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Presseaussendung Globalisierung findet Stadt - und Lateinamerika ist dabei Die Stadtentwicklung in Lateinamerika befindet sich in einer spannenden Umbruchphase. Grund dafür ist die Globalisierung der Hauptstädte. Diese waren lange Jahre Zentren und Endpunkte der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, dienen heute aber zunehmend als "Tore zur Welt". Ein solcher bisher nur aus den USA und Europa bekannte Bedeutungswandel konnte nun erstmals im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts auch für Lateinamerika nachgewiesen werden. Seit einiger Zeit ändert sich die Rolle der Hauptstädte in den USA und in Europa. Früher dienten sie als Produktions- und Logistikzentren der heimischen Wirtschaft. Heute sind sie Knotenpunkte, die nationale Wirtschaftsräume mit dem globalen Markt verbinden. Dass diese Entwicklung in Lateinamerika ebenso stattfindet, konnte nun erstmals von Dr. Christof Parnreiter und seinen MitarbeiterInnen vom Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die Hauptstadt von Chile (Santiago de Chile) und von Mexiko (Mexico City) nachgewiesen werden. Geplante Dominanz Parnreiter erklärt: "Dieser Integrationsprozess baute auf die Massenproduktion geringwertiger Güter durch traditionelle Industrien auf und lief größtenteils innerhalb der beiden Hauptstädte ab. Diese wurden so zum sozio-ökonomischen Zentrum ihrer jeweiligen Nation. Seit einiger Zeit wird deren Stadtentwicklung aber nicht mehr nur von ihrer Vormachtstellung geprägt. Vielmehr durchlaufen beide Städte derzeit einen Entwicklungsprozess, der ihre Rolle als Knotenpunkt mit der globalen Wirtschaft betont. Sie fungieren als Global Cities." Wesentliche Bindeglieder für diese Funktion sind Service-orientierte
Aktivitäten wie z. B. Finanzdienstleistungen. Deren Leistungsangebote
sind weder an eine Stadt noch an eine Nation gebunden. Allein in Mexico
City ist der Anteil dieses Wirtschaftsbereichs (gemeinsam mit Versicherungen
und Immobilien) am städtischen Bruttosozialprodukt von 1980 bis 1998
um mehr als 50 % gestiegen. In Santiago de Chile machten Finanzdienstleistungen
im Jahr 1997 bereits über 25 % des städtischen Bruttosozialprodukts
aus. Fassetten der Globalisierung Parnreiter gelang es, mit diesem Projekt zwei allgemeine Vorstellungen zu widerlegen: dass die Globalisierung ohne Lateinamerika stattfindet und dass sie zur Vereinheitlichung der Stadtentwicklung führt. Die Unterstützung dieser Grundlagenforschung durch den FWF trug somit dazu bei, Meinungen, die als allgemein akzeptiert galten, durch eine wissenschaftliche Analyse der tatsächlichen Umstände zu korrigieren. Kontakt: Aussender: Wien, 5. Juli 2004 |
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