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Presseaussendung
Neue
Forschungsnetzwerke des FWF - Evaluation
der Programme
Neue Rekordbewilligungssumme für Forschungsnetzwerke. Das Kuratorium
des FWF beschloss in seiner Sitzung zu Beginn dieser Woche sieben Forschungsnetzwerke
zu genehmigen. Rund 18 Mio. EUR stehen für Spitzengrundlagenforschung
zur Verfügung. Die Evaluierungsergebnisse der Schwerpunktprogramme
zeigen die große Bedeutung dieser Förderungsschiene für
den Wissensstandort Österreich. Der FWF folgt konsequent der Leitlinie
"Stärken stärken".
Die Forderungen nach höchster Qualität, nach Schwerpunkt- und
Netzwerkbildung, nach Interdisziplinarität sowie der Nutzung von
Synergien und Konzentration von Ressourcen in der wissenschaftlichen Forschung
sind "Dauerbrenner" der Forschungspolitik. Der FWF trägt
mit seiner Fördertätigkeit diesen Ansprüchen seit vielen
Jahre Rechnung. Aufgrund der Ergebnisse des seit langer Zeit bewährten,
strengen Qualitätsprüfungsverfahrens des FWF durch internationale
FachgutachterInnen (Peers) konnten sieben neue Schwerpunktprojekte [Zwei
Spezialforschungsbereiche (SFB), drei Forschungsschwerpunkte (FSP), und
zwei Doktoratskollegs (DK)] in der Sitzung des FWF-Kuratoriums am 5. Oktober
2004 genehmigt werden.
Damit wurde ein weiterer Akzent in bisher noch nicht da gewesenem Ausmaß
in diese Richtung gesetzt. Mit einem Fördervolumen von rund 18 Mio.
EUR werden Schwerpunktprojekte auf den Gebieten Biomedizin, Finanzwissenschaften
sowie Naturwissenschaften und Technik gefördert. Neu gestartet wird
das Programm "Doktoratskollegs" (eine Weiterentwicklung des
Programms "Wissenschaftskollegs", das diese ablöst); hier
wurden zwei Projekte genehmigt. Diese Förderung konzentriert sich
auf die Ausbildung von wissenschaftlichem Spitzennachwuchs in enger Anbindung
an bestehende, international hochqualitative Forschung und unterstützt
damit bestehende Forschungspotenziale im Sinn von "Stärken stärken"
- einer der strategischen Zielsetzungen des FWF.
Fördertätigkeit des FWF als "Sensor" für Stärkefelder
Insgesamt investiert der FWF rund 20 % seines Förderbudgets (zuletzt
rund 100 Mio. EUR) in Schwerpunktprojekte, die ausnahmslos in den vom
RFT definierten Zukunftsfeldern liegen. Die restlichen Fördergelder,
die zum größten Teil als Projekt- oder Stipendienförderung
an einzelne ForscherInnen vergeben werden, bilden eine unabdingbare Basis
für Entwicklungen wie Schwerpunktsetzungen und Programmforschung.
Nur wenn diese Basis entsprechend breit ist, können synergetische
Großprojekte entstehen. Dass sich auch die im Rahmen einzelner Forschungsprojekte
bearbeiteten Themen weitgehend (zu ca. 90%) in die forschungspolitischen
Vorstellungen des RFT fügen, widerlegt wird einmal mehr eindrucksvoll
das oft strapazierte Bild von "Elfenbeinturm" der Wissenschaft.
Hoch qualitative Forschung, auch Grundlagenforschung, ist und war nie
"abgehoben" von gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen.
Beispielsweise förderte der FWF bereits vor dem Start der Nano-Initiative
Projekte im Bereich der Nanowissenschaften im Ausmaß von rund 11
Mio. EUR. Die Fördertätigkeit des FWF kann damit durchaus als
"Sensor" für Stärkefelder der österreichischen
Wissenschaft gelten:
Qualitätssicherung ernst genommen - Evaluierung der Forschungsnetzwerkprogramme
Die beiden kostenintensivsten Programmschienen im Bereich der Schwerpunktförderungen
des Wissenschaftsfonds sind die Spezialforschungsbereiche (SFB) und die
Forschungsschwerpunkte (FSP). In den vergangenen 10 Jahren stellte der
FWF dafür rund 140 Mio. EUR zur Verfügung. Ende 2003 gab der
FWF die Evaluierung der beiden Programme in Auftrag, mit dem Ziel, Arbeits-
und Funktionsweise und Wirkungen der Programme zu prüfen und zu analysieren,
sowie dem FWF fundierte Empfehlungen für Weiterentwicklungen und
Verbesserungen zur Verfügung zu stellen.
