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Presseaussendung Überlebenskünstler
- Besonderheiten von Halobakterien aus permischem
Salz Wien (FWF) - Vor rund 200 bis 250 Millionen Jahren entstanden durch die Verdunstung des großen Zechsteinmeeres zahlreiche Salzablagerungen, die in Österreich noch heute - z. B. im Salzbergwerk Bad Ischl - abgebaut werden. In diesen Salzsedimenten finden sich Mikroorganismen, deren Alter auf Millionen Jahre geschätzt wird. Wie können sich derartige Mikroorganismen so lange lebensfähig halten, noch dazu in einer so lebensfeindlichen Umgebung? Helga Stan-Lotter vom Institut für Genetik und Allgemeine Biologie der Universität Salzburg untersucht und züchtet, unterstützt vom FWF, Halobakterien unterschiedlicher geographischer Herkunft. Ihre Ergebnisse sind unter anderem auch für die Raumfahrt von zentralem Interesse, weil auch auf anderen Planeten Hinweise für Salzvorkommen vorhanden sind und theoretisch die Möglichkeit besteht, dass z. B. am Mars zumindest bakterielles Leben gefunden werden kann. Helga Stan-Lotter kooperiert mit den Salinen Austria, die bei Sprengungen
zur Erweiterung ihrer unterirdischen Salztunnel stets "frische"
Proben aus 600-700 Meter Tiefe liefern und die auch Bohrkerne von Versuchsbohrungen
zur Aufspürung weiterer Salzquellen für die Forschung zur Verfügung
stellen. "Dies sind äußerst interessante Proben - kein
Mensch hat sie je vorher berührt - sterile Bedingungen sind daher
absolute Pflicht, um eine Kontamination z. B. mit jetztzeitlichen Bakterien
zu vermeiden", erklärt Stan-Lotter. Da eines ihrer Projektziele
die gründliche Untersuchung der mikrobiellen Populationen in den
Salzsedimenten unterschiedlicher geographischer Regionen ist, arbeitet
sie vergleichend mit Proben aus Salzablagerungen in Österreich, Deutschland,
England und aus der Salado-Formation in New Mexico und Texas. Wichtig
ist, dass sie von gleichem Alter sind, also aus dem Perm, dem jüngsten
Teil des Erdaltertums, stammen. Ein weiteres Ziel ist die Isolierung und
Kultivierung dieser Bakterien und die Feststellung, ob die gefundenen
Arten alle kultivierbar sind und ob sie mit bekannten Halobakterien verwandt
sind. Neue Arten entdeckt Univ.-Prof. Dr. Helga Stan-Lotter Aussender: Wien, am 17. Mai 2002 |
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