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Presseaussendung
Jahrespressekonferenz
des FWF "Basislager 2005 eingerichtet"
Mit rund 108 Mio. EUR wurde im autonomen Förderbereich neuerlich
ein Rekordwert erzielt. Das Gesamtbewilligungsvolumen (inkl. der beauftragten
Programme) blieb mit 122,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr in etwa
konstant. Mit einer Bewilligungsrate für Einzelprojekte von 31,9
% (bezogen auf die Beantragungssummen) ist das "Basislager"
für zukünftig höhere Bewilligungsraten eingerichtet.
Bei der heutigen Jahrespressekonferenz des Wissenschaftsfonds FWF zog
der seit September 2005 im Amt befindliche Präsident Christoph Kratky
Bilanz über das Jahr 2005.
Konsolidierung der finanziellen Basis
Im Jahr 2005 konnte der FWF mit einer ganz und gar nicht lieb gewonnenen
Gewohnheit brechen: Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es vor den letzten
beiden Sitzungen des Jahres kein "Zeter und Mordio". Der FWF
konnte aufgrund von erfolgreichen unterjährigen Verhandlungen die
für die Wissenschaftsförderung zur Verfügung stehenden
Mittel so aufstocken, dass das Jahr 2005 zufrieden stellend abgewickelt
werden konnte.
"Für die Scientific Community in Österreich ist vor allem
ein Signal wichtig: Es geht wieder aufwärts! Wir hoffen im Jahr 2005
die Trendumkehr bei den Bewilligungsraten geschafft zu haben. Bei den
Einzelprojekten sind wir mit 31,9 % wieder näher bei 35 % als bei
25 % Bewilligungsquote", resümierte Professor Kratky. Und Kratky
weiter: "Allerdings zeigen die Zuwächse des Antragsvolumens
bei den Einzelprojekten von 80 bzw. 27 % nach den ersten beiden Kuratoriums-Sitzungen
des Jahres 2006, dass eine massive Aufstockung der Fördermittel dringend
angezeigt ist. Die Empfehlungen des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
(RFTE) in Richtung FWF sind aktueller denn je."
Die Empfehlungen des RFTE für den FWF
Neben der Empfehlung des RFTE in seiner "Strategie 2010", das
FWF-Budget in den nächsten Jahren jeweils um 9 % zu erhöhen,
trat der Rat Anfang Dezember 2005 mit der Empfehlung an die Öffentlichkeit,
dem Wissenschaftsfonds zusätzlich 30 Mio. EUR möglichst rasch
zukommen zu lassen, um die Bewilligungsraten in akzeptable und motivierende
Höhen zu bringen. "Der FWF hat ermutigende Signale aus der Bundesregierung
und von Spitzenbeamten erhalten und wir sind zuversichtlich, dass es im
Jahr 2006 Zug um Zug gelingt, diese Rats-Empfehlungen mit Leben zu erfüllen"
erklärte Christoph Kratky.
Geht man von den gesicherten Finanzzahlen für das Jahr 2006 aus,
so wird der Wissenschaftsfonds für das laufende Jahr ein Bewilligungsvolumen
von rund 120 Mio. EUR im autonomen Bereich erwarten können. Um das
im Mehrjahresplan formulierte Ziel-Szenario von 151 Mio. EUR zu erreichen,
wären allerdings die vom RFTE zusätzlich empfohlenen 30 Mio.
EUR notwendig.
Der Beitrag des FWF zur Profilbildung an den Universitäten
Neben der größten Förderkategorie des FWF, den Einzelprojekten
mit rund 60 Mio. EUR Bewilligungsvolumen, sind die Schwerpunkt-Programme
mit etwas mehr als 28 Mio. EUR die zweite tragende Säule des FWF-Förderspektrums.
Der FWF fördert im Rahmen seiner Schwerpunkt-Programme die Bildung
von Spitzenforschungs-Zentren in Österreich. Im Jahr 2005 wurden
fünf dieser "Gravitationszentren für Spitzenforschung"
- darunter zwei der immer wichtiger werdenden Doktoratskollegs - neu bewilligt.
