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Kräfte im Untergrund: Deformationsvorgänge in Kiesablagerungen Verbiegungen in den Ablagerungsschichten des Eisenstadt-Sopron-Beckens werden durch unregelmäßig verteilte Verformung im umgebenden Sediment bewirkt. Die Ursache sind Gradienten in der Verformungsintensität, die sowohl parallel als auch rechtwinklig zu einer Bruchzone auftreten. Diese Ergebnisse eines vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützen Projektes erlauben sowohl ein besseres Verständnis über grundlegende geologische Vorgänge als auch über die Bildung und Struktur von Lagerstätten für Öl und Wasser. Tektonische Kräfte können schon was bewegen. Der Himalaja oder der pazifische Tiefseegraben belegen das eindrucksvoll. Doch selbst diese wachsen im Jahr nur wenige Millimeter bis Zentimeter. Genau in dieser Dimension bewegen sich auch andere Zeugen geologischer Kräfte - die sogenannten Deformationsbänder. Sie treten in weichen, porösen Gesteinsschichten, wie Sandstein, auf. Entstehen tun sie dort, wo grobkörnige Gesteine von Scherkräften der darüber- und darunterliegenden Gesteinshorizonte bewegt werden oder eine Volumenveränderung erfahren. Im Gegensatz zu einer sogenannten Verwerfung, bei der die Gesteinsschicht bricht, werden in den Deformationsbändern aber nur Gesteinskörner zermahlen oder neu organisiert. Dabei ändert sich jedoch die Porosität des Gesteins und damit seine Permeabilität für Flüssigkeiten. So tragen Deformationsbänder zur Bildung und Struktur von Öl- oder Wasservorkommen bei. Ihre Bildung und Wirkung auf das umgebende Gestein besser zu verstehen, ist das Ziel eines Projektes am Department für Geodynamik und Sedimentologie der Universität Wien. Das Korn machts! Die widersinnige Schleppung Auffällig ist bei den untersuchten Deformationsbändern das Verhältnis zwischen dem Versatz der sich gegeneinander verschiebenden Gesteinsschichten und der Länge der Deformationsbänder. Mit 1:100 bis zu 1:10 sind diese Verhältnisse ungewöhnlich groß. Eine Tatsache, die laut Dr. Exner die Entstehung von Reverse Drag begünstigen könnte. Obwohl sich die Vorgänge, die Dr. Exner untersucht, in geologischen Tiefen abspielen, ist die praktische Bedeutung ihrer Arbeit unmittelbar erlebbar: Deformationsbänder bilden sich vor allem in porösem Gestein, der aufgrund der vielen Poren auch als Lagerstätte für Öl oder Wasser dient. Deformationsbänder ändern die Porosität und können so die Förderung von Öl oder Wasser beeinflussen. Und selbst in himmlischen Höhen hat dieses FWF-Projekt Bedeutung: Der Kalksandstein, auch als Leithakalk bekannt, des Wiener Stephansdoms stammt aus dem Eisenstadt-Sopron-Becken. Auch seine Porosität - und damit sein Verhalten gegenüber Umwelteinflüssen und Schutzmaßnahmen - wird von Deformationsbändern beeinflusst. Daten präsentiert auf dem "European Geosciences Union General Assembly 2010" am 2. - 7. Mai in Wien Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung Wien, 21.06.2010
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