Die hohen Qualitätsstandards, die der FWF an seine Fördertätigkeit
anlegt, waren auch bei dieser Evaluation zu wahren. Vergeben wurde der
Auftrag aufgrund einer internationalen Ausschreibung. Im Sinn einer maximalen
Unabhängigkeit wurden nur nichtösterreichische BewerberInnen
in Betracht gezogen. Aufgrund der hohen Anforderungen an die erforderliche
Expertise erging der vom FWF finanzierte Auftrag an ein Konsortium von
zwei Fachinstitutionen, die im Wissenschafts- und Technologieevaluierungsbereich
international bestens ausgewiesenen sind: das PREST (Institute for Policy
Research in Engineering Science and Technology, University of Manchester,
UK) und das ISI (Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung,
Karlsruhe, Deutschland).
Die wesentlichsten Ergebnisse
- Beide Programme stellen Eckpfeiler der Förderung von Grundlagenforschung
in Österreich dar und sind unabdingbarer Bestandteil der Förderstrategie
des FWF.
- Sie erfüllen ihre wesentlichsten Ziele wie die Förderung
international exzellenter Forschung, Aufbau von Kooperationen, Interdisziplinarität
und Added Value: Die Qualität der TeilnehmerInnen und die von ihnen
geleistete Arbeit ist deutlich höher als im österreichischen
Durchschnitt.
- Die Ausgestaltungen der Projekte sind sehr unterschiedlich, eine flexible
Fördergestaltung ist jedoch absolut sinnvoll und hat wesentlich
zum Erfolg der Programme beigetragen. Sowohl für lokal konzentrierte
Centers of Excellence (wie SFBs) wie auch für Netzwerke (FSPs)
besteht Bedarf. Vor dem Hintergrund der neuen Universitätsorganisation
können beide Konzepte sowie auch Mischformen wichtige, unterschiedliche
Funktionen ausüben.
Empfehlungen für Verbesserungen beziehen sich auf
- Der Qualitätssicherung durch unabhängige Peers, sowohl bei
ex-ante, wie auch bei Zwischen- und Endevaluierungen sollte weiterhin
große Bedeutung zukommen, um gleich bleibend hohe Qualität
sicherzustellen.
- Die Förderhöhe sollte angehoben werden; auch der Anteil
des Gesamtbudgets, das der FWF über diese Förderungsschienen
ausschüttet, ist, gemessen an der realen und potenziellen Bedeutung
der Programme, im internationalen Vergleich eher gering.
- Die Entwicklung der Kooperationen in einem Projekt sollte enger verfolgt
werden: Hier liegt offenbar eine der Problemstellen, die verschiedentlich
zum Abbruch von Projekten nach Zwischenevaluierungen geführt hat.
- Der Ausbildungsaspekt für wissenschaftlichen Nachwuchs sollte
mehr betont werden.
- Die internationale Öffnung der Programme im Hinblick auf die
Beteiligung ausländischer ForscherInnen sollte verstärkt,
entsprechende bestehende Abkommen sollten nach Möglichkeit erweitert
werden.
- Die Unterstützung der Universitäten für "ihre"
SFBs und FSPs war durchaus unterschiedlich, eine allgemeine Vereinheitlichung
und Verbesserung wäre hier anzustreben.
Download der Studie
> http://www.fwf.ac.at/de/downloads/pdf/networks_evaluation.pdf
Details zu den bewilligten Forschungsnetzwerken
> Entstehung und Aufrechterhaltung der immunologischen
Toleranz Spezialforschungsbereich
> Nanostrukturen für Infrarot-Photonik
Spezialforschungsbereich
> Industrielle Geometrie Forschungsschwerpunkt
> Proliferation, Differenzierung und Zelltod beim
Altern von Zellen Forschungsschwerpunkt
> Angiogenese bei Krankheiten Forschungsschwerpunkt
> Molekulare Enzymologie: Struktur, Funktion und
biotechnologischer Einsatz von Enzymen Doktoratskolleg
> Wiener Doktoratskolleg in Finanzwirtschaft
Doktoratskolleg
Rückfragen
Mag. Stefan Bernhardt, MBA
Wien, 7. Oktober 2004
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