Engelbert Dockner 1958-2017

In tiefer Betroffenheit hat der Wissenschaftsfonds FWF die Nachricht vom Ableben Engelbert Dockners vernommen. Der Finanzexperte war zuletzt Mitglied des Aufsichtsrats des FWF. Sein großes Engagement für die Wissenschaftsförderung und den FWF hatte Dockner bereits davor als Fachreferent des Kuratoriums in den Jahren 2005 bis 2014 bewiesen. Am 16. April 2017 ist Dockner nach langer schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren gestorben.

Geboren am 12. September 1958 in Niederösterreich, hat der Ökonom seine wissenschaftliche Karriere 1983 an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) begonnen. Nach einer Berufung an die Universität Wien ist Engelbert Dockner 2008 als Professor für Finance and Corporate Strategy an die WU zurückgekehrt, wo er maßgeblich zur Entwicklung seines Fachbereichs beigetragen hat. Insbesondere dem Institute for Finance, Banking and Insurance der WU hat der Wirtschaftsexperte zu internationalem Ruf verholfen. Dockner selbst war lange Zeit im Ausland tätig.

Wegbereiter für Fachbereich und Nachwuchs

Bei Engelbert Dockner standen stets die Weiterentwicklung der Finanzwirtschaft und damit die selbstlose Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Vordergrund. In kollegialer Zusammenarbeit gelang es durch Dockner auch, das durch den FWF geförderte Doktoratskolleg, Vienna Graduate School of Finance (VGSF), als weltweit anerkannte Ausbildungsstätte für Nachwuchswissenschafterinnen und Nachwuchswissenschafter dauerhaft an der WU zu etablieren. Mit der Einführung des Portfolio-Management-Programms (gegründet gemeinsam mit Peter Pühringer und Josef Zechner) an der WU hat Engelbert Dockner neue Wege einer ökonomisch fundierten und praxisnahen Ausbildung in der Vermögensverwaltung beschritten, von der bereits Generationen von Studierenden profitiert haben.

Als anerkannter Experte hatte Engelbert Dockner auch zahlreiche Mitgliedschaften inne. Er war unter anderem Präsident der nationalökonomischen Gesellschaft sowie der European Finance Association. Engelbert Dockner wurde auch von der Praxis der Finanzindustrie hoch geschätzt. So bekleidete er zahlreiche Mandate in Aufsichtsräten und wissenschaftlichen Beiräten von Banken und Vermögensverwaltungsgesellschaften und konnte so in beispielhafter Weise die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen.

Bleibende Lücke

Mit Engelbert Dockner verliert Österreich einen seiner national wie international profiliertesten Wirtschaftswissenschafter, Unterstützer des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie Fürsprecher der Geistes- und Sozialwissenschaften. Der FWF und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren darüber hinaus ein geschätztes Mitglied des Aufsichtsrats und Kuratoriums.

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