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Presseaussendung
Georg Wick neuer Präsident des Wissenschaftsfonds
FWF -
VizepräsidentInnen Juliane Besters-Dilger und Karl Sigmund - 2002
mehr Anträge bei sinkendem Budget - FWF erhält von den WissenschafterInnen
gute Noten
Bei der Bilanzpressekonferenz des Wissenschaftsfonds (FWF) stellte der
scheidende Präsident Arnold Schmidt seinen neu gewählten Nachfolger
und dessen StellvertreterInnen vor: den Innsbrucker Mediziner Georg Wick
und die ebenfalls neuen VizepräsidentInnen, die Slawistin Juliane
Besters-Dilger und den Mathematiker Karl Sigmund. Schmidt zog eine gemischte
Bilanz seines letzten Jahres an der Spitze des Fonds.
Bei der Delegiertenversammlung am 5. März 2003 wurde eine neue Leitung
des FWF gewählt: Der Innsbrucker Mediziner und Alternsforscher Georg
Wick wurde zum neuen Präsidenten gewählt und folgt in dieser
Funktion dem Physiker Arnold Schmidt nach, der nach neun Jahren im Amt
nicht mehr kandidierte. Wick leitete bisher sowohl ein Institut an der
Universität Innsbruck als auch eines der Akademie der Wissenschaften.
Beide VizepräsidentInnen, die Slawistin Juliane Besters-Dilger und
der Mathematiker Karl Sigmund sind ProfessorInnen an der Wiener Universität.
Nachfrage stark steigend
Das Jahr 2002 war von einem besonders starken Wachstum der Anträge
gekennzeichnet. 1164 Anträge (14 % mehr als im Vorjahr) wurden beim
FWF eingereicht, die Antragssumme stieg um 24 % auf 188,39 Mio. EUR. Da
die Bewilligungsraten im Wesentlichen unverändert blieben, stieg
auch die Bewilligungssumme auf den neuen Rekordwert von 91,53 Mio. EUR.
576 neue Forschungsvorhaben wurden bewilligt. Mehr als die Hälfte
der Förderungen fließt in die Naturwissenschaften (56,2 %),
gefolgt von Medizin (21,3 %), Geisteswissenschaften (15,1 %), Sozialwissenschaften
(3,2 %), Ingenieurwissenschaften (3,2 %) sowie Land- und Forstwirtschaft
und Veterinärmedizin (1,0 %).
Mehr Zuzug aus dem Ausland
Erfreulich ist insbesondere das starke Wachstum des Lise-Meitner-Programms
für WissenschafterInnen aus dem Ausland. Nachdem das Programm vor
eineinhalb Jahren wesentlich attraktiver gestaltet wurde, erhöhte
sich die Zahl der Anträge um 44 %, die Zahl der Bewilligungen um
83 % und die Bewilligungssumme um 129 %.
Die Bedeutung des FWF für die Nachwuchsförderung zeigt sich
darin, dass insgesamt mehr als 1000 DoktorandInnen und 800 PostdoktorandInnen
durch ihn finanziert werden. "Verglichen mit den rund 10.000 fest
angestellten wissenschaftlichen MitarbeiterInnen an Österreichs Universitäten
ist das ein sehr bedeutender Anteil", so Schmidt.
Budgetrückgang 2002
Im Gegensatz zu der gestiegenen Nachfrage war die finanzielle Situation
im vergangenen Jahr negativ: Das gesamte Budget ging erstmals seit 13
Jahren zurück.
Das reguläre Bundesbudget betrug im Jahr 2002 45,12 Mio. EUR. Diese
setzten sich aus 40,15 Mio. EUR vom BMVIT und 4,97 Mio. EUR vom BMBWK
zusammen. Darüber hinaus wurden dem FWF auf Empfehlung des Rates
für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) wie im Vorjahr Sondermittel
in der Höhe von 19,62 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Ein bedeutender
Beitrag kam auch wieder von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Ihre Zuwendungen an den FWF betrugen 27,43 Mio. EUR (nach 27,87 Mio. EUR
im Jahr zuvor). Inklusive weiterer Zuschüsse sank das Budget des
FWF daher um 1,67 Mio. EUR bzw. 1,8 % auf insgesamt 92,34 Mio. EUR. Der
langfristig angestrebte Wachstumskurs von rund 10 % jährlicher Budgetsteigerung
wurde somit jäh unterbrochen.
Zusätzlich erhielt der FWF noch weitere 7,2 Mio. EUR aus Bundesmitteln
für Auftragsprogramme der zuständigen Ministerien (START- und
Wittgenstein-Preis, Firnberg-Stellen und Impulsprojekte).
Unsichere Aussichten für 2003
Für 2003 wird auf Grund des steigenden Antragsvolumens wieder mit
einer starken Zunahme der Bewilligungen gerechnet. Die zur Verfügung
stehenden Mittel können allerdings derzeit überhaupt nicht abgeschätzt
werden. Einigermaßen sicher sind nur Bundesmittel in der Höhe
von 44,19 Mio. EUR. Von der Nationalbank erhofft der FWF einen Betrag
in derselben Größenordnung wie im Vorjahr. Ob es wieder Sondermittel
geben wird, weiß derzeit niemand. Sollten diese ausbleiben, wäre
das ein Budgetrückgang von rund einem Viertel. "Unter diesen
Rahmenbedingungen ist es praktisch unmöglich, eine seriöse Finanzplanung
zu erstellen," kommentiert der scheidende Präsident diesen Zustand.
Einmal mehr wiederholte er die Forderung nach mehrjährigen Finanzierungszusagen,
die für eine mittelfristige Budgetplanung unabdingbar seien.
ForscherInnen stellen dem FWF gutes Zeugnis aus
Eine breit angelegte Befragung der österreichischen WissenschafterInnen
durch das Meinungsforschungsinstitut SPECTRA zeigte eine große Zufriedenheit
mit den Förderprogrammen und ein gutes Image des FWF als Organisation.
An der Umfrage beteiligten sich 3147 ForscherInnen, was einer guten Rücklaufquote
von 24 % entspricht. Einige zentrale Ergebnisse:
- Diejenigen, die Erfahrung mit FWF-Anträgen haben, glauben, dass
die wissenschaftliche Qualität das wichtigste Entscheidungskriterium
ist. Zusammen mit der positiven Beurteilung des Peer-Review-Verfahrens
verweist dies auf eine sehr hohe Akzeptanz der Entscheidungen.
- Die Hälfte derjenigen, die Erfahrung mit dem FWF haben, hält
die Förderkategorien für ausreichend, nur ein Fünftel
gibt explizit an, dass noch weitere Programme eingeführt werden
sollen. Alle derzeitigen Programme erhalten eine sehr gute oder gute
Bewertung.
- Keine der negativen Kennzeichnungen wie "tut zu wenig für
Nachwuchsförderung/Frauenförderung", "zu sehr unter
dem Einfluss der Politik", "zu sehr im Elfenbeinturm"
findet bei mehr als 10 % der Befragten volle Zustimmung.
- Kritik gibt es selbstverständlich auch: Insbesondere die Dauer
der Entscheidungsverfahren, die mangelnde Transparenz der Entscheidungen
sowie teilweise die Bürokratie werden von Teilen der Befragten
beanstandet. Allerdings hat der FWF kurz nach der Durchführung
der Umfrage weit reichende Reformen eingeführt, die zu einer starken
Abnahme des Aufwandes für die Projektverwaltung führen.
Wien, 6. März 2003
Rückfragen:
Dr. Laurenz Niel
Tel.: +43-1-505 67 40 DW 86
niel@fwf.ac.at
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