplinen, die vorrangig in zahlenmäßig kleineren Formaten kooperieren, nachhaltig zu unterstützen. Die Programmvorgabe zur Entwicklung einer  Internationalisierungsstrategie unterstützt die Sichtbarkeit der Forschungsgruppen zusätzlich und verstärkt damit auch den Blick nach außen.“

Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses und mögliche Strukturbildung

In einer Forschungsgruppe können drei bis fünf herausragende Forscherinnen und Forscher  zusammenarbeiten. Ziel ist die Forschung an mittelfristigen (bis zu 5 Jahren), komplexen Forschungsfragen, die ein Zusammenwirken unterschiedlicher Expertisen und innovative Forschungsansätze erfordern. Die Zusammenarbeit in gemischten Teams (Anteil des unterrepräsentierten Geschlechts 40%) sowie die Einbindung von akademisch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stärkt die Entwicklung der Humanressourcen an verschiedenen Standorten in Österreich. Die Nachwuchsgeneration profitiert zugleich von der Zusammenarbeit mit etablierten nationalen und internationalen Forschenden sowie dem gemeinsamen wissenschaftlichen Output zu komplexen Fragestellungen.

Die mittelfristige Zusammenarbeit in diesen Forschungsgruppen ermöglicht bundesweit eine Vertiefung oder Neukonsolidierung eines Forschungsthemas. Nicht zuletzt wirken diese Forschungsgruppen als Kristallisationspunkt für längerfristige Forschungszusammenarbeit, etwa im Rahmen von Spezialforschungsbereichen des FWF, und unterstützen damit auch die nachhaltige Profilbildung an den Forschungsinstitutionen.

Weitere Informationen zum Programm werden im Jänner 2018 angekündigt, die Richtlinien werden im März 2018 zur Verfügung gestellt. Die Deadline der Einreichung ist der 30.September 2018.

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