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Presseaussendung Protein & Zucker - ein bewährtes Überlebensrezept bei Bakterien Widrige Lebensbedingungen können Auswirkungen auf die Anordnung wichtiger Bakteriengene haben. ForscherInnen der Universität für Bodenkultur Wien haben bei drei an erhöhte Temperaturen angepassten Bakterienstämmen festgestellt, dass Gene für eine optimale Umweltanpassung direkt hintereinander auf dem Genom liegen. Die Gene bewirken durch das Anhängen von Zuckern die gezielte Veränderung von Proteinen, die einen Schutzmantel aufbauen. In zwei vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekten werden derzeit Einzelheiten dieses Prozesses untersucht. Ergebnisse der Studien könnten auch die Herstellung optimierter Proteine für den biotechnologischen und medizinischen Einsatz ermöglichen. Noch vor kurzem herrschte die Annahme, dass ausschließlich mehrzellige Organismen in der Lage sind, Proteine durch Anhängen von Zuckern zu so genannten Glykoproteinen zu verändern. Seit wenigen Jahren ist aber bekannt, dass auch Bakterien dazu in der Lage sind. Diesen können die so gewonnenen Proteinfunktionen wichtige Vorteile für ihr Überleben bieten. Der Zucker macht´s Die für die Glykosilierung notwendige Maschinerie haben die WissenschafterInnen
bei drei unter erhöhten Temperaturen lebenden bakteriellen Organismen
auf der Ebene der Gene identifiziert. Diese drei Bakterienstämme
gehören zur Gruppe der Gram-positiven Bakterien, die sich von den
Gram-negativen im Aufbau der Zellwand unterscheiden. Je nach untersuchtem
Bakterienstamm wurden 15 bis 30 Gene gefunden, die in einem Cluster angeordnet
sind. Das bedeutet, sie liegen auf dem Genom direkt hintereinander. Der nächste Schritt des Projekts ist, die Funktion der für das Anknüpfen der Zuckerreste zuständigen Gene näher zu charakterisieren. "Dazu schreiben wir die einzelnen Gene in ihre Proteine - Enzyme und Transporter - um und analysieren deren Funktion im Detail. Das so gewonnene Verständnis erlaubt uns, ihr komplexes Zusammenspiel während der Glykosilierung besser zu verstehen", beschreibt Prof. Messner. Glykoproteine nach Maß Mit diesem Potenzial für die biotechnologische und medizinische Anwendung bieten die FWF-Projekte zur Glykosilierung von Proteinen ein überzeugendes Beispiel dafür, dass erst ein grundlegendes Verständnis natürlicher Prozesse die Voraussetzung für die Anwendung innovativer Technologien schafft. Kontakt: Aussender: |
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