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Presseaussendung Empirische Studie: Karrieren verlaufen anders als erwartet Einflüsse auf die Karriere sind vielfältig - und anders als wir glauben. Dies belegt eine jetzt veröffentlichte Studie der Wirtschaftsuniversität Wien. In dem umfangreichen Projekt wurden zahlreiche berufliche Werdegänge über längere Zeiträume verfolgt und kritische Einflussfaktoren analysiert. Das vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Projekt räumt dabei mit manchen gängigen Vorstellungen auf. Die wichtigsten Ergebnisse werden jetzt auch als Buch publiziert. Die erste Phase einer im deutschsprachigen Raum einmaligen Studie zu Karriereentwicklungen (Vienna Career Panel Project, ViCaPP) wurde nun von einem Team um Prof. Wolfgang Mayrhofer an der Wirtschaftsuniversität Wien erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der umfangreichen Studie wurde die Karriereentwicklung von mehr als 1.000 WirtschaftsakademikerInnen analysiert. Dass die Ergebnisse bereits in einem Buch veröffentlicht werden, das einen wohltuenden Kontrast zu zahlreichen pseudo-wissenschaftlichen Karriereratgebern bildet, ist vor allem auf die z. T. überraschenden Ergebnisse zurückzuführen. Karriere macht man anders Erstens: Neue Karrierefelder werden zunehmend beliebter. Beinahe ein Drittel der AbsolventInnen, und zwar die besseren, streben heute keine traditionellen Unternehmenskarrieren mehr an. Vielmehr bevorzugen sie einen durch vielfältige Tätigkeiten gekennzeichneten "chronisch flexiblen" Karriereverlauf. Zweitens: Beim Berufseinstieg lohnen sich weder gute Abschlussnoten noch schnelles Studium - was zählt, ist Praxiserfahrung. Im weiteren Karriereverlauf ändert sich das Bild. Dazu Prof. Mayrhofer: "Nach zehn Berufsjahren verdient mehr, wer auch schnell und gut studiert hat." Drittens: Persönlichkeit zählt nicht ganz so stark, wie man glaubt. Einen wichtigen Einfluss auf den Karriereerfolg hat lediglich Führungsmotivation. Andere Faktoren wie Leistungsstreben, Flexibilität und emotionale Stabilität wirken sich nur sehr schwach auf den Karriereerfolg aus. Viertens: Die Ich-AG als Werbefirma. Obwohl insgesamt nur ein schwacher Zusammenhang zwischen Karrieretaktiken und Karriereerfolg besteht, kann insbesondere Self-Promotion erfolgreich sein. Dazu Projekt-Koleiter Prof. Johannes Steyrer: "Während sich früher noch Zurückhaltung empfahl, fährt man heute mit dem Herausstreichen eigener Fähigkeiten und Ideen besser. Selbstinszenierung zahlt sich dabei mehr aus als Beziehungsarbeit." Besser läufts als Mann Überraschende geschlechterspezifische Zusammenhänge bestehen auch zwischen dem Bildungsgrad der Eltern und Karrieren: Söhne von höher gebildeten Eltern empfangen später deutlich mehr Gehalt - Töchter hingegen deutlich mehr Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit, so zeigt die Studie, ist darauf zurückzuführen, dass besonders Töchter erfolgreicher Eltern geschlechtsspezifische Karrierehindernisse als frustrierend empfinden. Die Ergebnisse des vom FWF geförderten Projekts belegen den unmittelbaren Nutzen der Grundlagenforschung auch im alltäglichen Bereich. Denn die so gewonnenen Einsichten in die Karriereverläufe können bei der Heranbildung des Führungsnachwuchses dienen, Bildungseinrichtungen über Karrierewege von AbsolventInnen informieren und auch BerufsanwärterInnen selbst eine Orientierung bieten. Das von den Professoren Mayrhofer, Meyer und Steyrer herausgegebene Buch "Macht? Erfolg? Reich? Glücklich? Einflussfaktoren auf die Karrieren" bietet dazu nun einen verständlichen Leitfaden. Publikation Wissenschaftlicher Kontakt Wien, 25. April 2005 |
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