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Presseaussendung Kontrollverlust killt Keimzellen Das Protein Mnd2 hemmt während der Entstehung von Keimzellen den vorzeitigen Zerfall von Chromosomen. Die jetzt veröffentlichte Entdeckung dieser Steuerfunktion könnte zum Verständnis der Entstehung angeborener chromosomaler Defekte beitragen. Das vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Projekt eines Teams der Universität Wien trägt zur Stellung des Campus Vienna Biocenter im Spitzenfeld der Erforschung von Zellteilung bei. Während der Zellteilung von Körperzellen (Mitose) werden frisch verdoppelte Chromosomen auf die Tochterzellen aufgeteilt. Anders verläuft die Zellteilung bei der Entstehung von Keimzellen - Eizellen und Spermien. Bei dieser als Meiose bezeichneten Zellteilung müssen die in jeder Körperzelle zweifach vorhandenen Chromosomensätze (mütterliche und väterliche) auf einen einzigen reduziert werden. Prof. Franz Klein und seine Mitarbeiterin, die Doktorandin Alexandra Penkner, vom Department of Chromosome Biology der Max Perutz Laboratories am Campus Vienna Biocenter haben nun im Journal CELL Ergebnisse zu einer wichtigen Regulation dieses Vorganges veröffentlicht. Diese zeigen, dass die zum Zelltod führende verfrühte Trennung von neu duplizierten Chromosomen von einem Protein mit der Bezeichnung Mnd2 verhindert wird. Schwestern halten zusammen Die zur Zellteilung notwendige Öffnung der Kohäsinringe wird
durch den Anaphase Promoting Complex (APC/C) kontrolliert. Dazu Klein:
"Noch während wir an Mnd2 arbeiteten, fanden Kollegen in den
USA und Deutschland, dass Mnd2 einer von 13 fixen Teilen des APC/C ist,
aber niemand ahnte, welch bedeutende Rolle Mnd2 spielt. Diese offenbart
sich nämlich ausschließlich während der Meiose, wenn die
Keimzellen geschaffen werden." Ein Protein als Bremse Gerade in der Meiose sind solche Chromosomen-Schäden von besonderer Bedeutung. Ein Beispiel beim Menschen ist das Down-Syndrom, das dadurch entsteht, dass die "gerechte" Aufteilung zweier Chromosomen nicht funktioniert. So entstehen Keimzellen mit zwei Chromosomen 21, die nach der Befruchtung zu Körperzellen mit drei Chromosomen 21 heranwachsen. Die Arbeit von Prof. Klein schließt an eine frühere, gemeinsame Studie mit einem Team um Prof. Kim Nasmyth vom Research Institute of Molecular Pathology (IMP) am Campus Vienna Biocenter an. In dieser Arbeit wurde die Rolle von über 300 Proteinen während der Meiose analysiert. Dabei wurde auch entdeckt, dass Mnd2 eine entscheidende Funktion hat - die nun mit Unterstützung des FWF in der vorliegenden Arbeit aufgeklärt werden konnte. Originalpublikation Wissenschaftlicher Kontakt Wien, 29. März 2005 |
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