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Die PreisträgerInnen 2007

1. Preis
Fatima Ferreira und Reinhard Nestelbacher
2. Preis
Angela Stöger-Horwath
3. Preis
Helmut Berger  

Die Preise

1. Preis

Fatima Ferreira und Reinhard Nestelbacher
Fachbereich für Molekulare Biologie, Universität Salzburg

Das Fliegende Immunologische Klassenzimmer

"Das Fliegende Immunologische Klassenzimmer", ist der Titel - mit Absicht angelehnt an einen Klassiker der Kinderbuchliteratur - des Konzepts von Fatima Ferreira und Reinhard Nestelbacher (Fachbereich für Molekulare Biologie, Universität Salzburg), das sie in diesem Jahr für den FWF-Preis für Wissenschaftskommunikation eingereicht haben.

Ein mobiles Labor wird vor allem SchülerInnen und LehrerInnen die Möglichkeit bieten, in den Schulen hochtechnologische Experimente selbst durchzuführen. Im Fokus steht dabei das Thema Allergien. Das Kommunikationsprojekt beruht auf dem FWF geförderten Nationalen Forschungsnetzwerk "Immunologie der Allergene und Allergen-spezifischen Immunantworten" (Projektnummer: S88). Der erste Preis ist mit 30.000 EUR dotiert.

Aus der Kurzzusammenfassung des Projekts
"Ziel des Kommunikationsprojektes ist das Ver- und Entführen zu einer jeweils 8-stündigen Forschungsreise in die faszinierende Welt des Immunsystems, der Impfstoffe und der Allergie. Wichtig ist dabei, dass die Wissenschaft mit der High-Tech-Ausrüstung zu den TeilnehmerInnen kommt - und nicht umgekehrt. Das baut Barrieren ab.

Die Hauptmaßnahme ist der Aufbau eines mobilen immunologischen Labors und eines modulartigen Kurssystems (High-Tech Praxis-Module). Damit können wichtige immunologische Fragestellungen innerhalb von jeweils einem Tag von den TeilnehmerInnen bearbeitet und geklärt werden. Für diese wissenschaftliche Reise müssen die TeilnehmerInnen die Schule nicht verlassen, das Laborumfeld wird direkt an der Schule aufgebaut. Sämtliche technischen Geräte, Zubehör, alle für den Kurs notwendigen Chemikalien sowie ein Spezialist "fliegen" sozusagen per Automobil zur Schule - daher auch der Name "Das Fliegende Immunologische Klassenzimmer".

Zielgruppe des hier präsentierten Kommunikationsprojektes sind vorwiegend Schulen, LehrerInnen, SchülerInnen ab 14 Jahren und spezielle (Erwachsenen-)Bildungsinstitutionen in ganz Österreich (im Folgenden "TeilnehmerInnen" genannt). Die Zielgruppe kann auch auf andere Gruppen wie Journalisten, Museumsbesucher oder sogar Ärzte erweitert werden.

Aufgrund dieser umfangreichen Praxiserfahrungen mit Schulen kann davon ausgegangen werden, das Thema Immunologie auf einem relativ hohen Niveau behandeln zu können. Die durchgehende Partizipation der TeilnehmerInnen sowie die Möglichkeit, mit High-Tech-Geräten zu arbeiten, lässt staunen, weckt Begeisterung und schürt Interesse an der Forschung. Oft ist der Kurs Ankerpunkt für weitere Anfragen oder sogar Fachbereichsarbeiten, besonders unter den jungen Mädchen. Grundlegendes (natur)wissenschaftliches Denken wird durch die Praxis selbst erreicht: Validität, Falsifizierung, Entwicklung einer Theorie, wissenschaftliches logisches Herangehen, aber auch Denken im systemischen Zusammenhang (Einbetten der gewonnenen wissenschaftlichen Information in das Gesamtsystem Mensch) - und das noch dazu mit leuchtenden Augen."


2. Preis

Angela Stöger-Horwath
Mammal Communication Lab, Department für Evolutionsbiologie, Universität Wien

Die Sprache der Tiere

Auch der zweite Preis (20.000 EUR) richtet sich vor allem an ein junges Publikum. Papageiendame Polynesia lehrte Dr. Dolittle "Die Sprache der Tiere", in diesem Jahr prämierte die Jury das Projekt von Angela Stöger-Horwath (Mammal Communication Lab, Department für Evolutionsbiologie, Universität Wien) zu ebendiesem Thema mit dem zweiten FWF-Preis für Wissenschaftskommunikation.

Das Projekt hat zum Ziel ZoobesucherInnen aller Altersstufen die Möglichkeit zu eröffnen, die Laute der Tiere auf ihre Bedeutung zu untersuchen. Bestandteil des Projektes sind Lautanalysen, eine Rätselralley etc. Die TeilnehmerInnen an dem Kommunikationsprojekt - ist die Jury überzeugt - werden durch das Thema Sprache in der Tierwelt auch einiges über die Kommunikation zwischen Menschen erfahren. Das Projekt basiert auf dem FWF-Projekt "Akustische Kommunikation von Afrikanischen Elefanten" (P18588) und wird in Kooperation mit österreichischen Tiergärten und Zoos durchgeführt.

Aus der Kurzzusammenfassung des Projekts
"In der Forschungsarbeit (P 18588) mit dem Thema "Akustische Kommunikation von Afrikanischen Elefanten" soll die Informationskodierung der Elefantenlaute entschlüsselt und individuelle akustische Eigenheiten, sowie altersbedingte Unterschiede in der Lautproduktion definiert werden. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Anwendung dieser Resultate für die Entwicklung eines akustischen "Monitoring"und "Frühwarnsystems" für Elefanten. Ziel des Kommunikationsprojektes ist es, bei möglichst vielen Menschen, und insbesondere Kindern, das Interesse an der "Sprache der Tiere" zu wecken.

