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Presseaussendung

FWF-Statement zu GSK-Studie des Rates für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE)

Anmerkungen des Wissenschaftsfonds zur kürzlich veröffentlichten Studie über die Lage der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften.

Der FWF begrüßt die Initiative des Rates für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE), die Lage der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) durch Vorlage einer umfassenden Studie neuerlich zu thematisieren. Gerne wird der FWF die Vorschläge aufgreifen, mit den zuständigen Stellen diskutieren und geeignete Maßnahmen einleiten bzw. unterstützen.

Sofort soll aber zu zwei Aussagen Stellung genommen werden. Erstens kann keinerlei empirische Evidenz für die Behauptung gefunden werden, dass "der FWF gegenüber innovativen Forschungsprojekten in der GSK wenig aufgeschlossen ist". Das Gegenteil ist der Fall: Im internationalen Begutachtungsverfahren des FWF werden die GutachterInnen nach der wissenschaftlichen Innovationskraft und damit auch nach dem Risikopotenzial explizit befragt. Das Kriterium der "Innovationshöhe" nimmt sogar einen hohen Stellenwert in der Gesamtbeurteilung eines Projektantrages ein. Auch ist dem Kuratorium des FWF die Förderung von interdisziplinären Projekten ein besonderes Anliegen. Aber freilich muss auch Bedacht genommen werden, dass selbst reklamierte Innovationshöhe bzw. Risikobereitschaft nicht mit öffentlichen Geldern bedacht wird, wenn die wissenschaftliche Qualität unzureichend ist.

Unrichtig sind auch die Zahlenangaben bei den Spezialforschungsbereichen (SFB): nicht einer von 17 sondern drei von gegenwärtig laufenden 16 SFBs sind dem Bereich GSK zuzurechnen. In diesem Zusammenhang muss auch daran erinnert werden, dass der FWF die GSK mit einem Anteil von 20% auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark fördert und die Bewilligungsquoten keinesfalls niedriger als in anderen Wissenschaftsdisziplinen liegen.

Die vom RFTE genannten Themen wie Ageing oder Migration sind schon seit einigen Jahren in der wissenschaftlichen Diskussion und wurden und werden vom FWF in mehreren Programmen gefördert. Beispielsweise ging der renommierte EURYI Award an den Demographen und Klimaforscher Brian O'Neill und erst jüngst wurde ein Nationales Forschungsnetzwerk (NFN) zum Thema Arbeitsmarkt und Alterung eingerichtet. Zum Thema Migration wird in Kürze eine kooperative europäische Ausschreibung (ERA-NET) stattfinden. Und erst letztes Jahr hat Rainer Bauböck auf Vorschlag des FWF den prestigeträchtigen Latsis-Preis für seine Migrationsforschungen erhalten.

Wien, 9. April 2008

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Mag. Stefan Bernhardt

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