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Presseaussendung

Wissenschaftsfonds: anhaltendes Wachstum

Konzentration der Mittel auf starke Gruppen – Impulse für Frauen- und Mobilitätsförderung

Bei der Bilanzpressekonferenz des Wissenschaftsfonds (FWF) betonte dessen Präsident Arnold Schmidt, dass das Jahr 2000 nach großen Sorgen in der ersten Jahreshälfte finanziell äußerst erfreulich verlaufen ist. Auch die Aussichten für das Jahr 2001 sind positiv einzuschätzen. Die Bedeutung des FWF für die österreichische Forschungslandschaft bzw. das Innovationssystem nimmt zu.

Budget 2000 auf Rekordhöhe

Erfreulich stellte sich für den FWF die finanzielle Situation im vergangenen Jahr dar: Die Bundeszuwendungen sanken zwar um 14 % auf 710 Millionen Schilling, doch die Zuwendungen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die mit 455 Millionen außergewöhnlich hoch waren, machten diesen Rückgang mehr als wett. Dazu kamen noch Bundesmittel für Auftragsprogramme (START - und Wittgenstein-Preis, Firnberg-Stellen und Impulsprojekte).
Die Bewilligungssumme stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 140 Millionen Schilling oder 13 % auf insgesamt fast 1,236 Milliarden. 557 neue Forschungsvorhaben wurden bewilligt. Etwas mehr als die Hälfte der Förderungen fließt in die Naturwissenschaften (55 %), gefolgt von Medizin (21 %), Geisteswissenschaften (14 %), Sozialwissenschaften (5 %), Ingenieurwissenschaften (4 %), sowie Land- und Forstwirtschaft und Veterinärmedizin (1 %).
Die Bewilligungsrate für Forschungsprojekte ist seit einigen Jahren konstant und im internationalen Vergleich eher hoch: Etwa jedes zweite Projekt erfuhr eine Förderung. Die Gesamtbewilligungssumme entspricht rund 40 % des Antragsvolumens.

Aussichten für 2001 positiv

Auch die Aussichten für 2001 sind erfreulich positiv: Auf Empfehlung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung werden die Bundeszuwendungen vermutlich um 28 % auf insgesamt 910 Millionen ansteigen. Auch von der OeNB werden wieder beträchtliche Mittel erwartet.

Ausbildung, Förderungen für Frauen und Internationale Mobilität

Bildung und Ausbildung durch Forschung sind wichtige Investitionen für die Zukunft. Mehr als 900 DoktorandInnen und rund 800 PostdoktorandInnen werden vom Wissenschaftsfonds finanziert. Neben der Anstellung von wissenschaftlichem Personal im Rahmen von Projekten gibt es auch eine Reihe gezielter Programme zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft und zur Förderung der Internationalen Mobilität. In diesen Bereichen will der FWF in der Zukunft noch
deutlichere Akzente setzen.

ErstantragstellerInnen sind erfolgreich

Erstmals wurde für das Jahr 2000 der Anteil der ErstantragstellerInnen bei Forschungsprojekten untersucht: Immerhin 39 % derer, die beim FWF im vergangenen Jahr ein Forschungsprojekt beantragten, haben zuvor noch kein Projekt geleitet. Ihre Bewilligungsrate liegt erwartungsgemäß mit 47 % etwas unter derjenigen der "Erfahrenen" (56 %). Auf eine zunehmende "Verweiblichung" der Forschung lässt die Tatsache schließen, dass 60 % der einreichenden Frauen Erstantragstellerinnen sind. Ihre Bewilligungsrate ist mit 59 % außergewöhnlich hoch.

Der FWF als Schlüsselelement der österreichischen Forschungslandschaft

Die Förderung hochqualitativer Grundlagenforschung ist die Hauptaufgabe des FWF. Ziel ist international konkurrenzfähige Forschungskompetenz aufzubauen und junge Leute durch die
Beschäftigung mit Wissenschaft optimal auszubilden.
Indem der FWF konsequent internationale Qualitätsmaßstäbe anlegt, bündelt er die Mittel auf international kompetitive Gruppen. Dies führt zu einem stetigen Anwachsen der „Centers of Excellence“ (vor allem der Spezialforschungsbereiche) mit einer besonders starken Konzentration von Mitteln. Diese erhalten bereits 30 % aller Förderungen. Darüber hinaus steigen auch die durchschnittlichen Bewilligungssummen bei der normalen Projektförderung, was einer weiteren Abkehr vom "Gießkannenprinzip" entspricht.
Die erfreulich starke Nachfrage der Industrie, gepaart mit einem nachlassenden Interesse der Studierenden für Naturwissenschaften und Technik, haben das „Reißen der Nachwuchskette“ zu einer ernsten Bedrohung für einige Wissenschaften werden lassen. Eine forcierte Nachwuchsförderung ist dem FWF auch in diesem Zusammenhang ein besonderes Anliegen.

Wien, 8.3.2001

Rückfragen:
Dr. Laurenz Niel
Tel.: +43-1-505 67 40 DW 86
niel@fwf.ac.at
Beilagen: Kennzahlen des FWF

Kennzahlen des FWF 2000

Budget

1998
753 + 901.)
Mio. ATS
1999
830 + 1281.)
Mio. ATS
2000
710 + 4561.)
Mio. ATS

Bewilligungsraten bei Forschungsprojekten:

  Antragsummen Antragszahl
1996 41,2 % 56,3 %
1997 46,2 % 58,8 %
1998 36,9 % 50,4 %
1999 40,9 % 53,4 %
2000 42,7 % 52,9 %

 

 

Kostenverteilung Förderungen 2000 nach
Wissenschaftsdisziplinen
   
Personalkosten 76% Naturwissenschaften (inkl. Biologie) 54,8%
Gerätekosten 6 % Humanmedizin 20,5%
Materialkosten 10 % Geisteswissenschaften 13,8 %
Reisekosten 3 % Sozialwissenschaften 5,4 %
Werkverträge 1 % Technische Wissenschaften 4,1 %
Druckkostenbeiträge 1 % Land- u. Forstw., Vet. Med. 1,4 %
Sonstige Kosten 3 %    

Schwerpunktsetzung/Centers of Excellence

(derzeit laufende; Februar 2001)

Spezialforschungsbereiche (SFB) 17
Forschungsschwerpunkte (FSP) 9
Wissenschaftskollegs (WK) 3

Durch den FWF finanziertes Forschungspersonal 2.)

(Stichtag 1. Februar 2001)

Postdocs (ProjektmitarbeiterInnen) 618
DoktorandInnen 959
Erwin-Schrödinger-Stipendien 113
Lise-Meitner-Stellen 26
Charlotte-Bühler-Habilitationsstipendien 23
Impulsprojekte 22
Firnberstellen 34

1.Beitrag der OeNB
2. Jahresbruttosummen: Postdoc: ATS 570.000,--;Ph.D.: ATS 344.000,--
22,2 % aller 2000 bewilligten Anträge von Frauen geleitet

 


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