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Gentechnik - Einfluss der EU-Bevölkerung im Wachsen Nationale Anti-Gentechnik-Bewegungen tragen zur Demokratisierung der EU bei. Dies zeigt ein kürzlich abgeschlossenes Projekt des Wissenschaftsfonds FWF unter der Leitung eines unabhängigen Forschers. Den Ergebnissen zufolge erfolgen nationale Mobilisierungen der Bevölkerung nahezu zeitgleich und verstärken so öffentlichen Protest auf europäischer Ebene. Damit liefert das Projekt eine optimistische Aussicht auf einen wachsenden Einfluss der Bevölkerung auf EU-Entscheidungsprozesse. Die Gentechnikkontroverse hat mehr zu bieten als Pro- oder Kontra-Debatten. Sie liefert zum Beispiel einen Modellfall zum Einfluss von Öffentlichkeit im Zeitalter der Globalisierung. Wichtig ist dieses Thema vor allem für die EU. Denn diese beherrscht zwar alle wichtigen Entscheidungsfelder, jedoch finden Debatten der Bevölkerung nicht auf einer europäischen, sondern primär auf nationalen Ebenen statt. Dass dies zwar der Fall ist, es unter bestimmten Bedingungen aber dennoch zu so etwas wie einem gesamteuropäischen, politisch wirkungsvollen Protest kommen kann, gehört zu den Resultaten eines von Dr. Franz Seifert geleiteten Projekts über die Rolle der Öffentlichkeit im weltweiten Konflikt um die Gentechnik. Synchroner Protest Obwohl nationale Proteste prinzipiell zwar in sich geschlossene Einheiten bleiben, zeigt sich seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre jedoch auch ein Trend zur "Synchronisierung": Aufgrund ihrer Einbindung in das EU-Regelungssystem werden nationale Diskussionen nicht mehr nur nebeneinander ausgetragen, vielmehr kommt es zu einer annähernd zeitgleichen Mobilisierung der nationalen Bevölkerungen. In Konsequenz nehmen die Regierungen dieser Länder gegenüber der EU Protesthaltungen ein, die diese wiederum zu grundlegenden Reformen ihrer Politik zwingen. Die Strategien der Gegner Diese Ergebnisse gehen auf ein Projekt zurück, das Dr. Seifert als freier Wissenschafter, also ohne institutionelle Anbindung, durchgeführt hat. Dieser dazu: "Diese Arbeitsweise ist ungewöhnlich und hat gewiss nicht nur Vorteile. Nachteilig ist es, jeden kleinsten Schritt selbst durchführen zu müssen, was schlicht sehr viel Arbeit bedeutet. Vorteilhaft ist aber der hohe Grad an Beweglichkeit." Wahre Beweglichkeit forderte das vorliegende Projekt, das den Biologen und Sozialwissenschafter nicht nur durch ganz Europa, sondern auch nach Nordamerika und Asien geführt hat - so etwa für ein Jahr an eine renommierte Forschungseinrichtung der Vereinten Nationen in Japan. Der persönliche Einsatz hat sich aber gelohnt, betrachtet man die
Resultate. Diese geben ein positives Signal für den wachsenden Einfluss
der Bevölkerung auf EU-Entscheidungsprozesse, welcher momentan -
und wohl bis auf Weiteres - aufgrund des Mangels einer gemeinsamen europäischen
Öffentlichkeit gering ist. Wie das FWF-Projekt zeigt, gibt es zwar
keine Anzeichen für eine "Verschmelzung" zu einer solchen
gemeinsamen Öffentlichkeit, jedoch kann der Synchronismus nationaler
Debatten ein funktionales Äquivalent bilden. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung
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Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Haus der Forschung, Sensengasse 1, A-1090 Wien T +43-1-505 67 40 F +43-1-505 67 39 office@fwf.ac.at - www.fwf.ac.at |
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