Die Schärfung des Forschungsprofils der österreichischen Universitäten
wäre durch die Ausbezahlung so genannter Overhead-Kosten besonders
effizient gestaltbar. Nicht zuletzt deshalb strebt der FWF - in voller
inhaltlicher Übereinstimmung mit der Sichtweise des RFTE - die Dotierung
von Overheads für FWF-Drittmittel an, um sich möglichst rasch
der Abgeltung von (institutionellen) Vollkosten in der wissenschaftlichen
Forschung anzunähern. Österreich hat in diesem Bereich im internationalen
Vergleich Auf- und Nachholbedarf.
FWF-Exzellenzcluster als Beitrag zur Exzellenzinitiative der "Strategie
2010"
Als Beitrag zur Konkretisierung der so genannten Exzellenzinitiative des
RFTE hat der FWF zu Beginn des Jahres 2006 ein Konzept für die Bildung
so genannter Exzellenzcluster publiziert und zur Diskussion gestellt.
Exzellenzcluster sind mit bis zu 10 Mio. EUR Förderungen pro Jahr
deutlich größer angelegt als die bestehenden Spezialforschungsbereiche
(1 Mio. EUR pro Jahr), sollen bereits bestehendes Exzellenzpotenziale
massiv verstärken, wissenschaftliche Forschung und Nachwuchsausbildung
im PhD-Bereich unter international kompetitiven Rahmenbedingungen kombinieren
und sowohl "Risikoforschung"-Elemente, als auch Wissenstransfer
und Wissenschaftskommunikation umfassen. Das enorme Finanzierungsvolumen
und die geplante Laufzeit von 12 Jahren machen ein professionelles Management
zwingend erforderlich. Die FWF-Exzellenzcluster sind als komplementäres
Vorhaben zu geplanten Maßnahmen, wie dem ISTA, zu verstehen.
Förderer aller Wissenschaften
Hartnäckig hält sich die Zuschreibung, der FWF fördere
bestimmte Wissenschaftsdisziplinen besonders und andere gar nicht. Die
Statistik widerlegt das eindrucksvoll: Zwar lagen erneut die Naturwissenschaften
mit 39 % an der Spitze, dahinter folgen aber mit 18,8 % die Biologie,
mit 18,2 % die Medizin und mit 14,8 % die Geisteswissenschaften. Der Anteil
der Geisteswissenschaften ist übrigens im internationalen Vergleich
beachtlich hoch. Die Sozialwissenschaften erhielten beispielsweise 4,5
% der Förderungen. Nur die besten der eingereichten Projekte - gleichgültig
aus welcher Disziplin - können gefördert werden. Die Förderquoten
waren für alle Wissenschaftsdisziplinen - wie jedes Jahr - annähernd
gleich hoch.
Nachwuchsförderung als Basis für Exzellenz
In Teilbereichen der Grundlagenforschung befindet sich Österreich
nachweislich in der Weltspitze. Dem FWF ist es ein zentrales Anliegen,
die Basis für Spitzenleistung insbesondere durch Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses zu verbreitern. Nur aus einer fundierten
"Nachwuchsarbeit" - durchaus vergleichbar mit dem Leistungssport
- lassen sich die Spitzenleistungen von morgen vorbereiten. Der FWF finanziert
die Gehälter von mehr als 2.100 WissenschafterInnen, wobei der Löwenanteil
auf die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen entfällt. Noch
ein wichtiger Aspekt: Lag das Verhältnis Frauen/Männer bei FWF-finanzierten
WissenschafterInnen im Jahr 1998 in etwa bei 30:70, so verbesserte sich
dieser Wert kontinuierlich und lag im Jahr 2005 bei 40:60.
Wien, 09. März 2006
Rückfragen
Mag. Stefan Bernhardt, MBA
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