Im Rahmen des Projektes "Die Sprache der Tiere" im Tiergarten Schönbrunn und bei anderen Mitgliedern der OZOGruppe, werden wir mittels akustischer Informationsstände die Vielfältigkeit der Lautkommunikation bei Elefanten und anderen Tiergruppen vermitteln. Dass die Erforschung der "Sprache der Tiere" durchaus Anwendung im Naturund Artenschutz findet, soll am Beispiel des Projektes "akustisches Frühwarnsystem für Elefanten zur Entschärfung des MenschElefant Konflikts in Asien und Afrika" demonstriert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Veranschaulichung der Methodik der Tonaufnahme und Schallanalyse mittels mobiler akustischer Labors, wo Kinder und ihre Eltern die spektrale Zusammensetzung ihrer eigenen Stimme und Sprache entdecken können. Sie werden feststellen, dass der spektrale Aufbau menschlicher "Laute" durchaus Ähnlichkeiten mit jenem der Tierlaute besitzt.

Wir hoffen mit diesem Projekt nicht nur unsere Forschung einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen zu können, sondern wir wollen erreichen, dass Menschen die unsere Aktionen besucht, und unsere Arbeit sowie uns persönlich kennen gelernt haben, in Zukunft bei Zoobesuchen, Waldspaziergängen, Wanderungen, Reisen in ferne Länder, oder einfach nur im Garten oder im Park, ab und zu den Lauten und Rufen der Tiere lauschen und somit ihre Umwelt ein Stück bewusster wahrnehmen."


3.Preis

Helmut Berger
Electronic Commerce Competence Center - ec3, Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme, Technische Universität Wien

Research Exhibition & Experience Landscape (REEL)

Der in diesem Jahr durch die Jury verliehene dritte Preis (10.000 EUR) geht an Helmut Berger (Electronic Commerce Competence Center - ec3, Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme, Technische Universität Wien). Der Titel des Projektes lautet "Research Exhibition & Experience Landscape (REEL)". Mit der Entwicklung eines Geländes in der virtuellen Onlinewelt Second Life wird das FWF-Forschungsprojekt "Eine 3D e-Tourismusumgebung" (L363) präsentiert werden. Dass die BesucherInnen dabei direkt an der Forschungsarbeit der WissenschafterInnen virtuell teilnehmen können, wurde besonders positiv bewertet.

Aus der Kurzzusammenfassung des Projekts
"Das Konzept für Research Exhibition & Experience Landscape (REEL) kombiniert die Präsentation des FWF Projekts L363 "Eine 3D e-Tourismusumgebung" mit der einzigartigen Möglichkeit, der Zielgruppe die Möglichkeit zu geben, den Projektfortschritt unmittelbar in der zu entwickelnden Umgebung mitzuerleben und mitzugestalten. Im Speziellen zielt dieses Wissenschaftskommunikationskonzept auf die Realisierung des Gedankens, welcher der "Experience Society" zu Grunde liegt, ab. In dieser steht die kollaborative Interaktivität und das gemeinschaftliche Erfahren und Erleben im Vordergrund - dies schließt Personen und Objekte gleichermaßen mit ein. Die Einbeziehung der BenutzerInnen und die Gestaltungsmöglichkeit angebotener Inhalte, stellen einen wesentlichen Faktor für die nachhaltige Nutzung und Zufriedenheit der Anwender dar. Die Möglichkeit des Einzelnen zur Mitbestimmung und das gemeinschaftliche und unterhaltsame Erfahren spiegeln den Zeitgeist im Kontext sozialer Software und des Web 2.0 wider.

Die Realisierung des REEL-Geländes in der spektakulären online Welt Second Life wird direkte Implikationen auf die Erlebnis-, Handlungs- und Interaktionsoptionen der BesucherInnen bzw. Mitglieder der Community haben, aber auch für den Betreiber der Plattform neue Möglichkeiten des direkten Kontakts, der Benutzerbindung, und des Marketings schaffen. Da das Web eine immer wichtiger werdende Quelle für Tourismusinformation ist, kann von einer gewissen Grundaffinität der Zielgruppe zu Online-Medien ausgegangen werden. Insofern werden die BenutzerInnen nicht mit etwas völlig Neuem konfrontiert. Es muss nur der Umgang mit einem neuartigen "Browser" zur Navigation in einem neuartigen Informationsraum gelernt werden. Ein positiver Synergieeffekt ist die Heranführung der BenutzerInnen an diese neue Art der Navigation auf 3D Internet Plattformen in einem sehr frühen Stadium der Projektentwicklung, was den Vorteil einer bereits geschulten Benutzergruppe zum Zeitpunkt des Abschlusses des Projekts bietet. Im Lichte der sich momentan entwickelnden Userzahlen der Plattform Second Life sowie der sich online informierenden bzw. online buchenden Touristen scheint jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Maßnahme. Beispielhaft genannt, verzeichnete die größte Österreichische Online Tourismusplattform Tiscover ca. 405 Mio. Pageviews und ca. 1.3 Mio. Buchungen im Jahr 2006. Gleichzeitig steigt nicht nur die eher wenig aussagende aber oft kolportierte Anzahl der registrierten Accounts von Second Life sondern auch tatsächlich die Anzahl der regelmäßig angemeldeten BenutzerInnen und vor allem die Anzahl der BenutzerInnen, die gleichzeitig online sind (140%-ige Steigerung von März 2007 bis Mai 2007, Eigenerhebung)."

Ev. Rückfragen
Stefan Bernhardt

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