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Presseaussendung

Hartmut Häffner
"Kopplung von Ionenfallen-Quantencomputern"
Institut für Quantenoptik und Quanteninformation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
hartmut.haeffner@uibk.ac.at
Tel.: 0512-507-4729

START-Preisträger 2006

KOPPLUNG VON IONENFALLEN-QUANTENCOMPUTERN

Computer sind heutzutage unausweichliche Begleiter in unserem täglichen Leben. Jedes Jahr stellen Ingenieure immer kleinere und vor allem schnellere Chips her. Extrapoliert man diese Entwicklung, wird man in etwa 15 Jahren an die Grenze kommen, bei der ein Bit in einem einzelnen Atom gespeichert wird. Für solche kleinen Objekte versagt unsere Intuition allerdings nahezu komplett und die Regeln der Quantenmechanik müssen beachtet werden. Ist es trotzdem möglich, einen Computer basierend auf diesen neuen Regeln zu konstruieren?
Interessanterweise kann ein solcher Quantencomputer nicht nur gebaut werden, er kann auch bestimmte mathematische Probleme wesentlich effizienter lösen als existierende Computer. Quantenbits, oder auch Qubits genannt, sind die Träger der Quanteninformation in solch einem Gerät. Sogar ein kleiner Quantencomputer mit nur 40 Qubits kann quantenmechanische Systeme simulieren, die die Kapazitäten heutiger Computer hoffnungslos überfordern.

Für die Rechnungen müssen die Qubits mit hoher Güte initialisiert, manipuliert und ausgelesen werden. Für die Manipulation von Quantensystemen sind das extrem hohe Anforderungen. Trotzdem gelang es Innsbrucker Forschern mit gespeicherten Ionen, diese Anforderungen schon für bis zu acht Qubits zu erreichen.
Für einen nützlichen Quantencomputer jedoch benötigt man weit mehr Qubits. Das vorliegende Projekt eröffnet Wege, die Anzahl der verfügbaren Qubits durch die Kopplung von zwei oder mehr Ionenfallen mittels Drähten weiter zu erhöhen. Die quantenmechanische Bewegung eines gespeicherten Ions induziert einen Strom in den Drähten, der sich dann auf die Bewegung der Ionen in einem anderen Quantencomputer auswirkt. Mit dieser Methode kann die Quanteninformation über supraleitende Drähte übertragen werden.
Diese Kopplung zwischen verschiedenen Fallen kann nicht nur dazu benutzt werden, einen Quantencomputer zu bauen, sondern auch, um die Quanteneigenschaften des Drahts zu bestimmen. Zum Beispiel kann man durch kontinuierliches Kühlen eines Ions den Drähten ständig Energie entziehen und damit die thermische Bewegung der Elektronen in den Drähten nahezu einfrieren. Andererseits kann man einzelne Ionen nicht nur sehr gut kontrollieren, sondern ihren Quantenzustand auch nahezu perfekt auslesen. So könnte man ein einzelnes Ion als nahezu perfekten Quantenverstärker benutzen, um zum Beispiel Ströme von nur einem Milliardstel eines Milliardstel-Ampere zu messen.

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