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Die PreisträgerInnen 2006

1. Preis
Stefan Mayr & Suzanne Kapelari
2. Preis
Christian Walzer
3. Preis
Markus Arndt Monika Bright
Brigitte Cech Christine Riccabona
Werner W. Weiss

Die Preise

 

1. Preis

Stefan Mayr
Leiter der Arbeitsgruppe Ökophysiologie der alpinen Waldgrenze am Institut für Botanik der Universität Innsbruck

Suzanne Kapelari
Leiterin der Grünen Schule des Botanischen Gartens der Universität Innsbruck

Flower Power - Wasserkraft in Pflanzen

Der Wassertransport in Pflanzen

Stefan Mayr erforscht in seinem vom FWF geförderten Projekt das pflanzliche Leben im sensiblen und sozioökonomisch bedeutenden Ökosystem "Alpine Waldgrenze".

Im eingereichten Kommunikationsprojekt sollen vor allem jungen Menschen ökologische Zusammenhänge begreifbar gemacht und ihr Verständnis für die Umwelt gestärkt werden. Ein vielfältiges Maßnahmenpaket (Film, Experiment-Box, Lichtinstallation, Integration in Grüne Schule u.a.m.) wurde für den Einsatz im Schulunterricht entwickelt, um die Arbeit der WissenschafterInnen und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse altergemäß zu vermitteln.

Begründung der Jury
Maßgebend für die Zuerkennung des 1. Preises war, dass es gelungen ist, mit viel Kreativität und Begeisterung die ökologische und damit gesellschaftliche Relevanz eines - vordergründig zunächst nicht unbedingt kommunikationsträchtig erscheinenden - Themas bewusst zu machen.

Die dargestellten Kommunikationsmaßnahmen sind kreativ, einfach und wirkungsvoll, mit hohem Engagement gemacht und leicht umsetzbar. Dabei wurde der Spieltrieb der Kids - Zielgruppe sind 10- bis 14-jährige SchülerInnen und LehrerInnen - besonders berücksichtigt.

Die Jury war beeindruckt von der Art und Weise, wie Begeisterung für ein unauffälliges, ja selbstverständliches Naturphänomen geweckt werden kann.

Mit der Auszeichnung dieses Projektes soll nicht zuletzt anderen WissenschafterInnen Mut gemacht werden, Wissenschaftskommunikation auch dann in Angriff zu nehmen, wenn das Forschungsgebiet vermeintlich nicht im Zentrum öffentlichen Interesses steht.

2. Preis

Christian Walzer
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Der Asiatische Wildesel und sein Rückzugsgebiet
die Mongolei

Sensibilisierung für Forschungen über das nachhaltige Zusammenleben des Wildesels und der Hirten im zentralasiatischen Kulturraum

Der Süden der Mongolei ist das letzte wichtige Rückzugsgebiet des Asiatischen Wildesels (Equus hemionus, in der Mongolei Khulan genannt) und Durchführungsort des FWF-Forschungsprojektes.

Im eingereichten Kommunikationskonzept geht es Christian Walzer und seinem Team primär um die Sensibilisierung möglichst vieler Menschen auf die Bedeutung dieser Forschung für das nachhaltige Zusammenleben des Wildesels und der Hirten im zentralasiatischen Kulturraum.

Begründung der Jury
Entscheidend für die Zuerkennung des 2. Preises war das Erreichen einer breiten Zielgruppe durch die Kooperation mit Zoos. Damit wird ein Potenzial von 2,5 Mio. ZoobesucherInnen angesprochen.

Dass die Umsetzung realistisch ist, wird durch die detaillierte Darstellung der stufenweisen Realisierung vermittelt. Das Setzen auf vor allem interaktive Maßnahmen - Beispiel: EselKiste - entspricht einem wesentlichen Anspruch der Wissenschaftskommunikation, nämlich der Partizipation.

Die Miteinbeziehung der Zielgruppen in den aktiven Forschungsprozess macht die Arbeitssituation der WissenschafterInnen - u.a. Beobachten, Spuren lesen, Fangen - erfahr- und begreifbar.

Dazu kommt, dass ein zunächst für die Allgemeinheit nicht allzu relevant erscheinendes Thema in einer Art und Weise kommunikativ aufbereitet wird, dass es interessant wird und für viele Menschen ein Anreiz sein kann, sich mit Fragen des Artenschutzes eingehend zu befassen.

