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Presseaussendung
Wissenschaftsfonds:
herbe Enttäuschung über sinkendes Budget Guter
Verlauf des Jahres 2001 - Evaluation des FWF als positive Herausforderung
Bei der Bilanzpressekonferenz des Wissenschaftsfonds (FWF) erklärte
Präsident Arnold Schmidt, dass erstmals seit 13 Jahren mit einem
Rückgang des FWF-Budgets gerechnet werden muss.
Budget 2001 auf Rekordhöhe
Erfreulich stellte sich für den FWF die finanzielle Situation im
vergangenen Jahr dar: Das gesamte Budget stieg um 10,8 % auf 93,9 Mio.
Euro. Es setzte sich zusammen aus Mitteln des Bundes in der Höhe
von 66 Mio. Euro (+ 28 % gegenüber dem Vorjahr) sowie aus Zuwendungen
der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in der Höhe von 27,9 Mio.
Euro. Dazu kamen noch weitere 6,5 Mio. Euro aus Bundesmitteln für
Auftragsprogramme der zuständigen Ministerien (START- und Wittgenstein-Preis,
Firnberg-Stellen und Impulsprojekte).
544 neue Forschungsvorhaben wurden bewilligt. Knapp die Hälfte der
Förderungen fließt in die Naturwissenschaften (49,6 %), gefolgt
von Medizin (25,6 %), Geisteswissenschaften (15,9 %), Sozialwissenschaften
(4,1 %), Ingenieurwissenschaften (3,8 %) sowie Land- und Forstwirtschaft
und Veterinärmedizin (1,1 %).
Trotz steigender Budgets ist die Bewilligungsrate für Forschungsprojekte
seit einigen Jahren konstant und im internationalen Vergleich eher hoch:
Etwa jeder zweite Projektantrag wird gefördert. Die Gesamtbewilligungssumme
entspricht rund 40 % des Antragsvolumens.
Da im Vorjahr weniger Spezialforschungsbereiche (SFBs) als üblich
zur Verlängerung anstanden, ging die gesamte Bewilligungssumme gegenüber
dem Vorjahr leicht um 4,4 % auf insgesamt 85,9 Mio. Euro zurück.
Schlechte Aussichten für 2002
Für 2002 wird auf Grund des weiterhin steigenden Antragsvolumens
(im Vorjahr: +10,6 %) und der zahlreichen SFB-Verlängerungen, die
zu Jahresbeginn anstanden, wieder mit einer starken Steigerung der Bewilligungen
gerechnet. Im Gegensatz dazu ist erstmals seit 13 Jahren mit einem sinkenden
Budget zu rechnen: Aus dem ordentlichen Bundesbudget sind 45,1 Mio. Euro
zu erwarten. Vermutlich kommen dazu weitere 25,4 Mio. Euro von der OeNB.
Beim Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) wurden 26,9
Mio. Euro beantragt, doch konnte er sich nach neuesten Meldungen nur zu
einer Empfehlung über 19,6 Mio. Euro entschließen. Insgesamt
ergibt das eine Summe von 90,1 Mio. Euro bzw. einen Rückgang von
4 % gegenüber dem Vorjahr.
"Obwohl die Arbeit des FWF dadurch nicht aktuell gefährdet ist,
bedeutet dieses Budget ein falsches Signal in Hinblick auf den Stellenwert
von Wissenschaft und Forschung. Auch in anderer Sicht sind die Auswirkungen
negativ. Man hat den österreichischen Universitäten immer vorgehalten,
sie würden im internationalen Vergleich einen zu kleinen Anteil ihrer
Forschungsmittel einwerben. Gerade diese Mittel beschränkt man jetzt",
kommentiert Schmidt die Entwicklung. Trotz des starken Wachstums in den
letzten Jahren besteht noch immer ein Aufholbedarf gegenüber unseren
Nachbarn: Pro Kopf der Bevölkerung hat der FWF 11,4 Euro zur Verfügung,
die Deutsche Forschungsgemeinschaft 14,7 Euro, der Schweizerische Nationalfonds
sogar 35,8 Euro.
Internationale Mobilität, Nachwuchsförderung
Der FWF setzte im vergangenen Jahr besondere Impulse, um den Zuzug von
Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland zu verstärken. Die Bedingungen
für das Lise-Meitner-Programm für ausländische WissenschafterInnen
wurden deutlich verbessert. Die Zahl der Anträge stieg in der Folge
um 53 % auf 52 an.
Insgesamt finanziert der Wissenschaftsfonds mehr als 1000 DoktorandInnen
und 800 PostdoktorandInnen. "Junge Forscherinnen und Forscher sind
die treibende Kraft der Wissenschaft. Daher wollen wir sie besonders fördern",
so Schmidt.
Evaluation des FWF wird begrüßt
Die Empfehlung des RFT, die beiden Forschungsfonds FWF und FFF evaluieren
zu lassen, wird von Schmidt sehr positiv gesehen. Insbesondere hebt der
FWF-Präsident den Konsens aller Beteiligten hervor, dass die Evaluation
des FWF seine Stellung im gesamten Wissenschaftssystem berücksichtigen
wird und auf internationale Vergleichbarkeit großer Wert gelegt
wird: "Als Organisation, deren Kernkompetenz die Qualitätssicherung
der österreichischen Forschung durch internationale Begutachtung
ist, sind wir selbstverständlich für eine derartige Evaluation."
Rückfragen:
Dr. Laurenz Niel
Tel.: 01 - 505 67 40 DW 86
niel@fwf.ac.at
Wien, 7. März 2002
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