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Ohne Sauerstoff "nichts los" – Meeresbiologen gehen Todeszonen auf den Grund Am Verhalten von Meeresgrund-Bewohnern lässt sich nun erstmals das Entstehen von sogenannten "Todeszonen" im Meer vorhersagen. In diesen Zonen kämpfen Tiere um verschwindenden Sauerstoff – erfolglos, diese immer öfter auftretenden Sauerstoffkrisen enden meist mit Massensterben. Ein Team von ForscherInnen hat es geschafft, das Verhalten der Organismen bei sinkendem Sauerstoffgehalt aufzuzeichnen. Dafür wurden mit einem eigen-entwickelten Unterwassergerät Todeszonen am Grund der Adria nachgestellt. So wird nun im August mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF ein Katalog der Verhaltensmuster von Tieren veröffentlicht, anhand dessen der Wasserzustand klassifiziert werden kann. Unsere Meere sind bedroht – das ist kein Geheimnis. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass gefährliche Sauerstoffarmut in unseren Ozeanen immer öfter für Massensterben am Meeresgrund sorgt. Tatsächlich bilden sich in letzter Zeit gehäuft sogenannte "Todeszonen", also Zonen, in denen zu wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. Ihr Entstehen ist unter anderem auf verschmutzte Flüsse und globale Erwärmung zurückzuführen. Weltweit gibt es bereits 400 Todeszonen und ihre Fläche beträgt insgesamt mehr als 250.000 Quadratkilometer – so groß wie Deutschland. Was sich im Detail in einer solchen Zone abspielt, war bislang nahezu unerforscht. Forscher aus Wien haben es nun erstmals geschafft, Sauerstoffkrisen im Meer kleinsträumig nachzustellen. Mit Hilfe ihres Projektes können diese frühzeitig erkannt werden und damit kann ein entscheidender Beitrag zu deren Verhinderung geleistet werden. Den Schlüssel dafür liefern die bedrohten Tiere selbst – durch ihr Verhalten. Verhalten als Messlatte Die Wiener Forscher folgen für ihr Projekt der Tradition der in der Fachwelt sehr angesehenen "Wiener Schule der Meeresbiologie". Das bedeutet mitunter auch, dass nicht – wie vielfach üblich – rein am Computer oder in einem Labor geforscht wird, sondern "in situ", also am Ort des Geschehens. Dieser ist für das aktuelle Projekt der adriatische Meeresgrund in 24 Metern Tiefe, zwei Kilometer vor Piran, Slowenien. Um nicht darauf warten zu müssen, bis sich dort Sauerstoffarmut breit macht, konstruiert das Forschungsteam seine eigene kleine Todeszone. Dafür musste erst ein Unterwassergerät entworfen und gebaut werden. Sauerstoffkrise unter Plexiglas Der so mit Unterstützung des FWF entstandene Verhaltenskatalog stellt einen Leitfaden zur Früherkennung von Todeszonen dar. Er könnte so auch einen Beitrag leisten, damit im Ernstfall von der Politik sofort die nötigen Maßnahmen ergriffen werden können – zum Beispiel Einstellung der Fischereiaktivitäten im betroffenen Gebiet, um dem Ökosystem dadurch die Chance zur Regenerierung zu geben. Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Wien, 26.07.2010
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