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Frankreich: Familien geben sich neue Biografie Ob Frankreichs Familienmuster immer vielfältiger werden, wird erstmals anhand ganzer Lebensverläufe untersucht. Diese sollen aufzeigen, wie sich Familienstrukturen während eines Lebens entwickeln und welche verschiedenen Familienkonstellationen dabei durchlaufen werden. Das jetzt startende Projekt im Rahmen eines Erwin-Schrödinger-Stipendiums des Wissenschaftsfonds FWF wird nicht zuletzt dadurch entstehende Auswirkungen auf die Geburtenrate aufzeigen und einen Vergleich mit anderen nördlichen Ländern Europas sowie Österreich ermöglichen. Ein Lebenslauf kann nicht nur den beruflichen Weg eines Menschen beschreiben - sondern auch den Weg, den sein Familienleben nimmt. Denn Familienstrukturen können im Laufe eines Lebens neu entstehen, sich über die Zeit verändern und schließlich auch wieder auseinanderfallen. Wie solche Familienbiografien heutzutage in Frankreich aussehen und vor allem ob sich diese während der letzten Jahrzehnte verändert haben, untersucht DI Dr. Maria Winkler-Dworak vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ab sofort an der Universität von Wisconsin, einem der führenden Sozialwissenschafts-Zentren zur Erforschung von Bevölkerungsstrukturen. Im Zentrum steht die Frage, ob Menschen im Laufe ihres Lebens eine immer größere Vielfalt an Familienmustern durchlaufen, die im Gegensatz zu früher turbulenter und weniger stark strukturiert sind. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die Wechselbeziehung von Partnerschafts- und Fertilitätsentscheidungen auf den Familienlebenslauf eines Menschen auswirkt. Klassisch oder Patchwork Die erstmalige Untersuchung ganzer Familienbiografien soll nun zeigen, welcher der beiden Trends bestimmend ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Familienmuster ergeben. Dabei werden insbesondere mögliche Auswirkungen von Partnerschaftsinstabilität auf das Geburtenverhalten untersucht. Denn einerseits erschweren instabile Partnerschaften das Erreichen der gewünschten Kinderzahl innerhalb einer einzigen Ehe oder Lebensgemeinschaft. Andererseits kann es dadurch zu weiteren Geburten in neuen Partnerschaften kommen. Volle Bandbreite Die Studie im Rahmen des Erwin-Schrödinger-Stipendiums des FWF, das jungen WissenschafterInnen die Mitarbeit an renommierten ausländischen Forschungseinrichtungen ermöglicht, wird auch die Gelegenheit zu Vergleichsanalysen mit anderen Ländern geben. So weisen beispielsweise die USA oder die nordischen Länder Europas ähnlich wie Frankreich relativ hohe Geburtenraten bei gleichzeitig eher unbeständigen Lebenspartnerschaften auf. Spannend sind aber insbesondere auch Vergleiche zu Ländern mit anderer Struktur, die wie Österreich eine niedrige Geburtenrate aufweisen. So sind hier auch bereits Vergleichsanalysen geplant, sobald die UN ab 2009 neue Daten für Österreich veröffentlicht. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF
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Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Haus der Forschung, Sensengasse 1, A-1090 Wien T +43-1-505 67 40 F +43-1-505 67 39 office@fwf.ac.at - www.fwf.ac.at |
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