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"Piratensender" auf Jupiter - Radiostrahlung birgt ÜberraschungDie Entdeckung einer neuen Radiostrahlung des Jupiters zählt zu den Highlights eines dreijährigen Projekts des Wissenschaftsfonds FWF. In diesem wurde eigentlich die planetare Radiostrahlung der Erde und des Saturns untersucht - und eine eigenartige Radiostrahlung des Jupiters entdeckt. Weitere Ergebnisse des jetzt beendeten Projekts umfassten die Identifikation einer neuen Modulation der Radiostrahlung der Erde sowie die Analyse spezieller Komponenten der Radiostrahlung des Saturns. In einer abschließenden Evaluation wurde das Projekt von externen GutachterInnen hervorragend bewertet. Die Erde ist laut. Radiolaut. So werden in der Astronomie Objekte bezeichnet, die eine messbare Radiostrahlung verursachen. Dazu gehört eben auch die Erde, deren Magnetfeld geladene Teilchen (Elektronen, Protonen, Ionen) beeinflusst und so Radiostrahlung verursacht. Doch auch andere Planeten wie der Saturn oder der Jupiter verursachen eine solche Strahlung. Ihre Messung erlaubt Rückschlüsse auf planetare Magnetfelder. Genau diese waren das Ziel eines Projekts des Wissenschaftsfonds FWF, das am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IWF) in Graz durchgeführt wurde. Tuned In Auffällig an der Strahlung im Dekameterbereich (Wellenlänge von ca. 10 Metern) war vor allem ihre Periodizität, also der Wechsel ihrer Intensität. Bisher waren für die Dekameterstrahlung des Jupiters zwei Perioden bekannt: eine, die sich durch die Rotation des Jupiters ergibt und 9 Stunden, 55 Minuten und 29,7 Sekunden umfasst (System III), sowie eine weitere, die auf den Einfluss des Jupiter-Monds Io auf das Magnetfeld zurückzuführen ist (42,46 Stunden). Mit einer Periodizität von etwa 10,07 Stunden lag die neu entdeckte Komponente der Radiostrahlung aber ca. 1,5 Prozent über der, die sich durch die Rotation des Jupiters ergibt. Dazu Dr. Panchenko: "Unsere weiteren Analysen legten die Vermutung nahe, dass die Quelle dieser neuen Radiokomponente gemeinsam mit Jupiter rotiert. Wir vermuten, dass der Strahlungsursprung in der Nähe des sogenannten Plasmatorus des Jupitermondes Io liegt." Dieser ist ein ringförmiger Bereich um den Jupiter, der auf Höhe der Bahnebene des Mondes Io liegt und durch vulkanisches Material des Mondes gebildet wird, das mit dem Magnetfeld des Jupiters in Wechselwirkung steht. Diese These zur Quelle und Fragen zur Erzeugung der Radio-Impulse müssen nun in zukünftigen Projekten geklärt werden. Projekte & Produkte Zur Erweiterung des Projekts meint Prof. Rucker: "Grundlagenforschung lebt vom Unerwarteten. Dank der Flexibilität des FWF war es uns möglich, einer wissenschaftlichen Überraschung mit solider Datenanalyse zu begegnen." Eine Tatsache, die auch die internationalen EvaluatorInnen des Projekts mit ausgezeichneten Bewertungen im Abschlussbericht würdigten. Originalpublikation: New periodicity in Jovian decametric radio emission,
Der Wissenschaftsfonds FWF Redaktion & Aussendung Wien, 27. August 2012
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