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Presseaussendung

EURYI-Award-Preisträger 2003/2004, Brian O'Neill

Brian O'Neill, Gastwissenschafter am Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg, erhält einen der erstmalig vergebenen European Young Investigator Awards der European Science Foundation (ESF) in der Höhe von rund 1 Mio. EUR, um in Österreich für fünf Jahre zu forschen.

Wie heute von Bertil Andersson, Generaldirektor der European Science Foundation (ESF), und Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorsitzender der EUROHORCS, bei einer Pressekonferenz in Brüssel verkündet wurde, wird Brian O'Neill als erster Wissenschafter im Rahmen des EURYI-Award-Programms in den nächsten fünf Jahren in Österreich zum höchst aktuellen und spannenden Themenbereich "Bevölkerungsentwicklung und Klimawandel" forschen. Sein neben 24 anderen PreisträgerInnen prämiertes und aus 777 Bewerbungen ausgewähltes Projekt trägt den Titel: "Demographie, Unsicherheit und Lernen in ‚Integrierten Assessment-Modellen' des Klimawandels".

Brian O'Neill und sein Projekt
Brian O'Neill, promovierter Wissenschafter der System- bzw. Umweltwissenschaften aus den USA und seit 2002 Gastwissenschafter am IIASA, beschäftigt sich mit Fragestellungen, die darauf abzielen, ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Klimaänderung und Bevölkerungsentwicklung zu erreichen. Ziel seiner Forschungsarbeiten ist es, die Wechselwirkungen zwischen demographischer Entwicklung einerseits und der Nachfrage nach Energieressourcen sowie dem Emissionsausstoß andererseits erfassbar und besser im Voraus berechenbar zu machen. Einige Berechnungsgrößen, die Eingang in die von Brian O'Neill und seinem Team entwickelten Modelle finden, sind zum Beispiel Urbanisierungsgrad, Bevölkerungsgröße, Altersentwicklung, das Nachfrageverhalten und die Zusammensetzung von Haushalten. Bei der rechnergestützten Modellierung von Zukunftsszenarien werden Unsicherheitsfaktoren und Lerneffekte für die zu erwartenden Klima- und Bevölkerungsentwicklungen berücksichtigt.

Im Zuge der Forschungsarbeiten werden zunächst Daten in den USA, China, Indien, Indonesien, Brasilien, Deutschland, Italien und Großbritannien erhoben und ausgewertet. In einem zweiten Schritt werden die WissenschafterInnen rund um Brian O'Neill diese Daten in ein Globalmodell der demographischen Entwicklung und des Klimawandels integrieren.

Der EURYI-Award - eine Initiative zur Stärkung des europäischen Forschungsraums
Der EURYI-Award stellt eine neue attraktive Möglichkeit für exzellente junge WissenschafterInnen dar, für die Dauer von fünf Jahren an einer europäischen Forschungseinrichtung wissenschaftlich zu arbeiten und richtet sich an hervorragende junge WissenschafterInnen aus der ganzen Welt. Dieser Preis geht auf eine Initiative der European Union Research Organisations Heads of Research Councils (EUROHORCS) zurück und ist mit dem österreichischen START-Programm vergleichbar.

WissenschafterInnen, die als EURYI-PreisträgerInnen in Österreich forschen wollen, haben ihre Projekte beim Wissenschaftsfonds eingereicht. Das Auswahlverfahren, um ein ‚EURYI-Award-Winner' zu werden, ist hoch kompetitiv und erfolgt in zwei Stufen. In der ersten Stufe, die von den nationalen Förderorganisationen durchgeführt wird, werden in einem Peer-Review-Verfahren nach bewährten FWF-Standards - ausschließlich im Ausland tätige WissenschafterInnen werden für die Erstellung der Gutachten herangezogen - jene KandidatInnen ausgewählt, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Exzellenz für so stark befunden werden, um sich auch in der zweiten Stufe, dem Expert-Panel-Verfahren der European Science Foundation, erfolgreich gegen die weltweite Konkurrenz durchzusetzen.

Für den EURYI-Award 2003/2004 wurden 777 Bewerbungen eingereicht. Um die erste Hürde zu nehmen, musste man unter den besten 133 KandidatInnen sein; aus diesen 133 wurden dann 25 PreisträgerInnen ausgewählt.

Der EURYI-Award ist mit 150.000 bis zu 250.000 EUR pro Jahr und KandidatIn für die Dauer von fünf Jahren dotiert. Jeder Preis ist folglich bis zu 1,25 Mio. EUR wert. Dieses Geld wird für den Aufbau jenes Forschungsteams aufzuwenden sein, das im erfolgreichen Projektantrag beschrieben wurde. Auch in dieser Hinsicht sind die Ähnlichkeiten zwischen dem heimischen START-Preis und dem EURYI-Award der EUROHORCS groß.

Im Unterschied zum START-Preis zielt die Beteiligung des FWF beim EURYI-Award darauf ab, exzellente, junge WissenschafterInnen aus dem Ausland nach Österreich zu holen. Kluge Köpfe, die hier wissenschaftlich arbeiten möchten, sollen angezogen werden, um so die Attraktivität Österreichs als hochqualitativem Wissenschaftsstandort im europäischen Forschungsraum zu festigen und auszubauen - Stichwort: ‚brain gain'.

Der EURYI-Award wurde zum ersten Mal 2003 ausgeschrieben und wird mit der Verlautbarung der EURYI-PreisträgerInnen am 29. Juli 2004 bzw. mit der Preisverleihung am 26. August 2004 in Stockholm im Rahmen des EuroScience Open Forum abgeschlossen. Die Ausschreibung für den EURYI-Award 2004/2005 startet im September dieses Jahres.

Die European Science Foundation (ESF)
Die ESF mit Sitz in Strasbourg versteht sich als Katalysator für die Entwicklung der Wissenschaften, indem sie führende WissenschafterInnen und Forschungsförderungs-Organisationen zusammenbringt, um pan-europäische wissenschafts- und forschungspolitische Initiativen zu diskutieren, zu planen und umzusetzen. Darüber hinaus zeichnet die ESF für das Management von COST (European Cooperation in the field of Scientific and Technical Research) verantwortlich. Die ESF ist die europäische Vereinigung von 76 wichtigen nationalen Förderungseinrichtungen in 29 Ländern. Aus Österreich ist der Wissenschaftsfonds FWF ein Mitglied der European Science Foundation. Wie für den FWF gilt auch für die ESF, allen wissenschaftlichen Disziplinen gegenüber offen zu sein.

Rückfragen
Mag. Stefan Bernhardt, MBA

Wien, 29. Juli 2004

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