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Viel Antikörper. Wenig Krebs? Hochwirksame IgE-Antikörper, die sich gegen Tumore richten, können
nach einer aktiven Immunisierung im Körper selbst hergestellt werden.
Entscheidend für diesen im Tiermodell erzielten Erfolg ist die geschickte
Kombination zweier bereits etablierter experimenteller Methoden. Die Ergebnisse
werden nun in Cancer Research publiziert und sind Teil einer vom Österreichischen
Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Arbeit. Die im Rahmen des Projekts
hergestellten Antikörper zählen zu einer Klasse, die auch eine
wesentliche Funktion bei der Entstehung von Allergien haben. Somit werden
die Ergebnisse eine zentrale Rolle auf dem heute in Wien eröffneten
AllergikerInnen ist das Immunglobulin E (IgE) bestens bekannt. Ist es doch diese Klasse von Antikörpern, die eine wesentliche Funktion bei den leidigen Immun-Überreaktionen einnimmt. Auch OnkologInnen kennen das IgE gut. Zahlreiche umfassende Studien zeigen nämlich, dass Personen mit erhöhten IgE-Werten signifikant seltener an bestimmten Krebsarten erkranken. Oder mit anderen Worten: AllergikerInnen haben ein geringeres Krebsrisiko. Allergie & Krebs Letzteres - eine aktive Immunisierung gegen bestimmte Tumore - gelang der Gruppe um Prof. Jensen-Jarolim bereits vor einiger Zeit in Mäusen. Doch auf Grund der gewählten Art der Immunisierung (Injektion unter die Bauchdecke) gehörten die produzierten Antikörper zur IgG-Klasse. Eine Art von Antikörpern, die eine deutlich geringere und kürzere Wirkung gegen Tumore zeigen als IgE-Antikörper. Durch den Magen So fütterte das Team um Prof. Jensen-Jarolim Mäusen ein Peptid, das starke Ähnlichkeit mit einem Tumor-Peptid hat. Gleichzeitig wurde die Ansäuerung im Magen reduziert und so die Verdauung des Peptids verhindert. Tatsächlich trat in der Folge eine Art allergische Reaktion gegen dieses tumorähnliche Peptid auf - die Mäuse produzierten tumorspezifische IgE-Antikörper. Damit gelang weltweit die erste aktive IgE-stimulierende Tumorimpfung. Für Prof. Jensen-Jarolim kommt die Veröffentlichung dieser Arbeit in Cancer Research zu einem persönlich sehr erfreulichen Zeitpunkt: Zeitgleich mit dem Beginn des 1. International AllergoOncology Symposium am 16. April in Wien. Dieses Symposium, das von ihr initiiert und organisiert wird, bringt ExpertInnen aus England, Frankreich, Italien, Kanada, Österreich und den USA zusammen, um erstmals die Verbindung zwischen Allergien und Krebs zu analysieren und zu besprechen. Dabei reicht das Themenfeld von der Nutzung allergischer Reaktionen für die Krebstherapie bis zur Verwendung von Mimotopen für die aktive Immunisierung gegen Krebstumore. Mit der laufenden Unterstützung ihrer Arbeit hat auch der Wissenschaftsfonds FWF einen Beitrag dazu geleistet, dieses neue medizinwissenschaftliche Fachgebiet international und in Österreich zu etablieren. *Originalpublikation: Active Induction
of Tumor-Specific IgE Antibodies by Oral Mimotope Vaccination Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF
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