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RNA-Interferenz: Entscheidungsprozesse auf molekularer Ebene "Wie funktioniert RNAi?" - Das ist eine Frage, die sich ForscherInnen weltweit schon seit Jahren stellen. Nun ist einer Forschungsgruppe am Campus Vienna Biocenter rund um Prof. Renée Schroeder (MFPL) und Dr. Javier Martinez (IMBA) ein bedeutender Schritt zur Beantwortung dieser Frage gelungen. Die Ergebnisse der Arbeit werden heute im international renommierten Wissenschaftsjournal CELL veröffentlicht und unterstreichen die Bedeutung der österreichischen Forschung im RNA-Feld, die auch vom Wissenschaftsfonds FWF intensiv unterstützt wird. RNA-Interferenz (RNAi) ist ein natürlicher Abwehr- und Steuerungsmechanismus der Zelle, der über die Eliminierung unerwünschter RNA-Moleküle funktioniert. Sein Potenzial für den therapeutischen Einsatz wurde im vergangenen Jahr durch die Verleihung des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin anerkannt. Tatsächlich befinden sich derzeit bereits die ersten Medikamente in der klinischen Prüfung, die auf diesem Mechanismus beruhen. Trotzdem ist dieser Prozess bei weitem noch nicht bis in alle Details aufgeklärt - und bietet somit noch genügend Spielraum zur Optimierung darauf beruhender medizinischer Therapien. No RISC. No Fun. Zunächst konzentrierte sich das Team dabei auf die Charakterisierung des Einflusses der RNA-Struktur: Variationen eines RNA-Zielmoleküls wurden hergestellt, in denen die RISC-Bindungsstellen aufgrund von Strukturunterschieden zunehmend weniger gut zugänglich waren. Zum Ergebnis des Experiments meint Dr. Ameres: "Das war eine wirklich klare Sache! Je weniger gut die Bindungsstelle zugänglich war, desto weniger effizient erfolgte die Eliminierung der Ziel-RNA durch den RISC. Unsere Schlussfolgerung aus diesen Daten ist, dass der RISC keine Funktionalität besitzt, die es ihm erlaubt, RNA-Moleküle strukturell zu ändern - eine wichtige Erkenntnis zur effektiven Anwendung dieses Prozesses." Ebenso grundlegend für das Verständnis von RNA-Interferenz war ein weiteres Ergebnis: Die Bindungsstärke zwischen Ziel-RNA und dem RISC muss einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, damit der weitere Prozess der RNA-Eliminierung eingeleitet wird. Dieses Ergebnis deutet tatsächlich an, dass RISC RNA eher zufällig bindet und erst die Stärke dieser Bindung die Entscheidung über das weitere Schicksal der RNA besiegelt. "Man kann sich das so vorstellen, dass RISC während der Bindung seiner Ziel-RNA eine Kontroll-Instanz durchlaufen muss, um sicherzustellen, dass wirklich nur bestimmte RNAs zerstört werden", so Dr. Ameres. Karrierechance "Doktoratskolleg" Originalpublikation: Molecular Basis for Target RNA Recognition and Cleavage by human RISC. S.L. Ameres. J. Martinez, R. Schroeder. CELL (2007). doi:10.1016/j.cell.2007.04.037 Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF
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Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Haus der Forschung, Sensengasse 1, A-1090 Wien T +43-1-505 67 40 F +43-1-505 67 39 office@fwf.ac.at - www.fwf.ac.at |
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