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Presseaussendung Zerstörung der Unterwasserwälder - Forscher fordern Aushungern der Kalkrotalge Wien (FWF) Kalkrotalgen lebten ursprünglich in friedlicher
Koexistenz mit den Korallen. Durch ihre rasante Vermehrung wurden sie
nun allerdings zur größten Bedrohung der Riffe. Arnfried Antonius
vom Institut für Paläontologie an der Universität Wien
untersucht in seinem neuen Projekt, das vom FWF unterstützt wird,
die Gründe für das Überhand-nehmen dieser pflanzlichen
Riffbewohner in tropischen Korallenriffe sind die Oasen der Meere. Sie gedeihen am besten im nährstoffarmen
Wasser und schaffen so einen Lebensraum für unzählige Meeresbewohner.
Allerdings sind die meisten Riffe vom Absterben bedroht, allein in Mittelamerika
sind in den letzen 20 Jahren etwa die Hälfte aller karibischen Riffe
verödet. Die Untersuchungen von Antonius zeigen, dass die Kalkrotalge,
ein alter Riffbewohner, für einen beachtlichen Teil der zerstörten
Riffe verantwortlich ist. Warum diese Alge in den letzen Jahren plötzlich
zu einer derartigen Bedrohung der Riffe geworden ist, geht auf das Konto
der vom Menschen verursachter Umweltveränderungen. Antonius: Durch
ein Überangebot an Nahrung beginnt die Kalkrotalge zu wuchern. Weitere
Umweltverschmutzungen Fest steht, dass vor allem Düngemittel und ungeklärte Abwässer der Alge als Nahrung dienen, während giftige Industrieabwässer die Abwehrkraft der Korallen zerstören. Wenn die Umweltverschmutzung in den Weltmeeren nicht rasch eingedämmt wird, könnte das das Ende der Korallenriffe bedeuten. Antonius: Wir sind im Moment Zeuge des Absterbens aller küstennahen Korallen im westlichen Atlantik und wir sehen den Beginn dieser Entwicklung auch im Indopazifik. Wenn nicht rasch gehandelt wird, und der Kalkrotalge die Nahrung rigoros entzogen wird, gibt es für küstennahe Riffe keine Zukunft! Ein Absterben der Riffe hätte unabsehbare Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem der Weltmeere. Rückfragen:Dr. Arnfried Antonius Institut für Paläontologie Universität Wien Tel.: 01 4277 53534 arnfried.antonius@univie.ac.at |
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