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Paradigmen-Wechsel in der Krebsforschung? Von Tumor-Stammzellen und ihrer Entstehung Tumor-Stammzellen und ihre Teilung stehen im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprojektes. Die Existenz von Zellen dieser Art war bis vor Kurzem noch völlig unbekannt - obwohl sie massgeblich zur Entstehung von Tumoren beitragen können. In einem vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekt wird nun insbesondere die "schicksalhafte" Rolle eines einzelnen Proteins untersucht, dessen Fehlen eine wesentliche Bedeutung für Tumor-Stammzellen haben kann. Die Projektergebnisse werden Grundlagen schaffen, die eine Optimierung von bestimmten Krebstherapien ermöglichen können. Krebszellen teilen sich sehr schnell. So entstehen Tumore. Das eifrige Teilen unterscheidet Tumorzellen von vielen anderen Zellen - und ist gleichzeitig ihre Achilles-Ferse. Denn viele Krebstherapien eliminieren ausschliesslich sich rasch teilende Zellen und schonen andere. Dieser Therapieansatz funktioniert gut und hat zu grossen Erfolgen geführt. Erstaunlicherweise funktioniert er aber nicht immer nachhaltig: Tumore, die längst eliminiert schienen, regenerieren sich wieder. Die Frage, wie sich diese Tumore regenerieren können, wenn doch die sich rasch teilenden Zellen beseitigt wurden, stellte MedizinerInnen und ForscherInnen lange vor ein Rätsel. Die - prinzipiell einfache - Antwort kennt man erst seit ein paar Jahren: Nicht ALLE Tumorzellen teilen sich rasch. Sogenannte Tumor-Stammzellen teilen sich langsam, können aber Tumorzellen - und damit in Folge Tumore - neu bilden. Macht eines Proteins Zellschicksale Damit die Funktion von Brat noch besser verstanden wird, arbeiten die WissenschafterInnen um Prof. Knoblich nun daran, Proteine aufzuspüren, die von Brat reguliert werden. Denn ein detailliertes Verständnis der Wirkung von Brat hat eine Bedeutung, die weit über die Grundlagenforschung hinausgeht. Brat ist ein Protein, das nicht nur in Fliegen vorkommt, sondern in ähnlicher Form auch im Menschen existiert. Sollte es hier - wie vermutet - vergleichbare Funktionen für die Zellteilung von Stammzellen haben, dann könnte es auch zur Entstehung von Tumoren beim Menschen beitragen. So leistet dieses vom FWF unterstütze Projekt einen Beitrag zum Verständnis von Stammzellen - und legt Grundlagen für zukünftige Krebstherapien, die womöglich nachhaltige Wirkung zeigen. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung
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