3. Preis

Markus Arndt
Fakultät für Physik der Universität Wien

Forschung hautnah:
Wie ein Quantenexperiment entsteht

Eine Video-/DVD-Dokumentation über ein Experiment zur Quanteninterferometrie

In seiner, vom FWF geförderten, Forschungsarbeit untersucht der Quantenphysiker Markus Arndt mit seinem Team den Übergang zwischen der Welt der Quanten und unserer klassischen, objektiven Wirklichkeit. Markus Arndt ist Mitglied des extrem erfolgreichen SFB 15.

Über einen längeren Zeitraum wurde die Arbeit der Wissenschafter von einem an Forschung interessierten Filmemacher begleitet, der unter dem Motto "das Experiment - gesehen mit dem Auge des Künstlers" den Aufbau eines neuen Quanten-Experiments beobachtete und filmte.

Relativ bald stellten sich WissenschafterInnen und Filmemacher der Herausforderung, die Dokumentation so aufzubereiten, dass sie auch in Schulen eingesetzt werden kann und Antworten auf wesentlich Fragen über Grundlagenforschung, Quantenphysik, die Arbeitssituation von (Quanten)ForscherInnen u.a.m. gibt.

Begründung der Jury
Die Idee, den Entwicklungsprozess rund um den Aufbau eines neuen Experiments der Quantenphysik zu beobachten und zu dokumentieren, entspricht in mehrerer Hinsicht den Zielen von Wissenschaftskommunikation:

Es wird "hautnah" vermittelt,
- wie der Alltag von ForscherInnen aussieht,
- wie Experimente entstehen, welche Hürden dabei zu überwinden sind, welche Erfolgserlebnisse, aber auch Misserfolge es dabei gibt.

Mit Schulen - LehrerInnen und SchülerInnen der Oberstufe - wird eine besonders wichtige Zielgruppe für Wissenschaftskommunikation angesprochen.


3. Preis

Monika Bright
Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien

Extreme 4 kids

Expedition eines Forschungsschiffs in die Tiefsee

Monika Bright erforscht, vom FWF gefördert, Lebensgemeinschaften an Hydrothermalquellen in der Tiefsee, also Leben unter extremen Bedingungen. Sie beschreibt und benennt dieses Leben, das sie bei ihren Tauchgängen mitunter neu entdeckt.

Wesentliches Anliegen der Wissenschafterin ist, Kindern und Jugendlichen Einblick in die Arbeit der WissenschafterInnen an Bord des Forschungsschiffes und in der Tiefsee zu geben und dadurch im Speziellen das Interesse von Mädchen an naturwissenschaftlichen Fächern zu fördern.

Besonderen Stellenwert misst sie der direkten Kommunikation zwischen SchülerInnen und ForscherInnen und dem Einsatz moderner Kommunikationsmittel bei.

Begründung der Jury
Das Forschungsprojekt selbst ist für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche sehr attraktiv und lässt sich schon "per se" gut kommunizieren - Stichwort: Abenteuer!
Spannend ist, Forschungen, die Tausende Kilometer entfernt stattfinden, in österreichische Klassenzimmer zu bringen.

Die dargestellten Kommunikationsmaßnahmen verfolgen klar das Ziel, das Interesse der Kinder und Jugendlichen über einen längeren Zeitraum zu erhalten, indem Anreize geboten werden, sich umfassender mit Meeresbiologie, Ozeanographie, Vulkanismus, aber auch mit dem Leben auf einem Forschungsschiff und den Anforderungen an WissenschafterInnen und Crew auseinanderzusetzen.

Dabei ist ein wesentlicher Faktor, die SchülerInnen in die Situation der ForscherInnen quasi "hineinzuholen", sie daran teilhaben zu lassen. Durch Live-Schaltungen zu den TiefseeforscherInnen wird dies möglich.


3. Preis

Brigitte Cech
Archäologin

KINDER FORSCHEN

Aktive Teilnahme von Volks- und HauptschülerInnen
an archäologischen Ausgrabungen

Ziel des vom FWF geförderten archäologischen Forschungsprojektes von Brigitte Cech ist es, im Raum Hüttenberg, Kärnten, einen für Österreich einmaligen antiken Wirtschaftsraum umfassend zu erschließen. Dabei ist es nach Überzeugung der Wissenschafterin sehr wichtig, möglichst viele "Hüttenberger", vor allem aber viele Kinder und Jugendliche, in die Ausgrabungen einzubinden. Auf diese Weise sollen sie wichtige Aspekte archäologischer Feldarbeit kennen lernen und hautnah die Arbeitssituation von WissenschafterInnen erleben.

