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Intelligenter DJ aus der Grundlagenforschung legt auf Ein vom Wissenschaftsfonds FWF gefördertes Projekt schafft den Sprung ins Geschäftsregal und haucht einem digitalen Audiosystem musikalische Intelligenz ein. Möglich macht dies ein Computeralgorithmus, der erstmals automatisch individuelle Musiklisten direkt in einem HiFi-Gerät erstellen kann. Der Algorithmus erkennt bestimmte Musikeigenschaften, wie etwa den Rhythmus, und vergleicht gespeicherte Audiodateien auf ihre Ähnlichkeit. Die Entwicklung des dahinter liegenden Know-hows wurde bereits frühzeitig vom FWF gefördert - jetzt steckt es in einer neuen Musikanlage von Bang & Olufsen. Endloser Musikgenuss ganz nach dem individuellen Geschmack ohne vorhergehendes Erstellen einer Playlist - das klingt nach Zukunftsmusik. Ist es aber nicht. Ein neuer Computer-Algorithmus macht genau das jetzt möglich. Das wissenschaftliche Know-how dazu lieferte Prof. Gerhard Widmer, Vorstand des Instituts für Computational Perception der Johannes Kepler Universität Linz und Abteilungsleiter am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI) in Wien. Prof. Widmer und sein Team erkannten bereits vor Jahren, dass der rapide Anstieg der Nutzung digitaler Musikdateien neue Computermethoden notwendig macht. Ein Ergebnis ihrer Forschungsarbeit ist jetzt im Fachhandel erhältlich und bildet das Herzstück des digitalen Audiosystems BeoSound 5 von Bang & Olufsen: der Computer-Algorithmus MOTS. MOTS übernimmt die Rolle eines persönlichen DJs und zeigt dabei musikalische Intelligenz. Er analysiert Audiodateien und extrahiert aus ihnen sogenannte "Features", die er verwendet, um die Ähnlichkeit von Musikstücken zu berechnen. Abhängig von der ausgewählten Audiodatei findet MOTS selbstständig ähnliche Dateien und wird damit seinem Namen vollkommen gerecht: MOTS steht für "more of the same". "Algo-Rhythmus" Die Wahl, welches Stück einem anderen am ähnlichsten ist, trifft MOTS mithilfe statistischer Methoden - und das eben nicht nur im experimentellen Setting. MOTS bildet die Schlüsseltechnologie der ersten Stereoanlage mit musikalischer Intelligenz und gibt sich äußerst benutzerfreundlich. Die intelligente Erstellung einer auf den jeweiligen Benutzer zugeschnittenen Playlist funktioniert mit allen gängigen Formaten, wie etwa MP3, WMA und AAC. Grundlagenforschung rockt Die Arbeit geht dem Team um Prof. Widmer auch nach diesem Erfolg nicht aus. Weitere ambitionierte Ziele des Forscherteams sind die Visualisierung großer Musiksammlungen, die Entwicklung einer computergestützten Ausdrucks-Analyse, die automatische Gewinnung musikrelevanter Informationen aus dem Internet und Computer, die in Echtzeit Musik verfolgen können. Man darf gespannt sein, welche neuen Technologien in Zukunft, dank Unterstützung des FWF, den Umgang mit digitaler Musik erleichtern werden. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung Wien, 22. Juni 2009
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