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Presseaussendung Fehlende Stern-Vibrationen rütteln Astronomie auf Messungen eines kanadisch-österreichischen Teams stellen AstronomInnen vor ein Rätsel. Erwartete Oberflächen-Phänomene, die Informationen über den Aufbau von Sternen liefern sollten, konnten mittels Satelliten-gestützter Messungen nicht nachgewiesen werden. An der Qualität der in NATURE veröffentlichten Daten besteht kein Zweifel - der Satellit misst mit unerreichter Präzision. Damit stellt das vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützte Kooperationsprojekt des Instituts für Astronomie der Universität Wien und der University of British Columbia in Kanada aber das Verständnis über den Aufbau von Sternen in Frage. Seit über 25 Jahren ist das Phänomen bekannt: Auf der Sonnenoberfläche vibriert das Gas. AstronomInnen nutzen diese Vibrationen, um Erkenntnisse über den Aufbau der Sonne zu gewinnen. Erstmals konnte jetzt Prof. Werner W. Weiss und sein Team vom Institut für Astronomie, Universität Wien, gemeinsam mit KollegInnen aus Kanada derartige Messungen unter Nutzung eines kanadischen Mikrosatelliten an einem anderen Stern durchführen. Diese lieferten aber keinen Hinweis auf Oberflächen-Vibrationen - entgegen aller Ergebnisse erdgestützter Untersuchungen und vorheriger Berechnungen. "Good Vibrations" der Sterne Oberflächen-Vibrationen können aber nicht direkt gemessen werden. Daher messen AstroseismologInnen die minimalen Änderungen der Leuchtintensität, die durch diese Vibrationen verursacht werden. Neuestes Werkzeug ist dabei der von Prof. Jaymie Matthews (University of British Columbia) koordinierte kanadische Mikrosatellit MOST (Microvariability and Oscillations of Stars). Dieser misst in 820 km Höhe über der Erde die Leuchtintensität entfernter Sterne. Dazu Prof. Weiss: "Für die Messungen von Licht ist unsere Erdatmosphäre wirklich hinderlich. Sie wirkt wie ein Filter. MOST umgeht dieses Problem mit einem Teleskop, das Messungen aus dem Weltraum erlaubt. Dadurch erreichen wir mit einem Fernrohrdurchmesser von 15 cm bei einem hellen Stern eine höhere Messpräzision als mit einem 8 m-Teleskop von der Erde aus." Tatsächlich bestätigten Kontrollmessungen die Präzision des Satelliten-Teleskops, dessen Daten auch in einer Wiener Bodenstation empfangen werden, die von der Austrian Space Agency finanziert und von der Technischen Universität Wien entwickelt wurde. Widersprüchliche Ergebnisse = Neue Fragen Wahrscheinlich ist, dass andere Gasbewegungen, die durch Temperaturunterschiede an der Sternenoberfläche verursacht werden, ein Störsignal bewirken, das unsere Messungen überlagert. Dann wären unsere Daten ungemein wertvoll für zukünftige Messungen. Es kann aber auch sein, dass wir unsere Modellrechnungen überdenken müssen." AstronomInnen wären dann gefordert, das derzeitige Wissen über den inneren Aufbau von Sternen kritisch zu hinterfragen. Gerade dass junge Spezialbereiche wie die Astroseismologie die Grundlagen eines Wissenschaftsgebietes in Frage stellen und damit vorantreiben, bestärkt den FWF in seiner Entscheidung, Kreativität, Qualität und Innovation als wichtigste Förderkriterien anzusehen. Originalpublikation: "No stellar p-mode oscillations in space-based
photometry of Procyon." Wissenschaftlicher Kontakt Der Wissenschaftsfonds FWF Aussender |
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