Begründung der Jury
Die in der Einreichung formulierte Überzeugung der Wissenschafterin, dass die direkte Involvierung in die wissenschaftliche Arbeit die beste Möglichkeit ist, Forschungs"Laien" für die Arbeit von WissenschafterInnen zu interessieren, wird in der Kommunikation konsequent umgesetzt.

Dabei wird deutlich, dass Wissenschaftskommunikation auch in einem örtlich sehr begrenzten Bereich hohe Bedeutung hat.

Das aktive Mitmachen von SchülerInnen und LehrerInnen an den Ausgrabungen ist ein gutes Beispiel dafür, wie Forschung im wahrsten Sinne des Wortes "begreifbar" gemacht werden kann. Auch die Miteinbeziehung von Eltern, anderen Familienangehörigen, also quasi der gesamten Gemeinde, ist ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Tätigkeit der ArchäologInnen.


3. Preis

Christine Riccabona
Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck

"Literatur-Land-Karte" für Tirol und Südtirol

Online Literaturlexikon und literarischer Reiseführer für Tirol und Südtirol

Wie Literatur, Region und Wissenschaft zusammenfinden können, zeigen Christina Riccabona und ihr Team. Im Rahmen des vom FWF geförderten Forschungsprojektes werden möglichst alle relevanten Informationen zur literarischen und zur Kulturgeschichte einzelner Orte und Schauplätze Tirols und Südtirols erhoben und zusammengefasst, um später in verschiedenen Medien, vor allem auch im Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

Begründung der Jury
Das Kommunikationsprojekt nutzt die Chance, geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse - im vorliegenden Fall eine ortsbezogene, kartographisch verzeichnete Literaturgeschichte "en miniature" - direkt an verschiedene Zielgruppen zu vermitteln.

Hervorzuheben ist die Ansprache verschiedener Zielgruppen mit sehr unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen, u.a. FremdenführerInnen, TouristInnen, Bildungsinstitutionen (v. a. Schulen, universitäre Austauschprogramme), StudentInnen aus dem In- und Ausland.

Tirol und Südtirol mit den Augen von Dichtern sehen - die Jury hat dies als besonders reizvoll gewertet.

Die Auszeichnung soll auch Anstoß für GeisteswissenschafterInnen sein, sich verstärkt in der Wissenschaftskommunikation zu engagieren.


3. Preis

Werner W. Weiss
Institut für Astronomie der Universität Wien

MOST für alle

Wettbewerb der besten Beobachtungsvorschläge

MOST = Microvariability and Oscillations of STars

Werner Weiss arbeitet im Rahmen seines vom FWF geförderten Projektes an der Optimierung der Vorstellung über stellare Vorgänge; unter anderem anhand von Messungen des kanadischen Mikrosatelliten MOST, der die Leuchtintensitäten entfernter Sterne misst.

Das eingereichte Kommunikationsprojekt soll erstmals einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit eröffnet werden, mit einem high-tech Weltraumgerät eigene astronomische Beobachtungen durchzuführen. JedeR Interessierte hat die Möglichkeit, einen Beobachtungsvorschlag im Rahmen eines Wettbewerbs einzureichen. Die besten Vorschläge werden prämiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. In weiterer Folge sollen die Beobachtungsergebnisse der Projektsieger auch öffentlich präsentiert werden.

Begründung der Jury
Das Spannende an diesem Projekt ist, dass Hobby-AstronomInnen eingeladen werden, wissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren und damit aktiv an der Forschung teilzunehmen. Darüber hinaus können sie erstmals mit einem high-tech Weltraumgerät eigene Beobachtungen durchführen, wodurch der Anreiz, am Wettbewerb teilzunehmen, erhöht wird.

Solche Anreize sind auch in der Wissenschaftskommunikation - will man die nachhaltige Befassung mit Forschungsthemen und -inhalten erreichen - von großer Bedeutung.

Mit einer hohen Partizipationsmöglichkeit wird Verständnis für die Forschung geweckt.

Ev. Rückfragen
Stefan Bernhardt
Tel.: +43-1-505 67 40 DW 8111
E-Mail: stefan.bernhardt@fwf.ac.at

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