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Presseaussendung

Gemeinsame Initiative von FWF und FFF: "Strategische Kooperation verstärken"

  • Koordinierte Förderausschreibungen zu zentralen Themen - nach finnischem Vorbild
  • Anbot zur Zusammenarbeit auch an andere Förder- und Beratungseinrichtungen
  • Laufende Evaluierung muss die Basis für strukturelle Entscheidungen bilden
  • Mittelfristige Finanzierungssicherheit muss endlich realisiert werden

Ihre strategische Kooperation verstärken wollen der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft FFF und der Wissenschaftsfonds FWF. Dabei planen die Fonds, künftig nach finnischem Vorbild zu zentralen, strategischen Themenfeldern - wie sie etwa der Forschungsrat definiert hat - gemeinsam akkordierte Förderausschreibungen zu entwickeln. Zudem wollen die Fonds ihre Programme dort, wo es um die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft geht, besser aufeinander abstimmen.

Die beiden zentralen Förderinstitutionen der österreichischen Forschungslandschaft wollen ihre Initiative zu verstärkter Kooperation aber nicht aufeinander beschränken. Auch an andere forschungspolitische Institutionen, die sich dem Ausbau der Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft widmen, insbesondere die Technologie Impulse Gesellschaft (TIG), geht die Einladung zu einem intensivierten Dialog.

Diese Initiative, die die beiden Präsidenten von FWF und FFF, Georg Wick und Gunther Krippner, vereinbart haben, kann auf eine erprobte institutionelle Kooperation der Fonds aufsetzen. Vertreter des einen Fonds sind in den Gremien des jeweils anderen in die Entscheidungsprozesse eingebunden, was einen effizienten Informationsaustausch garantiert. Diese institutionelle Kooperation soll nun durch die engere Zusammenarbeit in der programmatischen Konzeption ergänzt werden. Dabei orientieren sich die beiden Förderinstitutionen an dem Beispiel ihrer finnischen Pendants.

Beispiel Finnland
In Finnland arbeiten die nationale Technologie-Förderagentur Tekes und die der Grundlagenforschung verpflichtete "Academy of Finland" seit Jahren in gemeinsamen oder aufeinander abgestimmten, thematischen Programmen zusammen. Derzeit sind acht solcher
akkordierten Ausschreibungen im Laufen oder im Anlaufen. Sie widmen sich Themen wie etwa "Industrial Design", "Systembiologie und Bioinformatik", "Biologische Funktionen" oder "Proaktives Computing". Die Abstimmung erfolgt dabei durch die institutionelle Verschränkung in den Lenkungskomitees, die für die Programmabwicklung verantwortlich sind.

Dieses Modell könnte auch in Österreich seinen Platz haben, etwa im Bereich der Mikro- und Nanotechnologien, die der Forschungsrat als ein strategisches Feld von zentraler Bedeutung definiert hat, aber auch in anderen zukunftsweisenden Themenbereichen.

Einladung zum Dialog
Diese Vereinbarung der beiden Förderungsfonds ist aber nur ein erster Schritt. Sie ist auch eine Einladung an andere bundesweit agierende Förderungs- und Beratungseinrichtungen, gemeinsam erweiterte Modelle verstärkter Kooperation zu entwickeln. Dabei sei vor allem an die TIG zu denken, die mit ihren Programmen viele der Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft besetzt.

Kooperation auch ohne Verschränkung

Diese Initiative zu verstärkter Kooperation basiert auf der Überzeugung, dass es bei einer optimalen Zusammenarbeit nicht vorrangig auf institutionelle Verschränkungen oder Überdachungen ankommt. Finnland ist dafür ein Paradebeispiel. Fundierten Plänen für die Schaffung effizienterer Strukturen für die Forschungslandschaft - beginnend bei der ministeriellen Kompetenzverteilung - standen FWF und FFF aber stets aufgeschlossen gegenüber.

Volle Kraft für die Evaluierung
Mit großem Interesse sehen FWF und FFF daher den Ergebnissen der Arbeit des internationalen Expertenteams entgegen, das mit der Evaluierung der Fonds betraut ist. Das Evaluierungsdesign ist nach Ansicht beider Fonds ein sehr solides, das eine umfassende Prüfung verspricht. Die ausgewiesene Expertise der Evaluatoren und die Exzellenz des dabei als zusätzliche Prüfinstanz vorgesehenen Expertenpanels sind ein Garant für Qualität. Die Fonds bieten dazu ihre unumschränkte Mitarbeit an.

Die Evaluierungsergebnisse sollen die Basis für strukturelle Neuorientierungen der forschungspolitischen Akteure bilden, wie es Infrastruktur- und Technologieminister Hubert Gorbach mehrmals ausdrücklich hervorgehoben hat. Damit wird im Übrigen auch eine Forderung des Rechnungshofes erfüllt, der in dem im vergangenen Mai dem Parlament übermittelten Wahrnehmungsbericht die erstmalige internationale Evaluierung der Fonds einmahnt. "Damit wäre eine Entscheidungsgrundlage zur künftigen Positionierung der Fonds im System der österreichischen Forschungsförderung gegeben", heißt es wörtlich im Bericht des Rechnungshofs.

Warten auf Realisierung der Regierungsversprechen
Eine effiziente Positionierung der Fonds erfordert als materielle Basis aber auch, dass die Regierung ihrem Versprechen endlich nachkommt und tatsächlich den Fonds eine mittelfristige Planungssicherheit verschafft. Aktivitäten dazu sind derzeit aber nicht zu erkennen.

Im Gegenteil: Der FWF erlebt heuer eine dramatische Budgetkürzung um 18 Prozent. Der FFF kann das Fördervolumen aus dem Vorjahr nur durch massive Vorgriffe auf das nächstjährige Budget erreichen. Und das Jahr 2004 stellt für beide Fonds budgetär ein völliges Fragezeichen dar.

Einmal mehr lohne hier der Blick Richtung Norden nach Finnland, wo die Regierungen auch in Zeiten tiefster Rezession konsequent ihrer technologiepolitischen Verantwortung verpflichtet blieben und die öffentlichen Forschungsbudgets beständig zunahmen. Finnland weist heute eine Forschungsquote von 3,4 Prozent auf, in Österreich liegt sie bei 1,96 Prozent.

Rückfragen:
Dr. Laurenz Niel
Tel.: +43-1-505 67 40 DW 86
niel@fwf.ac.at

Wien, am 25. Juni 2003


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